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Verstaubtes Luxuskino-Projekt kommt in die Gänge
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Die Kitag hat den Kinomontag abgeschafft. Klammheimlich. Ob die Kinosäle künftig leer bleiben? (Bild: jl)

Luzerner Kino Capitol steht vor Erweiterung Verstaubtes Luxuskino-Projekt kommt in die Gänge

3 min Lesezeit 07.07.2016, 15:54 Uhr

Acht Jahre: So lange ist es her, dass das Kino Capitol am Luzerner Bundesplatz einen siebten Kinosaal einrichten wollte. Geschehen ist seither nichts. Nun hat die Baudirektion einen Entscheid gefällt – und im besten Fall soll das Capitol gleich ein Rundum-Facelifting erleben. Denn: Die Konkurrenz wird grösser.

Wer im Kino Capitol nicht nur Augen fürs Popcorn und das Programm hat, dem fällt sowohl innen als auch aussen auf: Obwohl nur sechs Säle betrieben werden, sind sieben angeschrieben. Schon länger ist ein zusätzlicher, luxuriöser Saal im Zwischenstockwerk geplant. Bereits 2008 wurde das Baugesuch eingereicht, sagt Philippe Täschler, Geschäftsführer der Kitag AG, die das Capitol (sowie die Kinos Maxx und Moderne) betreibt.

Das ist nun acht Jahre her. Zum Vergleich: Damals trainierte noch Ciri Sforza den FCL im Stadion Allmend; damals flimmerte Ein Quantum Trost über die Leinwände (seither hat es zwei weitere Bondfilme gegeben). Und damals plante die Kitag AG für den siebten Saal noch mit 35mm-Filmrollen – heute ist klar, dass das Kino digital sein muss.

18 neue Kinosäle in Emmen und Ebikon

Die Kinos der Innenstadt stehen unter Druck. Denn die Branchenriesen rüsten auf. Die Kitag AG, welche das Capitol und Moderne betreibt, will den Kinokomplex beim Seetalplatz in Emmen ausbauen: In drei bis vier Jahren sollen im Maxx zu den bestehenden acht Sälen sechs neue eröffnet werden.

Neuen Wind in die Kinolandschaft bringt zudem das geplante Multiplex-Kino in Ebikon. Nächstes Jahr sollen dort bei der Mall of Switzerland in zwölf Sälen die neusten Blockbusters laufen (zentralplus berichtete).  

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Entscheid ist da

Diesen Montag nun habe die städtische Baudirektion einen Entscheid gefällt, sagt Rudolf Zihlmann, stellvertretender Leiter Ressort Baugesuche bei der Stadt. Ob positiv, negativ oder mit Einschränkungen – dazu könne er noch nichts sagen.

Denn der Entscheid wurde noch nicht verschickt – die Betreiber wissen also noch nichts davon. Sobald sie den Entscheid erhalten, läuft zudem eine 20-tägige Frist, bevor er rechtskräftig ist. Dem Vernehmen nach sieht es gut aus für die Betreiber.

Keiner weiss, warum

Wie kann es sein, dass ein Baugesuch derart lang in einer Schublade verstaubt? Wieso es so lange dauert, das können weder Philippe Täschler von der Kitag AG noch die Stadt auf Anfrage erklären. Beim Ressort Baugesuche der Stadt ist die zuständige Person zurzeit nicht erreichbar. Deshalb könne er keine detaillierten Auskünfte geben, sagt Rudolf Zihlmann.

«Niemand muss jahrelang warten, wenn bei uns ein Mitarbeiter ausfällt.»

Rudolf Zihlmann, Stadt Luzern

Er bestätigt aber, dass eine Einsprache eingegangen war. Zuletzt habe aber «schon länger Funkstille geherrscht». Zihlmann weist zudem darauf hin, dass die Pläne für das Projekt von der Kitag revidiert worden seien.

 

 

Dass die Kitag nicht ganz unbeteiligt ist an der Verzögerung, räumt auch Täschler ein. Tatsächlich habe man das Projekt nicht immer mit letzter Vehemenz verfolgt. Er erwähnt aber zugleich, dass die Kitag von den Behörden immer wieder vertröstet worden sei, unter anderem, weil die zuständige Person dort krankgeschrieben war. Dass dies der Hauptgrund ist, weist Rudolf Zihlmann jedoch zurück. «Niemand muss jahrelang warten, wenn bei uns ein Mitarbeiter ausfällt. Das Dossier wird dann selbstverständlich einer anderen Mitarbeiterin oder einem anderen Mitarbeitenden übergeben.» 

Kleiner Saal, grosse Sessel

Trotz der langen Wartezeit sagt Philippe Täschler: «Ich bin zuversichtlich, dass der siebte Kinosaal auf gutem Weg ist.» Er rechnet damit, dass dieser nächstes Jahr eröffnet werden kann. Zum Projekt selber will Täschler noch nicht mehr sagen. «Das Wort ‹Luxuskino› ist nur ein Arbeitstitel.» Klar ist jedoch: Der neue Saal werde sich von den anderen unterschieden, er werde kleiner und biete mehr Komfort. Letzteres womöglich ähnlich wie beim kürzlich renovierten Seehof-Kino in Zug (zentralplus berichtete).

 «Das Wort ‹Luxuskino› ist nur ein Arbeitstitel.»

Philippe Täschler, Geschäftsführer Kitag AG

Ob das auch höhere Eintrittspreise zur Folge hat, lässt er noch offen.

Bequereme und grössere Sessel, ein luxuriöseres Ambiente: Das sind Dinge, mit denen sich kleinere Kinos abheben können – denn der Kampf der Kleinen gegen die Kinopaläste nimmt zu – gerade auch in der Zentralschweiz, wo die Branchenriesen neue Projekte lanciert haben (siehe Box unten).

Womöglich auch deshalb steht im Capitol das ganze Haus im Fokus: Laut Täschler werden im gleichen Atemzug auch die bestehenden sechs Säle renoviert und mit einer neuen Bestuhlung versehen. 

 

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