Schiffsunfall des Motorschiffs «Diamant»

1,6 Millionen Sachschaden wegen menschlichen Versagens

Die MS Diamant vor der Haltestelle beim Bahnhof Luzern. (Bild: SGV)

Die Schweizerische Sicherheitsuntersuchungsstelle (Sust) hat in ihrem Bericht festgestellt, dass menschliches Versagen die Ursache für den Schiffsunfall des Motorschiffs «Diamant» in Kehrsiten war. Im Dezember 2017 rammte das Schiff dort mit 163 Passagieren an Board einen Felsen.

Wie die Sust in einem 50-seitigen Bericht festgestellt hat, ist der Schiffsunfall der «Diamant» vom Dezember 2017 auf menschliches Versagen zurückzuführen. Das Motorschiff hatte damals 163 Gäste an Board. Bei Kehrsiten rammte es einen Felsen. Die Passagiere konnten unverletzt an Land gebracht werden, wo sie ihren Weg zu einer Party auf dem Bürgenstock fortsetzten.

Das 15,5 Millionen Franken teure Schiff wurde zur Reparatur in die Werft nach Luzern gebracht. Es entstand ein Sachschaden von 1,6 Millionen Franken. Wie üblich nach Vorfällen mit Flugzeugen oder öffentlichen Verkehrsmitteln nahm sich die Sust der Sache an.

Schiffsführer nutzten ihre technischen Instrumente unzureichend

Nach über fünf Jahren Ermittlungsarbeit liegt nun der Untersuchungsbericht vor. Zum Unfall kam es wegen «Fehleinschätzungen der Schiffsführer». Sie hätten sich beim nächtlichen Anlegemanöver auf ihre eigenen Augen, statt auf die Instrumente verlassen. Eine technische Ursache schliesst die Sust aus.

Wie dem Sust-Bericht weiter zu entnehmen ist, touchierte das Motorschiff «Diamant» den Felsen, weil das Schiff mit zu hoher Geschwindigkeit zu nahe ans Ufer manövriert wurde. Die beiden Schiffsführer hätten «Radar und GPS unzureichend» genutzt.

Aufgrund fehlender Referenzpunkte im dunklen Uferbereich, des hell erleuchteten, vorausfahrenden Motorschiffs «Waldstätter» sowie der beleuchteten Anlegestelle sei eine «räumliche Desorientierung» der Schiffsführer entstanden. Zur Minimierung des Schadens beigetragen hätten laut Bericht «die rasche und angemessene Reaktion der Schiffsführer mit sofortiger Alarmierung und Anlaufen der Anlegestelle.»

Schiffsführer wieder auf dem Vierwaldstättersee im Einsatz

Nach dem Unfall mussten die beiden verantwortlichen Schiffsführer ihre Ausweise beim Bundesamt für Verkehr abgeben. Inzwischen haben sie aber ihre Bewilligungen zurückerhalten und sind wieder als Schiffsführer auf dem Vierwaldstättersee im Einsatz. Auch das reparierte Motorschiff «Diamant» ist wieder unterwegs.

Verwendete Quellen
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