Verkehr & Mobilität
Antrag des Kinderparlaments

Stadt Luzern will ÖV-Preise für Jugendliche halbieren

Kinder und Jugendliche dürfen sich vorerst über deutlich tiefere ÖV-Preise freuen. (Bild: Verkehrsbetriebe Luzern)

Es ist kein 9-Euro-Ticket, aber ähnlich günstig: Der Luzerner Stadtrat schlägt vor, ÖV-Tickets für Kinder und Jugendliche deutlich zu vergünstigen. Das ist vor allem für das Kinderparlament ein grosser Erfolg.

Viele Kinder in Luzern geniessen den Luxus, in unmittelbarer Nähe zu ihrem Schulhaus zu wohnen. Der tägliche Weg zur Schule und zurück nach Hause können sie problemlos zu Fuss absolvieren.

Es gibt aber auch jene Kinder, die weit oben an einem der vielen Luzerner Hügel wohnen. Oder auf dem Weg zur Schule eine viel befahrene Hauptstrasse überqueren müssen. Oder fürs Training oder den Musikunterricht quer durch die halbe Stadt müssen. Der Weg zu Fuss wird plötzlich zur Herausforderung – oder gar zu Gefahr.

Die sogenannten Elterntaxis sind die logische Folge. Eltern fahren ihre Kinder lieber mit dem Auto zur Schule oder ins Training, als sie alleine auf die Reise zu schicken. Dabei gäbe es in der Stadt sehr wohl eine sichere Alternative zum Weg zu Fuss oder mit dem Auto – nämlich mit dem Bus. Und genau hier will der Luzerner Stadtrat ansetzen.

Stadt Luzern setzt auf Gutscheine

Er schlägt vor, ÖV-Gutscheine im Wert von 300 Franken an Kinder und Jugendliche im Alter von sechs bis 16 Jahren zu verteilen. Der Betrag entspricht rund der Hälfte des Preises für ein Jahresabonnement in der Zone 10. Alle Kinder, die in der Stadt Luzern zur Schule gehen, können von diesem Gutschein profitieren. Ursprung der Massnahme war ein Vorstoss aus dem Kinderparlament, den der Grosse Stadtrat im Frühling 2021 als Postulat überwiesen hat (zentralplus berichtete).

Der Stadtrat rechnet damit, dass rund 75 Prozent der Luzerner Jugendlichen das Angebot nutzen werden. Für das Angebot berechtigt sind Stand 2023 rund 7400 Schülerinnen in der Stadt Luzern.

Pilotprojekt kostet fünf Millionen Franken

Somit belaufen sich die jährlichen Kosten für die Gutscheine auf knapp 1,7 Millionen Franken. Ob die Vergünstigung zur Selbständigkeit der Kinder beiträgt und die Zahl der Elterntaxis reduziert, will der Stadtrat innerhalb einer dreijährigen Pilotphase herausfinden. Die Gutscheine sind daher vorerst auf drei Jahre beschränkt. Der Stadtrat beantragt beim Parlament einen entsprechenden Kredit in der Höhe von rund 5 Millionen Franken.

Hat die Massnahme Erfolg, ist eine langfristige Preissreduktion wahrscheinlich. Dafür bedarf es allerdings einer Gesetzesänderung. Für die dreijährige Pilotphase reicht die Zustimmung des Parlaments. Stimmt dieses dem Vorschlag des Stadtrats zu, startet die Pilotphase voraussichtlich zu Beginn des Schuljahres 23/24.

Verwendete Quellen
Deine Ideefür das Community-Voting

Die Redaktion sichtet die Ideen regelmässig und erstellt daraus monatliche Votings. Mehr zu unseren Regeln, wenn du dich an unseren Redaktionstisch setzt.

Deine Meinung ist gefragt
Deine E-Mailadresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert. Bitte beachte unsere Netiquette.