Verkehr & Mobilität
Wasserstoff ist CO2-neutral

Produktion von grünem Treibstoff boomt in Zentralschweiz

An der Agrola-Tankstelle in Rothenburg gibt es seit rund einem Jahr eine Wasserstoff-Tanksäule. (Bild: zvg)

Das Potential von Wasserstoff als Treibstoff für Autos wurde bisher kaum ausgeschöpft. In Zug und Luzern ändert sich das jetzt.

Bis 2050 will die Schweiz klimaneutral sein. Auch der Kanton Luzern verfolgt dieses Ziel, die Stadt ist sogar noch ambitionierter und will bereits 2040 keine CO₂-Emissionen mehr ausstossen. Entscheidendes Nadelöhr auf dem Weg zu diesem Ziel ist die Mobilität. Sie verursacht rund ein Drittel der Emissionen in der Schweiz.

Doch die Umstellung der Mobilität harzt. Die E-Mobilität wächst zwar schnell, doch ihr Anteil an der Gesamtmobilität ist noch immer verschwindend klein (zentralplus berichtete). Auch die Förderung des ÖV kommt nicht voran, insbesondere in der Agglomeration (zentralplus berichtete). Nur mit dem Velo, dem ÖV und der Elektromobilität wird die Energiewende nicht gelingen. Es braucht zwingend alternative Treibstoffe im Verkehr, die nicht wie Benzin oder Diesel so viel CO₂ ausstossen.

Wasserstoff boomt in der Zentralschweiz

Wasserstoff ist so eine Alternative. Doch auf Schweizer Strassen fahren praktisch keine Autos herum, die mit Wasserstoff angetrieben werden. Das zeigt sich auch an der Zahl der Tankstellen. An lediglich elf Tanksäulen in der Schweiz kann Wasserstoff getankt werden. Zwei davon stehen im Kanton Luzern, in Geuensee und in Rothenburg.

Nun kommt aber Bewegung in die Sache. In der Zentralschweiz laufen gleich mehrere Projekte, die Wasserstoff als Treibstoff fördern.

Angefangen in Zug. Am Tech Cluster Zug gibt es einen neuen Verein, der sich die Produktion von Wasserstoff auf die Fahne geschrieben hat. Das berichtet die «Luzerner Zeitung». Mit dabei sind der Tech Cluster Zug, Metall Zug, V-Zug, WWZ sowie die Materialprüfungs- und Forschungsanstalt Empa. Sie forschen am Problem, dass Wasserstoff zwar klimaneutral ist, nicht aber dessen Produktion. Denn dafür benötigt es ebenfalls Energie. Ist diese nicht erneuerbar, ist die Klimabilanz von Wasserstoff nicht mehr ganz so rosig.

Mittels Pyrolyse will der Verein am Tech Cluster diesem Problem entgegenwirken. Dabei wird Erdgas aufgespalten in Wasserstoff und Kohle. Der Wasserstoff wird zu Treibstoff, die Kohle kommt in den Boden, wo sie langfristig gebunden wird. Zehn Zuger Unternehmen seien nun bereit, sich finanziell am Projekt zu beteiligen.

Projekte in Luzern, Zug und Schwyz

Auch im Kanton Luzern läuft einiges hinsichtlich Wasserstoff. Die Auto AG Rothenburg baut derzeit an einer eigenen Wasserstoff-Produktion. Diese soll vorerst den Eigenbedarf ihrer Werkfahrzeuge decken. Mehrere Verkehrsunternehmen in Luzern testen dieser Tage einen neuen Wasserstoff-Bus auf verschiedenen Linien (zentralplus berichtete).

In Freienbach im Kanton Schwyz und ebenso in Uri entstehen neue Produktionsanlagen von Wasserstoff. Nicht zuletzt teilt auch die CKW mit, derzeit verschiedene Projekte in diesem Bereich zu prüfen. Noch sei aber nichts spruchreif, wie die «Luzerner Zeitung» schreibt.

Verwendete Quellen
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