Zuger Car-Sharing-Anbieter

Verärgerte Nutzer: Mobility stellt sich Kritik und teilt aus

Mit der App lassen sich die Mobility-Autos öffnen. (Bild: Mobility Genossenschaft)

Die App spinne, die Strafgebühren seien zu hoch: Nutzer beschweren sich über des Zuger Car-Sharing-Unternehmen Mobility. Dieses reagiert und sagt: Viele Nutzer würden schlecht mit den Autos umgehen.

«Mobility-Team, gebt euch wieder etwas Mühe!», steht dort. «Kunde zählt nicht, und es wird vergessen, wer den Lohn bringt!» darunter. «Kundendienst ist sehr arrogant», schreibt eine. Und «Absolute Katastrophe in puncto Kommunikation und Transparenz!» jemand anderes.

Was über den Car-Sharing-Anbieter Mobility mit Sitz in Rotkreuz online zu lesen ist, erstaunt. Denn die Genossenschaft mit ihren 76’000 Genossenschaftlern und roten Autos hat eigentlich einen guten Ruf. Mit einer Flotte von knapp 3000 Fahrzeugen und 1500 Standorten ist Mobility der grösste Car-Sharing-Anbieter der Schweiz.

Neue App sorgt für Verwirrung – Autos nicht mehr angezeigt

Ein Kritikpunkt, der im Netz häufiger auftaucht, ist Ärger mit der neuen App, die es seit vergangenem Herbst gibt. Autos würden nicht korrekt angezeigt, Abgabezeiten seien falsch deklariert. Auch zentralplus-Leserreporter haben in den vergangenen Monaten von Unstimmigkeiten berichtet.

Stefan Roschi, Mediensprecher von Mobility, sagt, intern seien keine technischen Probleme bekannt. Die Performance der App sei sehr gut. Stattdessen könne die neue Karte in der App für Verwirrung sorgen. «In der Kartenansicht werden Autos nicht mehr angezeigt, wenn sie in der gewünschten Zeit nicht verfügbar sind. Das sollte helfen, rascher ein passendes Fahrzeug zu finden.» Daran müssten sich Kunden eventuell aber erst gewöhnen.

Diese Strafgebühren gibt es bei Mobility

Ein weiterer Kritikpunkt im Netz: zu hohe Gebühren, wenn man ein Auto verspätet abgibt oder unsauber hinterlässt. Folgende «Fairplay-Gebühren» gelten bei Mobility gemäss eigener Website:

Rückgabe mit weniger als einem Drittel Tankfüllung: 30 Franken. Nicht korrektes Einstecken des Ladekabels bei E-Autos: 50 Franken. Tank- oder Parkhauskarte kaputt gemacht: 100 Franken. Für eine verspätete Rückgabe zwischen 6 und 30 Minuten zahlen Fahrer 50, danach für jede weitere halbe Stunde 30 Franken.

Sind diese Strafen zu hoch? Nein, findet Stefan Roschi. «Leider mussten wir in den vergangenen Jahren feststellen, dass die Zahl der Nutzenden, die wenig Sorge zu den Fahrzeugen tragen oder sich falsch verhalten, zugenommen hat.» Carsharing funktioniere nur, wenn sich alle an die Regeln halten würden.

Konkrete Zahlen zu Fehlverhalten kann der Mediensprecher nicht nennen. Ein Grund für den unerfreulichen Trend könnte aber sein, dass man sich heutzutage weniger um fremde Dinge kümmere als früher, spekuliert Roschi. Oder aber die steigende Zahl der Nutzer: 277’000 Nutzerinnen zählte die Genossenschaft Ende 2023.

Das unternimmt Mobility gegen Schäden und Verschmutzungen

Gegen Verschmutzer und Randalierer hat die Genossenschaft daher Massnahmen ergriffen. Der Selbsterhalt ist nun höher. Und Fahrzeuge der Kategorie Emotion, zum Beispiel ein Audi A5, können nur über 25-Jährige mieten. Schnellere sportliche Autos Jungfahrern zu verbieten, ist auch bei anderen Autovermietungen üblich.

Dazu gibt es seit Anfang 2023 Sensorboxen in 750 Fahrzeugen. Sie messen Erschütterungen und helfen, einen Schaden am Auto der Verursacherin zuzurechnen. Damit sollen die 3500 jährlichen Schadenfälle bei Mobility-Autos besser nachweisbar sein. Ebenfalls informiere Mobility seine Kunden, Decken zu verwenden, wenn Hunde mitfahren, schreibt der Sprecher. Denn Hundehaare seien einer der häufigsten Reklamationsgründe.

Verwendete Quellen
  • Schriftlicher Austausch mit Stefan Roschi, Mediensprecher von Mobility
  • Einsicht der Onlinebewertungen
  • Fahrzeugtypen von Mobility
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