April, April

Seilbahn ins Ägerital: Kanton Zug erlaubt sich Aprilscherz

Die Zuger Sicherheitsdirektorin Laura Dittli kommunizierte am Freitag die Bewilligung einer Seilbahn von Zug ins Ägerital. Das war ein Aprilscherz. (Bild: Andreas Busslinger/zvg)

Er habe eine Seilbahn von Zug ins Ägerital bewilligt, schreibt der Kanton am Freitagnachmittag an die Medien. Schnell stellt sich heraus: Es handelt sich um einen Aprilscherz.

Als Oberägerin wisse sie, wovon sie spreche: Tagtäglich sei Laura Dittli, Sicherheitsdirektorin des Kantons Zug, mit dem «Verkehrsaufkommen zwischen Zug und ihrem Wohnort» konfrontiert. Offenbar ist das Dittli zu mühsam, liess sie sich am Freitagnachmittag doch in einer Medienmitteilung zitieren, in welcher der Kanton Zug mitteilt: Er habe eine Seilbahn von Zug ins Ägerital bewilligt.

Auszug aus der Medienmitteilung vom Freitagnachmittag.

«Eine Seilbahn kann innert kurzer Zeit geplant und erbaut werden und dies im Vergleich mit anderen Verkehrsmitteln erst noch kosteneffizient. Ausserdem bringt sie grosse Leistung auf nur kleinem Platz», sagt Dittli in der Mitteilung. Wo sich die Talstation und die Bergstation einst befinden werden, sei Gegenstand einer Bau- und Verkehrsanalyse im Kanton Zug. «Demnächst wird im Kantonsrat ein Objektkredit für das Vorhaben beantragt», schreibt der Kanton.

Hat die öffentliche Hand nichts Besseres zu tun?

Was hat es mit der Ankündigung des Projekts auf sich, das angeblich auf eine ETH-Studie zurückgeht und sich an der Stadtseilbahn der bolivianischen Grossstadt La Paz orientiert? Schnell zeigt eine Anfrage bei der kantonalen Verwaltung, was die Mediensperrfrist vom 1. April erahnen lässt: Die Seilbahn wird es nicht geben. Die Zuger Verwaltung hat sich aufs Wochenende hin einen Aprilscherz erlaubt. Auf Kosten des Steuerzahlers.

Hat die öffentliche Hand tatsächlich nichts Besseres zu tun als zu versuchen, Medien und die Bevölkerung humorvoll hinters Licht zu führen? Man sehe kein Problem, heisst es auf telefonische Nachfrage bei einer Pressesprecherin, die den Scherz offensichtlich äusserst gelungen findet.

Stellt sich die Frage, wie gut die Aktion ankommt – auch verwaltungsintern: Am Ende der Mitteilung steht zwar Regierungsrätin Laura Dittli als Medienkontakt. Die angegebene Telefonnummer führt allerdings nicht zu ihr, sondern zum kantonalen Amt für Migration. Dort reagiert man überrascht über die Ankündigung – und über die Tatsache, dass man plötzlich Auskunft über eine Seilbahn ins Ägerital geben soll.

Was will man da noch sagen, ausser: April, April.

Verwendete Quellen
  • Medienmitteilung des Kantons Zug
  • Telefonische Nachfrage bei der Verwaltung

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