Luzerner Taxifahrer sind froh und doch nicht

Uber auf dem Prüfstand, Probleme reichen aber noch weiter

Taxifahrer klagen über die Konkurenz von Uber. Der Schuh drück aber noch an anderen Stellen. (Bild: mas)

Der Kanton Luzern prüft neue Regulierungen für Uber. Taxiunternehmen sind erleichtert. Allerdings ist Uber nur eines von mehreren Problemen, die den Fahrdiensten das Leben weiterhin schwer machen.

«Wir sind definitiv froh», sagt Sejfudin Causevic, Präsident der Luzerner Taxikommission und selbst Chauffeur. Am Dienstag gab der Kanton Luzern bekannt, dass er neue Regeln für Uber prüfen wolle (zentralplus berichtete). Seit vier Jahren bietet Uber seine Fahrdienste in Luzern an und hatte bisher dabei freie Fahrt – Regulierungen gab es kaum. Auf Druck der Politik und der Taxikommission soll sich das nun ändern, zur Zufriedenheit der Taxifahrer.

Wie Causevic sagt, seien die Uberfahrer die vergangenen Jahre zunehmend zum Problem geworden. «Anfangs nahmen wir Uber kaum wahr, dann wurde es immer schlimmer.» Besonders problematisch sei, dass oft Uberfahrer aus den Kantonen Bern und Solothurn nach Luzern kämen. Dort gelten strengere Regeln als in Luzern.

Tote Hose und schwarze Schafe

Zufrieden ist auch Daniel Krummenacher, Inhaber von Mc Taxi. Uber sei eine problematische Konkurrenz, sagt er. Vor einigen Jahren hatte er noch zwölf Taxis im Einsatz. Heute ist es nur noch eines. Er habe auf weitere Geschäftsfelder, wie etwa die Spedition oder Kurierdienste umschwenken müssen. Daran sei allerdings nicht nur Uber alleine schuld, es gebe viele Faktoren. Etwa das veränderte Ausgehverhalten junger Leute und das Clubsterben in der Stadt. «Früher gingen die Leute in den Ausgang, es gab Partys und Clubs und heute ist alles tot. Das merken wir Taxifahrer, die oft am Abend und an den Wochenenden fahren, stark», so Krummenacher.

«Diese schwarzen Schafe machen uns unnötig das Leben schwer und sollten ebenfalls mehr kontrolliert werden.»

Daniel Krummenacher, Inhaber Mc Taxi

Was Krummenacher – der vor einigen Jahren das neue Luzerner Taxireglement mitinitiiert hatte (zentralplus berichtete) – ebenso stört, sind, wie er sie nennt, Wochenendfahrer. Gemeint sind Chauffeure, die im Nebenerwerb und teils ohne Bewilligung Fahrdienste anbieten. Wie Krummenacher erzählt, gäbe es einige solcher Fahrer, die «schwarz» arbeiten und die Taxiunternehmen zusätzlich konkurrenzieren. «Diese schwarzen Schafe machen uns unnötig das Leben schwer und sollten ebenfalls mehr kontrolliert werden.»

«Taxibewilligung für Uber möglich»

Dass nun immerhin das Problem «Uber» angegangen wird, begrüsst er. Wie genau die Lösung aussehen könnte, das sei noch offen, sagt Taxikommissionspräsident Sejfudin Causevic. Ideen hätte er. Möglich wäre etwa eine Lösung wie in Genf, wo Uberfahrer einen Taxiführerausweis besitzen und eine Prüfung bestehen müssen, aber nicht die gleichen Privilegien wie Taxifahrer geniessen (etwa das Fahren auf einigen Busspuren). Möglich wäre auch der Ansatz des Kantons Bern. Dort bedarf es einer Taxihalterbewilligung oder einer zusätzlichen Einverständniserklärung des Taxihalters, um über Uber Fahrdienste anzubieten. «Zunächst müssen wir aber abwarten, zu welchem Schluss der Kanton kommt», so Causevic.

Verwendete Quellen
  • Telefonat mit Sejfudin Causevic, Präsident der Luzerner Taxikommission
  • Telefonat mit Daniel Krummenacher, Inhaber von Mc Taxi
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2 Kommentare
  • Profilfoto von Armando
    Armando, 14.01.2024, 09:30 Uhr

    Die Taxi-Lobby sieht ihre fetten Margen durch Uber bedroht. In der Schweiz sind die Taxipreise exorbitant hoch, viel zu hoch.

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    • Profilfoto von Roman
      Roman, 18.01.2024, 07:27 Uhr

      Da gebe ich Ihnen teils recht. Jedoch vergessen Sie bitte nicht dass der Staat sowie auch die Versicherungen ordentlich von diesem Gewerbe profitieren so kostet ein Minivan schnell mal 6000 CHF im Jahr Vollkasko plus Steuern und MFK pro Jahr. Nicht zu vergessen die Reparaturen und Treibstoff. Ständige Bereitschaft ist Ich nicht billig.

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