Verbrecherjagd mit DNA-Spuren: In den Niederlanden klappt’s
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Seit dem Fall Emmen wurde die Phänotypisierung auch in der Schweiz gefordert.

Seit Fall Emmen gefordert Verbrecherjagd mit DNA-Spuren: In den Niederlanden klappt’s

2 min Lesezeit 15.10.2020, 16:48 Uhr

Bundesrätin Karin Keller-Sutter hat sich am Donnerstag per Videochat mit dem niederländischen Justizminister Ferdinand Grapperhaus über die Phänotypisierung ausgetauscht. Dessen Aussagen gaben ihr Grund zur Hoffnung.

Der Nutzen für die Justiz könnte immens sein, trotzdem stehen viele Menschen der Phänotypisierung kritisch gegenüber. Sie erlaubt, mehr Informationen aus einer DNA-Spur herauszulesen, als es die Strafverfolger heute dürfen. So könnte beispielsweise die DNA zeigen, welche Augen-, Haar- oder Hautfarbe ein mutmasslicher Täter hat. Auch die biogeografische Herkunft und das Alter können bestimmt werden.

Was einigen zu weit geht, könnte der Justiz gerade bei schweren Straftaten helfen – wird jedenfalls von den Befürwortern behauptet. Doch stimmt das überhaupt? Justizministerin Karin Keller-Sutter hat sich am Donnerstag mit ihrem niederländischen Amtskollegen darüber unterhalten – in den Niederlanden ist die Phänotypisierung seit Jahren erlaubt. Wegen Corona fand das Treffen virtuell statt.

Auf Skepsis folgte Akzeptanz

«Der niederländische Justizminister Grapperhaus betonte, dass die Phänotypisierung nach anfänglichen Bedenken von Menschenrechtsorganisationen heute in den Niederlanden sehr breit akzeptiert sei», heisst es in einer Mitteilung. Dazu sei es gekommen, weil die Methode half, schwere Straftaten aufzuklären. Zumindest in den Niederlanden brachte die Phänotypisierung einen Erfolg im Kampf gegen das Verbrechen.

Bis die Schweiz so weit ist, dauert es aber noch: Heute darf aus der DNA nur das Geschlecht herausgelesen werden. Doch nach dem schweren Sexualdelikt in Emmen kam die Forderung auf, weitere Informationen aus DNA-Spuren gewinnen zu können. Die Methode soll nur bei schweren Verbrechen wie Vergewaltigung oder Mord angewandt werden. Derzeit fehlt jedoch die gesetzliche Grundlage dafür. Der Bundesrat hat bereits vor über einem Jahr eine entsprechende Anpassung im DNA-Profilgesetz in die Vernehmlassung geschickt (zentralplus berichtete).

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