Verkehr & Mobilität
Beitrag zum Klimaziel

Luzerner ÖV-Unternehmen testen neuen Wasserstoff-Bus

Dieser Wasserstoff-Bus kurvt seit Montagmorgen durch die Strassen Luzerns. (Bild: zvg)

Drei Luzerner ÖV-Unternehmen testen seit Montagmorgen gemeinsam einen Wasserstoff-Bus. Der Testbus kommt auf verschiedenen Linien zum Einsatz.

Gut möglich, dass sich dir in den nächsten Wochen ein ungewöhnlicher Anblick in den Strassen von Luzern bietet. Denn seit heute Morgen bis Anfang Mai fährt ein neuer Bus durch die Stadt. Es ist allerdings kein gewöhnlicher Bus – sondern einer, der mit Wasserstoff angetrieben wird. In der Schweiz ist es der erste Bus dieser Art überhaupt, der im ÖV-Netz unterwegs ist.

Getestet wird das neue Fahrzeug von der VBL, Postauto sowie der Auto AG Rothenburg, welche verschiedene Linien Richtung Emmenbrücke, Littau und Rothenburg fährt. Der neue Bus kommt nun auf unterschiedlichen Linien der drei Bus-Unternehmen zum Einsatz. Dabei testen die Unternehmen den Bus auf verschiedenen Streckenlängen und Höhenprofilen. Dadurch erhoffen sie sich besser abgestützte Aussagen, für welche Einsätze der für den ÖV neuartige Antrieb in der Praxis tauglich ist.

Bessere Reichweite als E-Busse

Auch Wasserstoff-Busse fahren wie Elektro-Busse mit einer Batterie. Diese ist im Vergleich zu den E-Bussen jedoch kleiner, da die Antriebsenergie während des Fahrens über den getankten Wasserstoff fortlaufend neu erzeugt wird. Im Gegensatz zu den Elektro-Bussen ist die Reichweite von Wasserstoff-Bussen höher. Weil für die Produktion von Wasserstoff aber ebenfalls Strom notwendig ist, ist die allgemeine Energieeffizienz dieses Antriebs tiefer als bei der konventionellen, aufladbaren E-Batterie.

Seit rund einem Jahr gibt es bei der Agrola-Tankstelle in Rothenburg eine Wasserstoff-Tanksäule. Dort wird der neue Bus während der nächsten Wochen aufgetankt. Die Auto AG Rothenburg hat am Montag zudem verkündet, eine eigene Wasserstoff-Tankstation zu bauen, mit selbstständig produziertem Wasserstoff. Die Kapazität dieser Anlage reicht aber nur für den Eigengebrauch der Werksfahrzeuge, nicht aber, um den Test-Bus zu tanken.

An der Agrola-Tankstelle in Rothenburg gibt es seit rund einem Jahr eine Wasserstoff-Tanksäule. (Bild: zvg)

Neue E-Busse für Luzern

Langfristiges Ziel der Bus-Unternehmen ist es, kein CO₂ mehr auszustossen. Dies im Hinblick auf die Energiestrategie 2050. Zu diesem Zweck will der Luzerner Verkehrsverbund (VVL) die Diesel-Busse Stück für Stück durch elektrische Modelle ersetzen. Seit Fahrplanwechsel im vergangenen Dezember ist die Linie 10 in Luzern rein elektrisch betrieben. Bis Ende dieses Jahres sollen auch auf den Linien 60, 64, 70 und 89 nur noch elektrische Busse herumkurven. Ob bald auch Wasserstoff-Busse fix ins Rollmaterial der Bus-Unternehmen integriert wird, zeigt sich in den nächsten Wochen.

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