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Veloweg am Rotsee: Signalisation wurde zu früh angepasst
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Der Fussweg am Rotsee wird auch von Velofahrern genutzt. (Bild: zvg)

Rechtliche Fragen wurden nicht geklärt Veloweg am Rotsee: Signalisation wurde zu früh angepasst

3 min Lesezeit 7 Kommentare 29.08.2019, 11:10 Uhr

Hat es am Rotsee genug Platz für Velos und Fussgänger? Oder braucht es einen separaten Veloweg? Während Experten über Vor- und Nachteile diskutieren, muss die Gemeinde Ebikon erst rechtliche Klarheit für den Status quo schaffen.

Der Rotsee ist beliebt: An seinen Ufern tummeln sich Jogger ebenso wie Kinderwagenschieber, Angelrutenwerfer und Vogelbeobachter. Vermehrt sieht man auch Velofahrer. Sie brausen vornehmlich über den nördlichen Uferweg, zwischen dem Ausfluss des Rotsees und dem Seehof, unweit des Fähranlegers. Denn hier fährt durch, wer mit dem Velo den kürzesten Weg zwischen Ebikon und Emmen zurücklegen will: Vom Ronausfluss am Seeufer entlang, beim Seehof über den Hügelzug nach Rathausen – und schliesslich Emmen.

Die Zunahme an Velofahrern ist auch unserem Blogger Thomas Scherer nicht entgangen. Vor allem an schönen Tagen werde der Platz knapp für Erholungssuchende zu Fuss einerseits und Velofahrer andererseits, beobachtete er – und stellte in seinem neusten Eintrag deshalb folgende Frage: Könnte ein separater Veloweg die Situation entschärfen (zentralplus berichtete)? Müsste man für Fahrräder eine eigene Fahrbahn zur Verfügung stellen, wie man auf gewissen Abschnitten etwa den Reitern schon eigene Pfade gewährt hat?

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Pendler oder Freizeitradler?

Eine «prüfenswerte Idee», meint dazu Michael Töngi, Grüner Luzerner Nationalrat und Präsident des Verkehrs-Clubs der Schweiz (VCS), Sektion Luzern. Attraktive Veloverbindungen abseits von Strassenlärm und -verkehr seien wichtig. Allerdings gäbe es einige Punkte abzuklären.

Etwa, ob der betreffende Streckenabschnitt vor allem von Pendlern genutzt werde oder doch eher von Freizeitradlern. Ob der Abschnitt in eine Radroutenplanung eingebunden ist. Aber auch, ob ein weiteres Strässchen «in diesem schönen Naherholungsgebiet» überhaupt zumutbar sei.

Pro Velo ist zufrieden mit der heutigen Situation

Auch wenn man eine Veloverbindung zwischen Ebikon und Emmen begrüsse, ist für Pro Velo Luzern klar: Es braucht keine zusätzliche Velofahrbahn. Der bestehende Weg sei breit genug für Fussgänger und Velofahrer, sagt Nico van der Heiden, Co-Präsident und Luzerner SP-Grossstadtrat. Und selbst an Wochenenden mit «viel Betrieb» funktioniere ein Miteinander, ist man bei Pro Velo Luzern überzeugt. Ausserorts sei es üblich, dass Wege von Fussgängern und Velofahrern genutzt werden.

Zudem wolle man so nahe an einem Naturschutzgebiet nicht weiteres Landwirtschaftsland versiegeln, erklärt van der Heiden. «Neue Radverbindungen sollten in Siedlungsgebiet geschaffen werden, wo man bereits versiegelte Flächen nutzen kann.»

Gespräche mit Grundeigentümern stehen noch aus

Die Gemeinde Ebikon sieht keinen Handlungsbedarf, zumindest nicht was den Bau eines zusätzlichen Velowegs anbelangt. «Die bestehenden Strassen sind gut ausgebaut und bereit genug für Fussgänger und Velofahrer», ist Stefan Pfister, Projektleiter Raum und Verkehr der Gemeinde Ebikon, überzeugt. Aktiv ist man seitens der Behörden trotzdem. Denn obschon die Signalisation auf dem betreffenden Uferabschnitt teilweise bereits angepasst wurde: Rechtlich ist die Strecke noch nicht für den Veloverkehr freigegeben. Eine «unglückliche Situation» wie Pfister zugibt.

Das Verbotsschild ist weg, rechtlich ist die Strecke aber noch nicht für Velos freigegeben. (Bild: Raphael Zemp)

Um diese zu bereinigen, befände man sich derzeit in Verhandlungen mit den verschiedenen Eigentümern, über deren Grund der Rotsee-Veloweg künftig führen soll. Diese Gespräche genössen «höchste Priorität», versichert Pfister – auch weil man sehr an einer Veloverbindung Ebikon-Emmen interessiert sei. Zu allfälligen Ausbau- und Erweiterungsplänen wolle und könne man sich derzeit aber nicht äussern. Für die Ebikoner Behörden ist das derzeit allenfalls ferne Zukunftsmusik.

