Ach Petrus! Bergbahnenstart fällt ins Wasser
  • Regionales Leben
Der Pilatus, umgeben von dunklen Regenwolken. (Bild: Emanuel Ammon/Aura)

Das sind die Neuerungen Ach Petrus! Bergbahnenstart fällt ins Wasser

4 min Lesezeit 06.06.2020, 05:00 Uhr

Wochenlang herrschte bestes Wanderwetter. Und ausgerechnet jetzt, wo die Pilatus-Bahnen den Betrieb wieder aufnehmen dürfen, steht eine Regenwoche ins Haus. Wir sagen, wie die Situation am Pilatus aussieht – und was du wissen musst, wenn du in der Region einen Ausflug planst.

Mit Sorge hat Godi Koch in den letzten Tagen aufs Windbarometer geblickt. Luftet es zu stark, kann die Gondelbahn am Pilatus nicht fahren. Dabei plangen er und sein Team schon seit Wochen auf die Wiedereröffnung der Anlagen (zentralplus berichtete).

Wegen des Lockdowns lief seit dem 16. März gar nichts mehr. Der Betrieb musste Kurzarbeit anmelden (zentralplus berichtete). Ab heute Samstag laufen die Bahnen wieder – allerdings mit Einschränkungen, die zum Teil über die geforderten Massnahmen hinausgehen: «Weil uns die Gesundheit unserer Gäste wichtig ist», wie der CEO der Pilatus-Bahnen erklärt.

Mehr Platz, kürzere Wartezeiten

Die Abteile in der Zahnradbahn sich eigentlich für acht Personen vorgesehen. Im Moment dürfen aber nur sechs Passagiere rein. Wenn der nötige Abstand fehlt, rät die Bahn, Schutzmasken zu tragen.

Die Seilbahn Dragonride transportiert sonst 55 Gäste, derzeit sind es aber nur 30 auf einmal. «Als zusätzlichen Schutz haben wir ausserdem neue Plexiglas-Trennwände installiert», sagt Godi Koch.

«Die Schweizer sind richtige Schönwetterwanderer.»

In die Gondelbahnkabinen dürfen jeweils nur Gäste, die zusammengehören. Beim Warten muss ein Abstand von zwei Metern eingehalten werden – am Boden sind entsprechende Markierungen angebracht worden. «Die Warteschlange dürfte dadurch länger werden – nicht aber die Wartezeit», sagt Koch.

Der grosse Andrang blieb an der Talstation Alpnachstad am Samstagvormittag noch aus. (Bild: zvg)

Schweizer bleiben bei Regen zu Hause

Er rechnet an diesem Wochenende wegen der trüben Aussichten nicht mit einem Ansturm. Für morgen sind Regenfälle angekündigt. «Die Schweizer sind richtige Schönwetterwanderer», weiss Koch. Heisst: «Wenns regnet, bleiben sie zu Hause.»

Bei den internationalen Gästen, die vor der Corona-Krise rund 50 Prozent der Besucher ausmachten, sei das anders. «Sie helfen uns, die Kapazitäten auszulasten und das Personal durchgehend zu beschäftigen.»

«Wir haben zwar noch Kurzarbeit, aber ich rechne nicht damit, dass wir Personal entlassen müssen.»

Letztes Jahr fuhren rund 840’000 Personen auf den Pilatus. Dieses Jahr dürften es deutlich weniger sein. «Wir freuen uns, dass wir wieder öffnen können, und hoffen, dass uns jetzt mehr Schweizer Gäste besuchen», sagt Godi Koch. «Aber 2020 wird ein schwieriges Jahr.»

Entlassungen sind nicht geplant

Das habe sich bereits im Januar abgezeichnet, als vermehrt chinesische Gäste ausblieben. «Wir haben darauf frühzeitig reagiert und weniger Saisonarbeiter eingestellt», so Koch. Das kommt den Pilatus-Bahnen nun zu Gute. «Wir haben zwar noch Kurzarbeit, aber ich rechne nicht damit, dass wir Personal entlassen müssen. Wir sind ein gut aufgestelltes Unternehmen und verkraften das.»

Godi Koch lässt sich jedenfalls vom schlechten Wetter am Wochenende nicht die Laune verderben. «Der Sommer ist noch lang. Und wer nicht heute wandern geht, der kommt bestimmt beim nächsten Sonnenschein.»

Das erwartet dich bei den übrigen Bergbahnen

  • Die Stanserhornbahn hat ein Online-Boardingpass eingeführt. Passageiere können direkt über die Website eine Fahrzeit reservieren – so werden Wartezeiten vermieden. Das Generalabonnement ist zudem neu auch auf der Cabrio-Bahn gültig
  • Auf dem Titlis startet der Betrieb der Gondelbahn bis zum Trübsee. In den Gondel sind nur Gäste, die zusammen reisen. Am 13. Juni wird auch die Titlis Rotair öffnen. Zunächst an Wochenenden ab dem 4. Juli wieder jeden Tag verkehren. Allerding mit weniger Gästen pro Fahrt: Maximal 49 Gäste dürfen in die Kabinen.
  • In der Rigi Bahn wird es keine Kapazitätsbeschränkungen geben. Das Tragen von Masken wird deshalb empfohlen.
  • Gleiches gilt für die Zugerberg-Bahn. Auch kehrt sie kehrt am Samstag zum Normalbetrieb zurück. Sollte ein hohes Personenaufkommen auftreten, werde die Bahn mit mehr Fahrten reagieren, erklärt Karin Fröhlich von der Zugerbergbahn AG gegenüber der «Luzerner Zeitung».
  • Die Stoosbahn wird bei grossem Besuchersndrang öfter unterwegs sein kann, als es der Fahrplan vorgibt, damit es nicht zu Warezeiten kommt.

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