Verkehr & Mobilität
SP spricht von «Luxusvariante»

Beromünster: Geplante Umfahrung kostet neu 70 Millionen

Die neue Umfahrungsstrasse bei Beromünster aus Blickrichtung Osten. Im Bild ist die geplante Brücke über die Wyna sichtbar. (Bild: Kanton Luzern)

Mit einer 1,4 Kilometer langen Umfahrung soll der Dorfkern von Beromünster vom Verkehr entlastet werden. Die neue Strasse kostet aber deutlich mehr als bisher angenommen.

Der «Flecken», der Dorfkern von Beromünster hat eine bedeutende Geschichte, die bis ins 10. Jahrhundert zurückreicht. Der Flecken ist deshalb auch im Isos, dem Inventar schützenswerter Ortsbilder, enthalten. Heute ist der Flecken aber noch für eine weitere Sache bekannt: Die vielen Autos, die sich jeden Tag durch das Dorfzentrum zwängen. Täglich fahren knapp 10'000 Autos durch den Flecken.

Der Luzerner Regierungsrat will das historische Dorfzentrum darum entlasten. Das Mittel dazu: Eine 1,4 Kilometer lange Ost-West-Umfahrungsstrasse des Dorfes. Die Strasse soll im Norden um den historischen Dorfkern vorbeiführen. Bis 2040 soll das die Zahl der Autos im Flecken um 80 Prozent reduzieren, verspricht sich die Regierung in der entsprechenden Botschaft.

Um den Verkehr möglichst auf die Umfahrungsstrasse zu lenken, gilt im Flecken künftig Tempo 30. Die Reduktion des Tempos und der Zahl der Autos wird zu einer deutlichen Lärmabnahme im Flecken führen. Die durchschnittliche Lärmbelastung wird zehn Dezibel tiefer als heute, womit die Lärmgrenzwerte bei den dortigen Gebäuden nicht mehr überschritten werden.

Strasse wird deutlich teurer als angenommen

Die Strasse soll relativ nah an die Siedlung gebaut werden, um auch einen möglichst grossen Teil des Ortsverkehrs in Beromünster aufzunehmen. Auf der neuen Strasse soll Tempo 50 gelten, in beide Richtungen ist zudem ein eineinhalb Meter breiter Veloweg vorgesehen. Ein weiteres wichtiges Element der neuen Strasse wird die neue Brücke über den Fluss Wyna, welche «Under Brugg» heissen soll. «Die Architektur der Brücke ist darauf bedacht, diese schlank und filigran erscheinen zu lassen», heisst es in der Botschaft der Regierung. Die Brücke wird 100 Meter lang.

Das Mega-Projekt hat seinen Preis. Rund 70 Millionen Franken wird es den Kanton kosten. Das sind zehn Millionen mehr, als in den bisherigen Schätzungen angenommen. «Grund dafür ist die grobe Kostenschätzung bei der Erstellung des Bauprogramms», heisst es in der Botschaft. Die geplante Brücke, der Landerwerb sowie der Abbruch bestimmter Gebäude haben das Projekt zusätzlich verteuert.

SP übt scharfe Kritik

Wenn das Bauvorhaben in den Kantonsrat zur Diskussion kommt, werden die Kosten sicherlich zu Reden geben. So hat die SP das Projekt in einer Mitteilung bereits als «Luxusvariante» kritisiert. Das Urteil der SP ist vernichtend: «Das unglaublich teure Verkehrsprojekt, vermag die Verkehrsprobleme in und um Beromünster nicht zu lösen, sondern führt zu Mehrverkehr bei massivem Landverschleiss», schreibt die Partei in der Mitteilung. Sie werde sich jetzt dafür einsetzen, eine kleinere und umweltverträgliche Lösung zu finden.

Das Projekt kommt voraussichtlich im kommenden Jahr in den Kantonsrat. Wegen der hohen Projektkosten wird die Luzerner Stimmbevölkerung das letzte Wort zur Umfahrungsstrasse haben. Die Abstimmung soll 2023, der Baustart voraussichtlich 2025 erfolgen.

Verwendete Quellen
  • Botschaft und Medienmitteilung der Luzerner Regierung
  • Medienmitteilung der SP

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