Angolanischer Staatsfonds droht mit Entzug Verliert die Zuger Firma «Quantum» ein 3-Milliarden-Mandat?

2 min Lesezeit 01.05.2018, 14:24 Uhr

Der angolanische Staatsfonds FSDEA droht der Firma Quantum Global mit Sitz im Kanton Zug, ein Verwaltungsmandat über drei Milliarden zu entziehen Der Grund: Quantums Vorgehensweise stimme nicht mit den Grundsätzen des Staatsfonds überein. Der Eigner der Firma hofft nun auf eine «einvernehmliche Lösung».

Man habe «grosse Bedenken» hinsichtlich der Vorgehensweise von Quantum Global bei der Anlage der Gelder des Staatsfonds. Quantums Vorgehensweise stimme nicht mit den Grundsätzen des Staatsfonds überein, schreibt der angolanische Staatsfonds FSDEA in einem kürzlich veröffentlichten Statement.

«Als Konsequenz aus den Untersuchungen durch international führende Consultants unternimmt FSDEA nun Schritte, um Quantum als Vermögensverwalter zu entfernen», wie die Handelszeitung erfahren hat.

Private-Equity-Beteiligungsfonds auf Mauritius

Das nun angekündigte Ende der Geschäftsbeziehungen bezieht sich auf jene drei Milliarden Dollar an Private-Equity-Beteiligungsfonds, die Eigner und Gründer Jean-Claude Bastos und seine Quantum Global auf der Insel Mauritius verwaltet haben.

Die «Handelszeitung» hatte bereits Anfang April darüber berichtet, dass der Staatsfonds FSDEA die Vermögensverwaltung mit der Zuger Tochter Quantum Global beendet hatte. Es ging damals um 1,7 Milliarden Dollar an klassischen Anlageportfolios.

Wechsel an der Spitze des Fonds

Der Kündigung der Milliardenmandate ging ein Führungswechsel beim angolanischen Staatsfonds voraus. Anfang Jahr wurde der Sohn des angolanischen Ex-Präsidenten Dos Santos – einer von Bastos‘ Jugendfreunden – an der Spitze des mit 5 Milliarden Dollar dotierten Staatsfonds abgelöst.

Der Rochade war eine Untersuchung einer internationalen Consultingfirma beim Staatsfonds vorausgegangen. Sie führte unter anderem zu Tage, dass es seinerzeit bei der Vergabe der Verwaltungsmandate an die Quantum Gruppe an Transparenz mangelte. Gleichzeitig fehle es an Risikostreuung, weil Quantum den Grossteil der FSDEA-Mandate auf sich vereinte, schreibt die «Handelszeitung».

Dutzende Bankkonten des angolanischen Staatsfonds wurden kürzlich in Mauritius wegen des Verdachts der Unterschlagung von Geldern während der Amtszeit seines früheren FSDEA-Präsidenten, Filomeno «Zenu» dos Santos, gesperrt. Konkret hat der maurizische Fondsregulator FSC auch alle von Quantum gemanagten Investmentvehikel des angolanischen Staatsfonds gesperrt. Die sieben Vehikel decken Bereiche wie Gesundheitswesen, Holzwirtschaft, Minen oder Hotellerie ab und haben einen Wert von rund 2,7 Milliarden Dollar.

Eigner hofft auf einvernehmliche Lösung

Quantum Global verurteilt die «Einschüchterungstaktik» ihres angolanischen Auftraggebers FSDEA in einem Statement. Die Gruppe wiederholte gleichzeitig ihre Forderung nach einem fairen Verfahren. Die Absicht des FSDEA, Quantum Global aus dem Management der in Mauritius ansässigen Private-Equity-Fonds zu entfernen, würde «langfristig vertragliche Vereinbarungen» verletzen.

Jede voreilige Entscheidung, die FSDEA-Mittel einzufrieren oder abzubauen, würde zu einem erheblichen Wertverlust des bestehenden Portfolios führen, da sich viele dieser Projekte in der frühen Entwicklungsphase befinden, schreibt das Unternehmen. Weiter hofft Quantum Global im Statement darauf, die Sache mit FSDEA auf «einvernehmliche Weise» zu lösen.

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