Verkehr & Mobilität
Luzerner Ständerätin Andrea Gmür

«Durchgangsbahnhof muss oberste Priorität haben»

Andrea Gmür will's wissen: Wann wird der Durchgangsbahnhof gebaut? (Bild: Emanuel Ammon/Aura, zvg)

Muss der Durchgangsbahnhof hintanstehen, weil die SBB schon so viele offene Baustellen haben? Die Luzerner Ständerätin Andrea Gmür (Mitte) ahnt es – und setzt nun alles daran, dies zu verhindern.

«Ich befürchte, dass der Durchgangsbahnhof aufs Abstellgleis geraten könnte und wir länger warten müssen, bis mit dem Bau gestartet werden kann», sagt die Luzerner Ständerätin Andrea Gmür am Telefon. Hintergrund ist die Ankündigung des Bundesamts für Verkehr (BAV), dass auf dem SBB-Netz «mindestens bis 2033 keine zusätzlichen Arbeiten» möglich seien.

zentralplus hat als erstes Medium publik gemacht, dass es bei geplanten, aber noch nicht beschlossenen Projekten wie dem Durchgangsbahnhof zu Verzögerungen von drei bis fünf Jahren kommen könnte (zentralplus berichtete). Gmür sagt, sie habe in der Zwischenzeit Gespräche mit etlichen Zentralschweizer Parlamentariern geführt.

Politische Kräfte aus der Zentralschweiz werden gebündelt

Die Zentralschweizer Parlamentarierinnen sind sich gemäss Gmür einig: «Alle sind der Meinung, dass dieses Projekt jetzt in den Ausbauschritt 2026 aufgenommen werden muss», so Gmür. Mehrere weitere Vertreter von Zentralschweizer Kantonen würden im nationalen Parlament Vorstösse einreichen. Zudem seien sie im Austausch mit Peter Füglistaler – dem Direktor des Bundesamts für Verkehr – und SBB-Chef Vincent Ducrot.

«Ich will es noch erleben, dass der Durchgangsbahnhof gebaut wird.»

Ständerätin Andrea Gmür

«Wir müssen jetzt zusammenstehen. Das Ziel ist klar: Der Bund soll in Sachen Durchgangsbahnhof so weiterfahren wie geplant.» Dass gemäss BAV priorisiert werden muss, weil es auf dem SBB-Netz zu viele Baustellen gibt, ist für sie nachvollziehbar. «Nur muss dann eben dem Luzerner Durchgangsbahnhof oberste Priorität eingeräumt werden», fordert sie.

«Es handelt sich um ein Jahrhundertprojekt, dem wir an einer historischen Abstimmung 2009 – damals noch im Kantonsrat – einstimmig zugestimmt haben. Ich will es noch erleben, dass der Durchgangsbahnhof gebaut wird», hält die 58-jährige Politikerin fest.

Kein Raum für Drängler auf der Zielgeraden

Spannend könnte es werden, wenn in der Frühlingssession des Ständerats die Motion von Beat Rieder (VS, Mitte) – welche einen raschen Ausbau des Grimseltunnels fordert – auf den Tisch kommt. Wird diese angenommen, könnte sich der Bau des Durchgangsbahnhofs allenfalls zusätzlich verzögern.

In ihrem Vorstoss schreibt die Luzerner Ständerätin, dass die «Spielregeln jetzt nicht plötzlich geändert werden» sollen. Sie will vom Bundesrat wissen, warum die Projektfreigabe noch nicht erfolgt ist und wann der Baustart geplant ist. Ausserdem fordert sie das BAV und die ABB auf, einen Planungsunterbruch und Verzögerungen beim Durchgangsbahnhof Luzern «mit allen Mitteln zu vermeiden».

Verwendete Quellen
  • Telefonat mit Andrea Gmür
  • Vorstoss von Andrea Gmür zum Durchgangsbahnhof
  • Vorstoss von Beat Rieder zum Grimseltunnel
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