Grimseltunnel

Fährt man im Zug bald von Luzern direkt nach Zermatt?

Von der Kapellbrücke zum Matterhorn ohne Umsteigen? Der Grimseltunnel könnte es möglich machen. (Bild: Andreas Busslinger)

Die Initianten der Grimselbahn habe diese Woche im Ständerat einen Achtungserfolg erzielt. Fahren bald direkte Züge zwischen Luzern und Zermatt?

Träumen soll man dürfen. Das denkt sich wohl auch der Walliser Ständerat Beat Rieder (Mitte). Er ist der Antreiber der Grimselbahn, eine Zugstrecke, die das Berner Haslital durch einen Tunnel unterhalb des Grimselpasses mit dem Oberwallis verbinden soll.

Für Zugverbindungen würden sich in der Schweiz ganz neue Möglichkeiten ergeben. Die Tourismus-Hotspots Luzern und Zermatt liessen sich beispielsweise mit einem Direktzug verbinden. Daraus ergäben sich ganz neue Möglichkeiten für den Tourismus in der Schweiz.

Grimseltunnel ist eine Gefahr für den Durchgangsbahnhof

Allerdings ist diese Vorstellung eben nur ein Traum. Einerseits nur schon darum, weil die Zentral- und die Matterhorn-Gotthard-Bahn unterschiedliche Schienen verwenden. Und auch der politische Weg der Grimselbahn ist noch lang und steinig. Immerhin ist Beat Rieder diese Woche aber ein Achtungserfolg gelungen.

Rieders Idee basiert darauf, dass im Grimsel eine Hochspannungsleitung durch den Berg gezogen wird. Und wenn sowieso gebohrt wird, könne man doch gleich einen zweiten Tunnel für den Zug realisieren. Einen entsprechenden Vorstoss hat der Ständerat nun diskutiert. Der Vorstoss fand zwar keine Mehrheit. Aber dennoch hat der Rat dem Bund eine Planungsmotion in Auftrag gegeben. Dieser soll nebst dem Tunnel für die Stromleitung auch den Zugtunnel planen.

Ob dieser je realisiert wird, ist eine andere Frage. Der Nutzen der neuen Verbindung ist fraglich, bei geschätzten Kosten von rund 750 Millionen Franken. Dieses Geld würde andernorts fehlen – zum Beispiel für den Bau des Durchgangsbahnhofs in Luzern. Darauf wies auch die Luzerner Ständerätin Andrea Gmür (Mitte) in der Debatte hin.

Verwendete Quellen
  • Artikel in der «NZZ»
  • Artikel bei «SRF»

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10 Kommentare
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    Der Eisenbahner, 14.03.2023, 10:40 Uhr

    Weil die Zentral- und die Matterhorn-Gotthard-Bahn unterschiedliche Schienen verwenden. Man sollte sich besser informieren, aber an den Schienen lieg es nicht, die Spurbreite ist die gleiche bei beiden Bahnen!

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    • Profilfoto von ÖV Fan
      ÖV Fan, 20.03.2023, 14:55 Uhr

      Die Spurweite ist bei den 4 Bahnen, die mit dem Tunnel verbunden würden (BOB,ZB,MGB und RHB) gleich, nähmlich Meterspur.
      Die Zentralbahn und die Materhorn Gotthardbahn verwenden auf ihren steilen streckenabschnitten verschiedene Zahnstangen-Sisteme (zb Riggenbach/Von Roll, MGB Abt)

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    Fux Elisabeth, 13.03.2023, 13:08 Uhr

    Für den Tourismus gut – sonst fragwürdig!

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    Willener Rosmarie, 13.03.2023, 13:05 Uhr

    Wissen Sie eigentlich, dass dieser Bahntunnel zum 1. mal vor über 100 Jahren geplant wurde! Denken Die auch einmal an die Bewohner in den Berggebieten!

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    • Profilfoto von Gerhard Schleiss
      Gerhard Schleiss, 13.03.2023, 13:12 Uhr

      Wenn der Tunnel in den 100 Jahren nicht als wichtig genug erachtet wurde, hat dies wohl seine Gründe. Es gibt bereits drei Löcher ins Wallis, wie viele sollen die Städter denn paar Leuten im Tal denn noch finanzieren? Das Wallis ist heute schon der grösste Pro Kopf-Empfänger im Finanzausgleich, von den anderen Subventionen nicht zu sprechen.

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    Walter 52, 13.03.2023, 10:17 Uhr

    Der Artikel stimmt so nicht. Es werden nicht zwei Tunnel gebohrt, sondern nur einen, einfach etwas grösser, dass darin die Kabel und die Bahn Platz haben. So wird es übrigens auch im Gotthardautobahntunnel gemacht.

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      Redaktion zentralplus, 13.03.2023, 10:39 Uhr

      Man geht derzeit davon aus, dass zwei Tunnels durch die Grimsel gebohrt werden müssten. Dies propagiert auch Gerhard Fischer, Präsident der IG Grimseltunnel, der einen zweiten zusätzlichen Tunnel separat für das Stromkabel fordert: https://www.jungfrauzeitung.ch/artikel/199239/

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    Hanswurst, 12.03.2023, 17:12 Uhr

    Das wäre wohl das teuerste und sinnloseste Tourismusprojekt. Reichen der finanziell völlig aus dem Ruder gelaufene Furkatunnel sowie der zur Befriedigung der finanziellen Senken der Berner und Walliser gebohrte Lötschberg-Basistunnel nicht aus? Jetzt braucht die Zentralschweiz endlich eine befriedigende Bahnlösung!

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      Sven, 12.03.2023, 22:11 Uhr

      Die Idee ist touristisch absolut toll, und eine Bereicherung für unser Land!

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      • Profilfoto von Schuler
        Schuler, 13.03.2023, 15:21 Uhr

        Wir geben über 6 Milliarden Steuergelder für die zum größten Teil Wirtschaftsffüchtlinge aus. Wir vernichten in den nächsten Wochen für über 600 Millionen unnötig eingekaufte Covid Impfstoffe, usw. Für ein paar Franken Rentenerhöhung hat man kein Geld. Relativiert sind dann 700 Millionen für Infrastruktur Ausgaben Peanuts.

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