Mehrverkehr in Zug?

Regierung: Weisen «Unterstellung eines Skandals» zurück

Morgens und abends stockt der Verkehr im Zuger Stadtzentrum oft – ein Tunnel soll das ändern. (Bild: Andreas Busslinger)

Neue Daten zeigen, dass der Verkehr im Zuger Zentrum abnimmt. Der Regierungsrat bestätigt das und erklärt, warum ein Entlastungstunnel trotzdem wichtig ist.

Nach nur sechs Tagen hat die Zuger Regierung auf Fragen geantwortet bezüglich des «Verkehrsdaten-Skandals», den die SP ausgerufen hat. Darin weist die Regierung die Unterstellung der Fraktion zurück, Verkehrsdaten verschwiegen zu haben, die für die Abstimmung zum Umfahrungstunnel am 3. März wichtig sind.

Hintergrund der Anfrage der SP-Fraktion sind Daten zum Verkehr in der Zuger Innenstadt, die über Jahre eine abnehmende Tendenz zeigen. Das widerspräche dem Narrativ der Kantonsregierung, die sich für einen Tunnel einsetzt, um das Zentrum vom Verkehr zu entlasten, urteilte die «Zuger Zeitung». Sie hat die kantonalen Daten veröffentlicht (zentralplus berichtete).

Weniger Verkehr im Zentrum, mehr auf Einfallachsen

Die Regierung schreibt nun, die abnehmende Verkehrsmenge in der Zuger Innenstadt sei offen kommuniziert worden zum Beispiel als Effekt der Nordstrasse und der Tangente Zug/Baar (zentralplus berichtete). Auf den «Haupteinfallachsen» (Nordstrasse, Chamerstrasse, Artherstrasse) habe der Verkehr aber zugenommen.

Im Jahr 2017 seien auf den Achsen täglich 31’791 Fahrzeuge unterwegs gewesen, im Jahr 2023 waren es 32’270 Fahrzeuge. Seit dem Jahr 2016 habe die Regierung die Abnahme des Verkehrs im Zentrum und die Zunahme auf den Einfallachsen in den Medien offen vertreten. Wichtiger jedoch scheint der Regierung der Augenschein vor Ort.

Augenschein und Statistik zeigen Notwendigkeit

«Die Verkehrsbelastung im Zentrum der Stadt Zug ist – trotz der reduzierten Verkehrsmengen nach wie vor sehr hoch. Die Verkehrskapazität stösst bereits heute an Grenzen. Dies kann tagtäglich vor Ort festgestellt werden.» Der Umfahrungstunnel, für den sich der Kanton einsetzt, sei Ergebnis dieser Tatsache.

Der Stadttunnel führt in einem grossen Bogen von der Artherstrasse im Süden zur Gubelstrasse im Norden. (Bild: Kanton Zug)

Ebenfalls für den Tunnel sprächen die Prognosen des kantonalen Gesamtverkehrsmodells. Dieses prognostiziert mit einer Reihe von kantonalen Daten und nationalen Verkehrsmodellen die Verkehrsströme für das Jahr 2040. Es komme zum Schluss: Ohne Umfahrungen wird der Verkehr in den Zentren von Unterägeri und Zug bis ins Jahr 2040 zunehmen.

Verwendete Quellen
  • Antwort des Regierungsrats auf eine kleine Anfrage der SP-Fraktion
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4 Kommentare
  • Profilfoto von Jean-Luc Wilhelm
    Jean-Luc Wilhelm, 13.02.2024, 22:14 Uhr

    Der Zuger Stadttunnel würde unter offiziell ausgewiesenem Erdsondengebiet gebaut und zahlreiche, in seine Baulinie gebohrte Erdsonden einfach wegrasieren und zerstören. (Vgl. zugmap.ch, bei der Suchfunktion «Erdwärme» eingeben, dann die Erdsonden-Karte mit dem Tunnelplan vergleichen.) Die Erdsonden sind auf keinem Radar!
    NEIN zu diesem Tunnel!
    NEIN zur Zerstörung von (bewilligter!) gebauter Infrastruktur!
    NEIN zu mind. 10 Jahren Grossbaustellen!
    NEIN zur Verschleuderung von CHF 750'000'000 Steuergeldern!

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  • Profilfoto von Esther Ambuehl
    Esther Ambuehl, 12.02.2024, 23:36 Uhr

    Wieso wurde dann an den vielen ‚neutralen’ Veranstaltungen nie darauf hingewiesen, dass die effektiv gezählten Autos/Lastwagen abnehmend sind? Das Kant. Verkehrsmodell ist sehr fragwürdig, da die wichtigsten Faktoren abnehmen (Messungen zeigen abnehme Tendenz, CH-Entwicklung zeigt weniger Autos) oder bleiben gleich (bauliche Entwicklung). Nur rund 20% würden den Tunnel freiwillig nutzen, der Rest muss gezwungen werden. Im Gegenzug erhalten wir etwas weniger Verkehr in der Neugasse und in der Vorstadt – aber weit weg von verkehrsfrei. Für mich definitiv keinr ausgewogene, gute Lösung!

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  • Profilfoto von Tinu Mase
    Tinu Mase, 12.02.2024, 22:32 Uhr

    Und die anliegenden Quartiere wie das Herti werden mit dem total undurchdachten Tunnel im Mehrverkehr ersticken. Zu einem Nein gibt es keime Alternative. Die Politiker wollen sich doch einfach ein Denkmal auf unsere Kosten setzen.

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  • Profilfoto von A la bonne heure
    A la bonne heure, 12.02.2024, 22:01 Uhr

    Welcher Kommunikationsprofi hat hier mitkassiert? Falls es Sacha Wigdorovits war, bitte fragt im Namen des Öffentlichkeitsprinzips nach der Rechnung!

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