Wie du trotz Sperrung ans Ziel kommst

Ersatzbus statt Zug: Am Bahnhof Luzern droht das Chaos

Pendlerinnen erwartet eine mühsame Reise nach und von Luzern. (Bild: SBB CFF FFS)

Wegen Bauarbeiten wird der Bahnhof Luzern am Wochenende des 18. und 19. März fast komplett gesperrt. Wer mit dem Zug von oder nach Luzern unterwegs ist, erwartet darum eine mühselige Reise.

Die SBB hatten es bereits vor Monaten angekündigt, nun ist es bald so weit. Am Wochenende des 18. und 19. März ist der Bahnhof Luzern während zweier Tage fast komplett gesperrt. Grund dafür sind Bauarbeiten im Bereich der Langensandbrücke (zentralplus berichtete).

Dieser Bereich ist das Nadelöhr des Luzerner Bahnhofs, welches dessen Betrieb in der Vergangenheit schon mehrmals komplett lahmgelegt hat. Mit Ausnahme der Linien der Zentralbahn fährt alles, was nach Luzern oder von Luzern weg will, durch dieses Nadelöhr. Und ausgerechnet hier werden die SBB an diesem Wochenende fünf Weichen ersetzen.

So kommst du trotz Totalsperrung an dein Ziel

Von Samstag – 18. März ab 00.30 Uhr – bis Montag – 20. März um 5 Uhr – fahren darum keine Züge von und nach Luzern, mit Ausnahme der Züge der Zentralbahn. Wer an diesem Wochenende also nicht in Richtung Nid- und Obwalden unterwegs ist, braucht viel Geduld. Denn die erste Etappe einer Zugreise in Richtung Wolhusen, Sursee, Zug oder Meggen erfolgt mit Ersatzbussen. zentralplus sagt dir, wie du an diesem Wochenende an dein Ziel kommst.

  • Richtung Sursee: Mit dem Ersatzbus ab dem Inseliquai bis Bahnhof Emmenbrücke. Dort auf den Zug in Richtung Sursee umsteigen.
  • Richtung Zug: Hier steigst du am Inseliquai in den Ersatzbus bis Bahnhof Ebikon. Dort auf den Zug in Richtung Zug umsteigen.
  • Richtung Wolhusen: Mit dem Ersatzbus ab Inseliquai bis zum Bahnhof Littau. Dort auf die Züge der BLS umsteigen.
  • Richtung Meggen: Mit den VBL-Linien 6, 8 oder 24 bis zum Verkehrshaus. Dort auf den Zug in Richtung Meggen umsteigen.
  • Richtung Tessin: Die Nord-Süd-Verbindung zwischen Basel und dem Tessin fallen wegen Bauarbeiten am Basler Bahnhof aus. Hier empfehlen die SBB, mit dem VBL-Bus 6, 8 oder 24 bis Verkehrshaus zu fahren, und dort auf den Voralpenexpress oder die S-Bahn bis Arth-Goldau umzusteigen. Dort auf die Tessin-Züge umsteigen.

Auch Autofahrerinnen brauchen Geduld

An diesem Wochenende wird aber nicht nur die Geduld der Zugpassagiere auf die Probe gestellt. Sondern auch jene der Autofahrer. Denn die SBB führen weitere Arbeiten am Kreuzstutz durch. Dort ersetzen sie ein Element der Zugbrücke, welche über die Unterführung zwischen Kreuzstutz und St. Karlibrücke führt. Wie die SBB schreiben, wiegt das neu platzierte Brückenelement rund 100 Tonnen. Für die Autofahrerinnen sind Umleitungen signalisiert.

Für Zugpassagiere droht dann in den kommenden Wochen weiteres Ungemach. In der Region Luzern kommt es im März und April bei den letzten Verbindungen des Tages sowie an den Wochenenden vom 1. und 2. sowie 15. und 16. April zu Fahrplanänderungen. Bei einigen Zügen ändern sich die Fahrzeiten, vereinzelt fallen Züge aus und es kommen auch hier Ersatzbusse zum Einsatz. Die SBB raten, vor der Abreise den Online-Fahrplan zu studieren.

Die zahlreichen Bauarbeiten der SBB in Luzern verfolgen das Ziel, die sogenannten Zugfolgezeiten am Bahnhof Luzern zu verkürzen. Das bedeutet, dass Züge in dichterer Abfolge nach und von Luzern fahren können. Das erhöht die Kapazität des Bahnhofs und soll dafür sorgen, dass der Fahrplan eingehalten werden kann.

Töngi und Rösti duellieren sich im Bundeshaus

Wenig glücklich über die Einschränkungen am Bahnhof Luzern ist Nationalrat Michael Töngi (Grüne). Er wollte in einer Fragestunde im Rahmen der aktuellen Session vom Bundesrat wissen, ob Luzern eigentlich der einzige Bahnhof der Schweiz sei, der regelmässig von solchen Totalsperrungen betroffen ist.

Neo-Bundesrat Albert Rösti erklärte, dass solche Totalsperrungen aufgrund von Bauarbeiten auch schon in Genf, Biel oder beim S-Bahnhof in Bern vorgekommen seien. Schelmisch hakte Töngi daraufhin nach, ob Rösti eine Lösung kenne, wie dieser Zustand verhindert werden kann. Ohne es zu sagen, dachte der Nationalrat dabei an den Durchgangsbahnhof, der eine komplette Sperrung verhindern würde. Die Frage lässt sich also als Stimmungstest interpretieren, wie der neue Bundesrat zum Durchgangsbahnhof steht.

Rösti aber liess sich nicht auf die Äste hinaus und antwortete: «Nein, wie ich in meiner Antwort erläutert habe, besteht das Problem bei der zweigleisigen Zufahrt, wenn an beiden Gleisen Arbeiten gemacht werden müssen. Mir liegt keine Alternative vor. Sonst können Sie mich darüber gerne noch unterrichten.» Er konnte sich bei seiner Antwort ein Schmunzeln aber nicht verkneifen – wohl im Wissen um Töngis Hintergedanken. Gut möglich also, dass Töngi im Anschluss an die Fragestunde in der Wandelhalle Rösti nicht über den Durchgangsbahnhof aufzuklären brauchte.

Verwendete Quellen
  • Schriftlicher Austausch mit der SBB-Medienstelle
  • Informationen zur Totalsperrung des Bahnhofs
  • Fragestunde im Nationalrat
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