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Verstösst die geplante Hundewiese gegen das Gesetz?
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Die drei Hundezonen der Stadt Luzern Allmend, Tribschenhorn und Churchill Quai. (Bild: zvg)

Luzerner Quai-Anwohner prüfen Beschwerde Verstösst die geplante Hundewiese gegen das Gesetz?

2 min Lesezeit 4 Kommentare 19.03.2017, 19:45 Uhr

Die Stadt will zwei neue Hundewiesen einführen – eine davon beim Churchill-Quai. Das ruft Anwohner auf den Plan: Der Plan verstosse gegen das Gesetz, darum prüfen sie eine Verwaltungsbeschwerde beim Kanton.

Am Freitag gab die Stadt Luzern bekannt, dass zwei zusätzliche Hundewiesen geben wird. Zusätzlich zur Allmend soll ab Frühling beim Churchill-Quai und ab Herbst im Tribschenhorn (beim Wagnermuseum) je eine Freilaufzone für Hunde errichtet werden (zentralplus berichtete). Damit geht die Stadt auf die Wünsche der IG Hundewiese ein, die eine solche Wiese forderten.

Die Hundefreilaufzonen sollen als Pilotprojekt für zwei Jahre laufen. Beim Churchill-Quai gehört auch der Zugang zum See dazu, was den Hundehaltern ein grosses Anliegen war. Die Stadt will nun mit der Ausnahmeregelung die rechtlichen Grundlagen schaffen.

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Anwohner sehen Sicherheit grobfahrlässig gefährdet

Nun gibt es aber Widerstand von einer anderen Interessengemeinschaft – der IG Churchill. So nennt sich ein Zusammenschluss von besorgten Anwohnern. Sie schreiben am Sonntagabend, dass sie grundsätzlich nichts gegen eine Hundefreilaufwiese hätten. Dann das Aber: «Leider muss die IG Churchill feststellen, dass mit dem geplanten Konzept die Sicherheit der Bevölkerung grobfahrlässig gefährdet wird und die Stadt Luzern gegen kantonales Recht verstösst.» Daher werde eine Beschwerde an den Luzerner Regierungsrat geprüft.

Pascal Kalbermatten, Sprecher der IG Churchill, teilt mit, dass der Luzerner Stadtrat weitgehend auf die Forderungen der Promotoren der Hundewiese eintrete und «gleichzeitig den Anliegen der Anwohner aus dem Quartier kaum Beachtung schenkt».

Die IG Churchill erwartet, dass die Hundewiese so umgesetzt werde, dass die Sicherheit aller Bevölkerungsgruppen gewährleistet sei und Gesetze respektiert würden.

Konkret bemängelt die IG Churchill folgende Punkte:

  • Sicherheit nicht gewährleistet: besonders Kinder, ältere Menschen und Behinderte würden akut gefährdet, so die IG. Dies, weil ein Zaun fehlen würde. «Hier stellt der Luzerner Stadtrat gestalterische und landschaftliche Anliegen über die Sicherheit von Kindern, älteren Menschen und Behinderten.» 

  • Keine Entflechtung der Nutzungen: Das führe künftig zu mehr Konflikten. Das Konzept der Toleranzzone sei ein Trugschluss. «Hunde werden aufgrund der stadträtlich verordneten Toleranzzone ihr Verhalten kaum ändern», schreibt die IG. Und: «Auch verängstigte Kleinkinder werden sich durch Toleranzschilder kaum beruhigen lassen.»
  • Stadt will Leinenpflicht teilweise aufheben: Dies ist nach Ansicht der IG Churchill eine Verletzung der kantonalen Gesetzgebung, die für Pärke eine Leinenpflicht verlangt.

Die IG Churchill fordert daher einen Zaun um die Hundewiese und eine Entflechtung der Nutzungen.
Das heisst, Spazierweg, Hundeseebad und Hundewiese müssten voneinander getrennt sein.

