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Versteht David McIntyre den Wink mit dem Zaunpfahl?
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Der Kanadier David McIntyre ist in der ersten Mannschaft überzähliger Ausländer und verstärkt nun das Zuger Team in der Swiss League. (Bild: EVZ/Felix Klaus)

Der Kanadier hat beim EV Zug einen schweren Stand Versteht David McIntyre den Wink mit dem Zaunpfahl?

4 min Lesezeit 27.08.2019, 17:27 Uhr

Der EVZ hat mit Oscar Lindberg einen fünften Ausländer für die erste Mannschaft verpflichtet. Dafür gibt es eine offizielle, eine inoffizielle und eine romantische Erklärung. Für David McIntyre ist keine dieser drei erbaulich.

Am Sonntag sass er auf der Tribüne der Innerschweizer Schwingerfreunde am Eidgenössischen in Zug. Und er freute sich darüber, dass mit Christian Stucki einer aus seiner Provenienz König geworden ist. Reto Kläy ist Emmentaler, und darum sagt der Sportchef der Zuger während eines Telefonats im Beisein des zentralplus-Reporters: «Im Schwingen und im Fussball ist mir die Berner Herrschaft recht, im Eishockey werden wir sie brechen.»

Dass es dem EV Zug mit dieser Absicht durchaus ernst ist, zeigt sich in der Verpflichtung des Schweden Oscar Lindberg (zentralplus berichtete). Der 27-jährige Hochkaräter hat als Zweiwegstürmer ein ziemlich ähnliches Profil wie der bereits seit drei Saisons unter Vertrag stehende David McIntyre.

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Der 32-jährige Kanadier hatte bloss zwei Finalspiele gegen den späteren Meister Bern absolviert und war schon zuvor bei EVZ-Trainer Dan Tangnes mit seiner fehlerhaften und disziplinlosen Spielweise in Ungnade gefallen (zentralplus berichtete).

Offiziell: Es geht um Optionen

Aus der Unzufriedenheit mit den Leistungen von McIntyre in der letzten Saison macht die sportliche Führung der Zuger keinen Hehl. «Das haben wir David im Zuge der Saisonanalyse klar mitgeteilt», hält Sportchef Reto Kläy fest. Aber gegenüber der Öffentlichkeit koppelt er das jüngste Engagement eines zweifachen Weltmeisters von der Personalie McIntyre ab.

«Wir sind gebrannt von der letzten Saison.»

EVZ-Sportchef Reto Kläy

Der schlaue und umsichtige Manager verbindet sie lieber mit der jüngsten Vergangenheit des EV Zug und den Herausforderungen der nächsten Saison. Kläy sagt deshalb: «Wir sind einer der Mitfavoriten um den Meistertitel und brauchen deshalb Optionen auf den Ausländer-Positionen.»

Der Schrecken scheint ihm noch in den Knochen zu sitzen, wenn er an die vielen und zum Teil langwierigen Verletzungen der Ausländer denkt: «Wir sind gebrannt von der letzten Saison. Es war brutal schwierig, einen Ausländer während der Saison zu holen, der uns qualitativ weiterhilft. Der Spielermarkt gab kaum etwas her.»

Trotzdem ist es Kläy gelungen, mit den mittlerweile weitergezogenen Dennis Everberg und Brian Flynn überdurchschnittliche Söldner zu verpflichten. Das darf er für sich als Erfolg verbuchen.

Inoffiziell: Es geht ums Geld

Wer bei seinem Vorgesetzten und Arbeitgeber auch ausserhalb des Profisports eine geringe Wertschätzung besitzt, ist wohl gut beraten, sich nach einer Luftveränderung umzuschauen. McIntyre ist nach einer starken ersten, einer mittelmässigen zweiten und einer ungenügenden dritten Saison in dieser Lage.

Die Aufgabe von EVZ-Sportchef Reto Kläy ist es, die besten Voraussetzungen für eine erfolgreiche Saison des Klubs zu schaffen.

Das Problem kann nichts anderes als ein pekuniäres sein: McIntyre hat einen fürstlich dotierten Vertrag mit den Zugern, so dass noch kein neuer Arbeitgeber bereit war, diesen zu übernehmen. Und beim EV Zug ist man (noch) nicht gewillt, das letzte Vertragsjahr vollumfänglich auf das Konto des Kanadiers zu überweisen. Höchstens die Differenz zum Salär bei einem neuen Arbeitgeber.

Und jetzt? McIntyre ist das fünfte Rad am Wagen im EVZ und Sportchef Reto Kläy bestätigt, dass jeder Vertrag mit einem Ausländer so ausgestaltet ist, dass dieser auch in der EVZ Academy in der zweithöchsten Liga eingesetzt werden kann.

«Ich kann versichern, dass die Verpflichtung von Oscar Lindberg nichts mit Aberglauben und der EVZ-Geschichte zu tun hat.»

Aber wird das der Spieler auch tun wollen? «Wir brauchen nicht um den heissen Brei herumzureden: Im Endeffekt ist das eine Degradierung», hält Kläy fest.

Aber ein Ausländer in der Situation McIntyres wird wohl in den sauren Apfel beissen müssen: Erstens beginge er laut Kläys Sichtweise Vertragsbruch und zweitens ist Spielpraxis im Herbst einer Karriere kein schlechter Ratgeber, wenn diese noch ein paar Jahre dauern soll. Erst recht, wenn ein Akteur auf zweithöchster Ebene mit vielen Skorerpunkten auf sich aufmerksam machen kann.

Romantisch: Es geht um meisterlichen Aberglauben

Als der EV Zug 1998 zum ersten und bisher einzigen Mal Schweizer Meister wurde, hatte er einen im Team, der kurz vor Playoff-Beginn als Verstärkung geholt wurde. Sein Name: Lindberg. Vorname: Chris. Nationalität: Kanadier.

Hat Kläy also Oscar Lindberg in einem Anflug von Aberglauben geholt, um den Hockeygott im Hinblick auf nächste Saison gnädig zu stimmen?

Kläy lacht amüsiert und strahlt gleichzeitig, als er von dieser Theorie hört. Der frühere NLB-Verteidiger kramt sein Handy aus dem Hosensack hervor und stellt nach kurzer Suche fest, dass es der Chris Lindberg war, mit dem er 2001/02 vier Spiele für Olten bestritten hatte.

«Ich kann versichern, dass die Verpflichtung von Oscar Lindberg nichts mit Aberglauben und der EVZ-Geschichte zu tun hat», sagt er schmunzelnd.

Mit was sonst wird die Zukunft zeigen. Fortsetzung folgt.

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