Verschmutzter Dorfbach in Hünenberg: Der Schuldige ist gefunden
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Immer wieder musste die Feuerwehr Verschmutzungen des Hünenberger Dorfbachs beseitigen. (Bild: Archiv / Feuerwehr Hünenberg)

Bauführer leitete Dreckwasser ab Verschmutzter Dorfbach in Hünenberg: Der Schuldige ist gefunden

2 min Lesezeit 21.12.2020, 05:00 Uhr

Baustellenwasser hat im Oktober 2018 zu einer Verschmutzung des Hünenberger Dorfbaches geführt. Erst wenige Wochen zuvor hatte sich ein «Fettmonster» durch das Gewässer geschleimt. Nun sind die Hintergründe beider Vorfälle geklärt.  

Verschmutzungen des Dorfbachs in Hünenberg geben immer wieder zu reden. Besonders in Erinnerung geblieben sind die 2’000 Liter Rinderfett, die sich im Juli 2018 zu einem 3,3 Tonnen schweren Monsterklops verklumpten (zentralplus berichtete).

Der Vorfall blieb damals nicht ohne politisches Nachspiel: Das Grüne Forum Hünenberg reichte eine Interpellation ein, weil es in den Monaten davor mehrfach zu Gewässerverschmutzungen gekommen war. An der Einwohnerversammlung im Dezember 2019 wollten sie vom Gemeinderat den Grund dafür wissen.

Die Antwort fiel damals relativ nichtsagend aus. «Leider konnten bei einigen Fällen die Ursachen der Verunreinigungen trotz erheblichem Aufwand nicht ermittelt werden», hiess es darin. Die Tatsache, dass ein grosses Gewerbegebiet an besagtem Abwassersystem angehängt sei, verunmögliche eine Ermittlung, wenn die Abklärungen nicht zeitnah mit dem Ereignis stattfinden.

Recherchen zeigen: Es war der Bauführer

In einem weiteren Fall mit Fräsabwasser von einer Strassensanierung sei der Verursacher jedoch ermittelt und zur Anzeige gebracht worden. Nur: Was ist danach passiert?

Recherchen von zentralplus zeigen, dass der verantwortliche Bauführer inzwischen verurteilt worden ist. Die Staatsanwaltschaft Zug hat ihn einer fahrlässigen Widerhandlung gegen das Gewässerschutzgesetz schuldig gesprochen. Er wird mit einer bedingten Geldstrafe von 40 Tagessätzen zu 240 Franken bestraft.

Die 9’600 Franken werden im Wiederholungsfall fällig. Sofort bezahlen muss der Mann jedoch eine zusätzlich angeordnete Busse von 2’400 Franken.

Er kannte die Vorschriften genau

Damit wird er deutlich härter bestraft als der Geschäftsführer eines Landwirtschaftbetriebs, der nur wenige Monate zuvor den gleichen Bach mit Rinderfett verschmutzt hatte. Dies dürfte an den Tatumständen liegen.

Der Bauführer hatte nämlich im Oktober 2018 seinen Vorarbeiter explizit damit beauftragt, das durch Schneidearbeiten angefallene Kühlwasser einer Fugenscheidemaschine mitsamt dem ausgefrästen und schadstoffhaltigen Feinmaterial in die Kanalisation zu spülen. Durch die Kanäle gelangte das mit Teerbelag verschmutzte Baustellenwasser dann in den Hünenberger Dorfbach.

Der Mann gab gegenüber den Untersuchungsbehörden zu, dass er die Vorschriften eigentlich kannte. Er sei aber davon ausgegangen, dass die vor Ort vorhandenen Schlammsammler in den Schächten ausreichen würden, damit sich das verschmutzte Baustellenwasser absetzten kann – und damit nicht in den Bach geleitet wird. Ein Fehler, wie sich zeigte.

Aus Sicht der Staatsanwaltschaft hat der Mann seine Sorgfaltspflicht verletzt. Die Verunreinigung des Dorfbaches wäre nicht nur vorhersehbar, sondern auch problemlos vermeidbar gewesen.

Wie es zum «Fettmonster» im Hünenberger Dorfbach gekommen ist, wurde bereits im August geklärt. Die Hintergründe dazu findest du hier.

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