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Versinkt der FCL bei seinen Ex-Spielern in der Bedeutungslosigkeit?
  • Sport
Fabian Lustenberger bereitet sich in Berlin auf seine letzte Rückrunde in der Bundesliga vor.  (Bild: Facebook/ Hertha BSC)

Lustenbergers YB-Transfer wirft Fragen auf Versinkt der FCL bei seinen Ex-Spielern in der Bedeutungslosigkeit?

3 min Lesezeit 30.01.2019, 11:45 Uhr

Ein Wechsel von Bundesliga-Söldner Fabian Lustenberger (30) zu seinem Stammverein hätte bei seinem Stammklub FCL für Aufbruchstimmung gesorgt. Stattdessen spielt der Nebikoner ab Sommer mit einem Dreijahresvertrag bei Meister und Leader YB. Das stösst nicht wenigen FCL-Fans in Foren und sozialen Medien sauer auf.

Den Traum, dass Lustenberger nach seinen bald 12 Jahren bei der Hertha BSC dereinst wieder im Dress der Luzerner auflaufen wird, träumten sie beim FCL und seinen Fans seit Jahren. Seit Montagabend und dem Bekanntwerden von Lustenbergers beruflicher Zukunft bei den Young Boys und dessen Coach Gerardo Seoane ist er geplatzt.

Warum gelang es dem FCL nicht, seine Identifikationsfigur auf internationaler Bühne (3 Länderspiele mit der Schweizer A-Nationalmannschaft) zu einer Heimkehr auf die Allmend zu bewegen? Eine mündliche Nachfrage beim aktuell Fünften der Super League ergiesst sich in einer aus zwei Worten bestehenden Antwort: «Kein Kommentar.»

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Was Lustenberger im Umkehrschluss sagt

Aus Sicht von Lustenberger erscheint ein Wechsel zu YB plausibel. Wahrscheinlich in Ermangelung Bundesliga-Angeboten spielt er künftig bei einem Schweizer Verein, der im nationalen Geschäft führend und im internationalen Geschäft mit von der Partie ist. Vielleicht sogar wieder in der Champions League. Über seine Beweggründe für den Transfer lässt sich Lustenberger offiziell so zitieren: «Das Projekt mit jungen Spielern mit grossem Entwicklungspotenzial und Routiniers in der Mannschaft finde ich sehr spannend.» Im Umkehrschluss heisst das: Der FCL hat in seinen Augen kein solches Projekt.

Weiter sagt der als defensiver Mittelfeldspieler und Innenverteidiger einsetzbare Lustenberger: «YB hat sich in den letzten Jahren zu einem weit über die Schweiz hinaus anerkannten Klub entwickelt.» Im Umkehrschluss heisst das: Der FCL ist fussballerische Provinz.

Hertha will Lustenberger im Sommer gebührend verabschieden:

 

Was macht Pirmin Schwegler?

Doch was bedeutet die Absage Lustenbergers im Hinblick auf eine mögliche FCL-Heimkehr von Pirmin Schwegler? Der jüngere Bruder (31) von Christian (34), der beim FCL nach einem im nächsten Sommer zur Debatte stehenden Karrierenende in den Klub involviert werden wird, besitzt zwar beim abstiegsbedrohten Bundesliga-Vorletzten Hannover 96 noch einen Vertrag bis 2020. Im Falle einer Relegation wird der defensive Mittelfeldspieler auf dem deutschen Spielermarkt aber kaum eine höhere Attraktivität als Lustenberger haben. Eine Rückkehr in die Schweiz könnte also schnell zum Thema werden.

Darum hat zentralplus beim FCL nachgehakt und vier Fragen gestellt. Die wichtigste davon lautet: Besteht beim FCL die Befürchtung, dass der Klub von seinen Ex-Spielern als bedeutungslos wahrgenommen wird?

FCL befeuert gängiges Vorurteil

Die Antwort des Klubs lautet so: «…Wie besprochen werden wir keine Stellung zum Transfer von Fabian Lustenberger zum BSC Young Boys nehmen oder dabei getätigte Aussagen kommentieren. Ebenso beteiligen wir uns nicht an Spekulationen – und wie dies beim FC Luzern üblich ist, schon gar nicht zu Namen von Spielern. zentralplus kann allerdings sicher sein, dass der FC Luzern seinen Job in der Kaderplanung bestmöglich erfüllen wird.»

Selbstverständlich steht es dem FCL frei, ob er zu einem Thema Position beziehen will oder nicht. Mit seiner Haltung im Fall Lustenberger befeuert er aber indirekt das gängige Vorurteil, dem Spieler sei es bloss ums Geld gegangen. Dabei wird das Einkommen nach gut zehn Jahren in der 1. Bundesliga wohl nicht mehr den gleich hohen Stellenwert geniessen wie bei einem jungen Spieler, der am Anfang seiner Karriere steht. Da können Strategie und Perspektiven eines Stammklubs schnell eine gleichwertige Rolle spielen für einen in die Jahre gekommenen Rückkehrer.

Die berufliche Zukunft von Pirmin Schwegler nach der Bundesliga wird ein Indiz dafür sein, wie gut im sportlichen Bereich des FC Luzern tatsächlich gearbeitet wird.

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