«Die IG Churchill plant eine Verwaltungsbeschwerde an den Regierungsrat, da das Handeln der Stadt Luzern im Widerspruch zur kantonalen Gesetzgebung steht», schreibt der Verband.

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4 Kommentare
  1. Fabian N. Martin, 21.03.2017, 08:14 Uhr

    Lieber Herr Kalbermatten, schön ist offensichtlich auch Sie persönlich Fairplay ein wichtiger Grundsatz. Da sprechen Sie der IG Hundewiese aus dem Herzen. Seit unserer Gründung war die Sensibilisierung bezüglich Rücksichtnahme und respektvollem Umgang mit allen Nutzern der Wiese eines unserer zentralen Anliegen.
    Wir wären froh, wenn Sie auch bei Ihren Mitgliedern darauf hinwirken würden. Es ist unschön von Vorfällen zu hören, bei denen von Seiten Ihrer Mitglieder versucht wird aktiv Vorfälle zu provozieren um so Argumente gegen eine Freilaufzone am Curchill-Quai zu erhalten. Dies trägt sicherlich nicht zu einer konstruktiven Lösungsfindung bei.
    Auf einen sachlichen und kompromissorientierten weiteren Austausch!
    Gruss Fabian N. Martin

  2. Michael Stehle-Martin, 21.03.2017, 07:48 Uhr

    Lieber Herr Kalbermatten, leider habe ich die Informationsveranstaltung der Stadt im Richemont nicht vergessen. Was mir vor allem in Erinnerung blieb ist, dass weder Sie persönlich noch die anderen anwesenden Gegner bereit gewesen wären substantiell etwas zu einer Lösungsfindung beizutragen. Sie lehnten es damals unisono und generell ab, dass Hunde am Churchill-Quai einen Platz hätten. Unser Ansatz war stets eine praktikable Lösung zu finden, die allen ihren Raum am Churchill-Quai bietet.
    Ihr Kommentar zu Fairplay erschliesst sich mir nicht. Ist es gegen das Fairplay Argumente auszutauschen und über ein Thema von offensichtlich gemeinsamem Interesse zu diskutieren? Sie, die Gegner, haben sich dieser bidirektionalen Diskussion lange genug entzogen.
    Und: Womit die Hundewiese abgetrennt wird, ist mir persönlich egal.
    Beste Grüsse, Michael Stehle

  3. Pascal Kalbermatten, 20.03.2017, 22:25 Uhr

    Lieber Herr Stehle
    Ich bin etwas überrascht, dass Sie unseren gemeinsamen workshop im Dezember 2016 “vergessen” haben.
    Weiter kann ich nicht ganz nachvollziehen, wo Sie ein Problem sehen, wenn die Hundewiese vollständig mit einem Zaun umgeben wird, anstatt nur teilweise mit einer Hecke.
    Fairplay please – im Churchill Park und auch im Internet.
    Beste Grüsse
    Pascal Kalbermatten

  4. Michael Stehle-Martin, 20.03.2017, 11:46 Uhr

    1. Die “IG Churchill” spricht nicht für alle Anwohner, nur für eine kleine Gruppe
    2. Die Gegner hätten sich durchaus in eine Lösungsfindung einbringen können, haben dies aber bis jetzt unterlassen
    3. Warum sollten Kinder, ältere Menschen und Behinderte gefährdet sein?
    4. Wer Angst vor Hunden hat, kann die Toleranzzone leicht umgehen, indem man an den Parkplätzen entlangläuft
    5. Die Hundefreilaufzone ist mit Hecken vom Rest der Wiese getrennt. Hecke oder Zaun, warum daraus ein Problem machen?
    6. Rechtlich gesehen kann der Stadtrat (erst recht für eine zweijährige Versuchsphase) eine Ausnahme von der Bau- und Zonenordnung bewilligen und so die Leinenpflicht aufheben (§37 Planungs- und Baugesetz Kt. Luzern)