Für Zehntausende Franken

Statt Parkplätze gibt es am Bundesplatz nun Stauden und Kies

Die Pflanzensäcke wurden durch eine «Begrünung» ersetzt – über die Schönheit der permanenten Lösung lässt sich diskutieren. (Bild: asc)

Die Parkplätze wie auch die Pflanzensäcke am Luzerner Bundesplatz sind Geschichte. Die Bauarbeiten zur permanenten Nachfolgelösung sind mittlerweile abgeschlossen. Doch sie überzeugen nicht alle.

Die Klimastrategie der Stadt Luzern sieht vor, in den nächsten knapp 20 Jahren rund 3600 Parkfelder aufzuheben. Seit geraumer Zeit werden deshalb auf Stadtgebiet fleissig öffentliche Parkplätze aufgehoben – so auch vergangenes Jahr am Bundesplatz. Eine begrünte Fläche sollte entstehen, doch wurde diese verzögert (zentralplus berichtete). Seither prägten überdimensionale Pflanzensäcke den Platz vor dem Kino Capitol als Provisorium. Diese lösten hie und da fragende Blicke aus.

«Grüne Fläche statt trostlose Säcke», schrieb zentralplus im März dieses Jahres vor dem Baubeginn der permanenten begrünten Fläche. Mittlerweile seien die Pflanzensäcke weg und die Bauarbeiten abgeschlossen, bestätigt die Stadt gegenüber zentralplus. Doch unglaublich grün kommen die ehemaligen Parkplätze momentan noch nicht daher, wie ein Augenschein vor Ort zeigt. Bei einigen zentralplus-Lesern kommt die Lösung der Stadt nicht wirklich gut an. Der Platz sei hässlich, und man hätte besser die Parkplätze beibehalten, heisst es etwa.

zentralplus konfrontierte die Stadt mit dieser Kritik. Dario Buddeke vom Tiefbauamt der Stadt Luzern verweist auf die Natur solcher Begrünungen wie jener am Bundesplatz: «Wie immer bei einem Trockenrasen oder Ruderalstandort braucht es eine gewisse Zeit, bis die Begrünung ihre volle Schönheit entfalten kann.»

Begrünung beim Freigleis als Vorbild

Weiter verweist Buddeke auf andere Begrünungen in der Stadt, die ähnliche erste Reaktionen hervorgerufen hätten wie jene beim Bundesplatz: «Bestes Beispiel war das Freigleis, welches inzwischen dicht von Stauden und Wildblumen bewachsen ist. Am Anfang waren neben dem Fuss- und Veloweg zwei relativ graue, wenig begrünte Gesteinsbankette anzutreffen.»

Eine zentralplus-Leserin verwies darauf, dass andernorts in der Schweiz Steingärten verboten würden. In Luzern baue man nun einen neuen Kiesplatz – für sie ergebe das wenig Sinn. Buddeke bezieht Stellung: «Die Fläche wurde gemäss der Tiefbauamt-Norm für begrünte Verkehrsmittelinseln erstellt. Die Begrünung entspricht der Klimaanpassungsstrategie der Stadt Luzern und ist nicht mit einem Steingarten gleichzusetzen.»

Alle freie Parkmöglichkeiten auf einen Blick

Neben dem Staumelder findest du bei unserem Verkehrsservice auch alle Parkplätze in Luzern und Zug. Auch hier werden die Daten in Echtzeit abgerufen, sodass sich die Parkplatzsuche auf ein Minimum beschränkt.

Auf der Übersichtskarte erkennst du sofort, wie viele Parkplätze wo noch frei sind. Grüne Icons stehen für ausreichend freie Parkmöglichkeiten, gelbe für ein knappes Angebot und rote Icons für voll belegte Parkplätze, dazu steht jeweils die genaue Anzahl verfügbarer Parkmöglichkeiten. Ein Klick auf das Icon bringt dich zu allen wichtigen Details über das Parkhaus und dessen Preise.

Die Bevölkerung sollte also, wenn Buddekes Vorhersagen eintreffen, bald etwas Farbenpracht für ihr Steuergeld bekommen. Das Projekt kostete den Steuerzahler gemäss der Stadt rund 85’000 Franken. Ursprünglich war sie von rund 100’000 Franken ausgegangen.

Verwendete Quellen
  • Augenschein vor Ort
  • Schriftlicher Austausch mit der Stadt Luzern
  • Medienarchiv zentralplus
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