Verkehr & Mobilität
Eigenverantwortung reicht nicht

Zuger Stadtrat will nicht auf Bodenschwellen verzichten

Benny Elsener wollte weitere Schwellen in Zug verhindern. (Bild: mam/zvg)

Sie sollen den Verkehr beruhigen, doch vielen sind sie ein Dorn im Auge: Bodenschwellen. Der Zuger Stadtrat anerkennt die Nachteile von Schwellen – und hält trotzdem daran fest.

Wir alle kennen das Gefühl, über eine Bodenschwelle zu fahren und kräftig durchgerüttelt zu werden. Egal wie vorsichtig man darüber fährt, egal ob mit dem Velo oder dem Auto – bei manchen Schwellen ist ein ruppiger Rüttler unumgänglich.

Daran stört sich der Zuger Gemeinderat Benny Elsener (Mitte). Er fordert den Stadtrat darum mittels Postulat dazu auf, in Tempo 30-Zonen keine solchen Schwellen mehr zu verwenden. Schwellen hätten im sicheren Strassenverkehr nichts zu suchen, so Elsener (zentralplus berichtete).

Im Postulat führt er weiter aus, dass besonders gehbehinderte Personen im Rollstuhl, Patientinnen auf der Liege in der Ambulanz oder Handwerker mit einem Bus voller Kleinmaterial von den Schwellen negativ betroffen seien. «Auch mit noch so langsamer Fahrt über die Bodenwellen, für die Menschen ist es unangenehm und gefährlich und die mitgeführten, ordentlich deponierten Materialien liegen zerstreut und defekt in den Schubladen», argumentiert Elsener.

Stadtrat hält an Schwellen fest

Der Zuger Stadtrat anerkennt in seiner Antwort auf das Postulat das Problem. Doch an seiner bisherigen Praxis will er nichts ändern. Die Begründung: Man könne aus Sicherheitsgründen schlicht nicht darauf verzichten. So heisst es in der Stellungnahme des Stadtrats: «Wie die Erfahrungen zeigen, sind neben der Signalisation allerdings zusätzliche bauliche Massnahmen notwendig, um eine sicherheitsrelevante und ständige Verlangsamung zu erzielen. Bodenschwellen sind dafür das wirksamste und wirtschaftlichste Mittel.»

Sprich, nur auf Tempo 30-Schilder sowie die Eigenverantwortung der Verkehrsteilnehmerinnen zu setzen – wie von Elsener vorgeschlagen – reicht nicht, um den Verkehr zu verlangsamen.

Halbrunde Schwellen sollen es richten

Die Regierung räumt aber ein, dass manche Schwellen besser befahrbar sind als andere. Schwellen in Dreiecksform beispielsweise seien tatsächlich zu ruppig. Darum will die Regierung künftig auf halbrunde Schwellen setzen. Der charmante Fachbegriff dafür: «Kreissegmentförmige Vertikalversätze».

«Mit dem gleichmässig gerundeten Buckel sind diese Schwellen wirksam und reduzieren beim Überfahren dennoch Schläge», schreibt der Stadtrat in seiner Stellungnahme. Auch der Verein Tixi Zug, welcher Fahrdienste für Menschen mit Behinderung anbietet, bestätige diese Haltung. Dasselbe gelte für die Freiwillige Feuerwehr Zug, welche diese Schwellen für ihre Einsatzfahrten als akzeptabel beurteilt.

Darum sollen künftig nur noch solche halbrunden Schwellen verbaut werden. Die «geometrisch ungünstigen» Schwellen ersetzt die Stadt in den kommenden Jahren laufend.

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