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7 Kommentare
  1. Silvio Bonzanigo, 30.08.2019, 20:56 Uhr

    @ Lena Berger: “Journalistische Fehlleistung” war unnötig hart und dem Ärger geschuldet. Aber die Hauptbetroffenen einer Massnahme MÜSSEN in einem solchen Beitrag zu Wort kommen. Meine Antworten auf die Fragen von Raphael Zemp liegen auf Ihrer Redaktion.

    1. Toni Bucher, 31.08.2019, 09:53 Uhr

      Was heisst hier unnötig hart? Aus meiner Sicht tragen solche Formulierungen nur dazu bei, Personen und einen Berufsstand zu verunglimpfen. Anstelle von ZentralPlus würde ich von einem Lobbyisten, der so austeilt, eine Entschuldigung verlangen.

  2. stofe, 29.08.2019, 18:37 Uhr

    Toller Entscheid! Es gibt Stellen am Rotsee, da muss man hintereinander laufen. Da sind auch Kinderwagen mit dabei.
    Und nette Fifis, die auch noch Vortritt haben, weil sie frei laufen..
    Da kommen noch E-Biker und sonstige 2 Räder und Veloanhänger mit zusammengepferchten Kinderleins. Hoffentlich haben die Betroffenen Gemeinden gute Versicherungen. Vor allem wenn dann ein Ausländer in einen Unfall verwickelt ist.
    Engelberg lasst grüssen.
    Macht nur so weiter, ihr Experten. Ich brauche dieses Stück Erholungsgebiet in dem Fall nicht mehr. Es gibt schönere Wege in Luzern. Velofrei…….

  3. Silvio Bonzanigo, 29.08.2019, 17:32 Uhr

    Leider ist dieser Beitrag eine lehrbuchmässige journalistische Fehlleistung! Statt allen Beteiligten und Interessierten Raum zu geben, kommen die von dieser Entwicklung zentral betroffenen Fussgängerinnen und Fussgänger überhaupt nicht zu Wort. In der Redaktion Zentralplus ist unsere Organisation “Fussverkehr Schweiz” bestens bekannt! Warum von Seiten der organisierten Fussgängerinnen und Fussgänger keine Situationsbeurteilung erfragt wurde, ist unverständlich!

    Silvio Bonzanigo, Präsident Fussverkehr Schweiz, Region Luzern

    1. Redaktion Lena Berger, 30.08.2019, 09:44 Uhr

      In dem Artikel wird die Idee thematisiert, einen neuen Veloweg am Rotsee zu schaffen. Deshalb wurden Stellungnahmen von Pro Velo und der Gemeinde Ebikon eingeholt. Selbstverständlich freuen wir uns, wenn sich die Organisation “Fussverkehr Schweiz” ebenfalls zu Wort meldet und den Artikel kommentiert. Um solche Debatten zu fördern, hat zentralplus vor ein paar Wochen die Registrierungspflicht abgeschafft. Meinungsbeiträge sind also immer willkommen. zentralplus beschäftigt sich stark mit Mobilitätsfragen und wenn Fussgänger sich zu wenig berücksichtigt fühlen, haben wir dafür ein offenes Ohr. Wir sind über die Kommentare, die sozialen Medien, per Mail und per Telefon jederzeit erreichbar.

      Den Artikel aber als journalistische Fehlleistung zu bezeichnen, zählt aus meiner Sicht nicht als konstruktive Kritik und bringt auch die Diskussion nicht weiter. Es ist nicht möglich, in jedem journalistischen Beitrag sämtliche möglichen Beteiligten zu befragen. Wenn es so wäre, hätten wohl auch noch der Quartierverein, die Nachbarn, das Ruderzentrum und der Fährendienst zu Wort kommen müssen.

  4. Roland Grüter, 29.08.2019, 16:30 Uhr

    Mischverkehr ist ein absolutes No-go und zudem gefährlich. Vor allem wenn Mütter mit ihren Kindern unterwegs sind. Pro Velo ist in dieser Hinsicht immer uneinsichtig. Unglaublich!

    1. Toni Sidler Sonnhaldestrasse 90 6030 Ebikon, 29.08.2019, 19:42 Uhr

      Sollte es zu Unfällen kommen, nehme ich an, dass man sich an die Verantwortlichen wenden darf, die Eigenmächtig Fahrverbote enfernten und die Wege frei gemacht haben für die Rücksichtslosen E-Biker, vor denen man sich in Sicherheit bringen muss und angesprochen auf ihr Verhalten, bekommt man den Rücken mit erhobenen Stinkfinger zu sehen. Und das in einem Naherholungsgebiet, ja Super Danke aber auch vielmals.