Velo flicken lassen, Pakete verschicken, Massage geniessen: Was geht noch?
  • Gesellschaft
Lebensmittelläden haben offen. Viele Geschäfte sind während der nächsten Wochen jeoch geschlossen. (Bild: wia)

Diese Dienstleister in Zug und Luzern haben noch offen Velo flicken lassen, Pakete verschicken, Massage geniessen: Was geht noch?

5 min Lesezeit 2 Kommentare 17.03.2020, 16:28 Uhr

Wegen des Notstands sind seit Dienstag alle Läden zu, die nicht für die Grundversorgung nötig sind. Was heisst das konkret für dich? Platzt der Massagetermin? Kannst du dein Velo trotzdem flicken lassen? Darf man noch ins Puff? Wir haben die Antworten.

Zur Entwarnung: Wir werden nicht verhungern. Auch nicht, wenn es zum totalen Lockdown kommen sollte. Die Lebensmittelläden sind und bleiben weiterhin offen. Ebenfalls die Apotheken. Bei anderen Dienstleistungen ist die Unsicherheit grösser. Deshalb hier die wichtigsten Fragen und Antworten zum Thema.

Antworten auf die wichtigsten Fragen

Dass der öffentliche Verkehr zu meiden ist, hat der Bundesrat am Montag klipp und klar gesagt. Heisst: Man sattelt aufs Velo um. Doch was, wenn dieses noch im Winterschlaf ist und die Bremsen sowieso nicht mehr funktionieren?

Hat der Velomechaniker des Vertrauens geöffnet?

Jawohl. Werkstätten für Transportmittel, also nicht nur der Auto-, sondern auch der Velomech, haben aktuell geöffnet. Verkaufen dürfen sie ihre Vehikel zwar nicht, reparieren jedoch schon. «Bei vereinbarten Terminen könnt ihr euer Velo in der Werkstatt abgeben und abholen», schreibt etwa der Veloladen Veloflick in Luzern.

Übrigens, Tankstellen bleiben in Betrieb.

Die aktuelle Situation erfordert Geduld. Und vielleicht das eine oder andere Nervositätszigarettli. Die Frage jedoch:

Kann ich am Sonntag noch Kippen kaufen?

Jawoll. Kioske und Tankstellenshops bleiben weiterhin offen, sofern sie Lebensmittel und Gegenstände des täglichen Bedarfs anbieten.

Wie sieht die Lage in der Mall of Switzerland aus?

Dort bleiben einzig die Grundversorger wie Denner und Migros sowie die Confiserie Bachmann offen. Weiter sind Drogerien und Arztpraxen zugänglich.

Das grassierende Coronavirus ist bedrohlich; es hat aber auch eine positive Seite. So ist zu beobachten, dass sich viele sozialer verhalten und etwa auch an die Unterstützung von Risikogruppen denken. Daher:

Kann ich meiner Oma per Post ein Päckli mit Nudelsuppe und Rosamunde-Pilcher-Büchern schicken?

Auch das geht grundsätzlich. Die Poststellen bleiben weiterhin offen. Im Kanton Luzern ist einzig die PickPost-Filiale in Rothenburg geschlossen, die sich unter den Fittichen von M-Electronics befindet. Im Kanton Zug sind gemäss Angaben der Post alle (noch existierenden) Filialen geöffnet.

Auch die Banken bleiben aktuell offen. Die Luzerner Kantonalbank etwa betont, dass nebst den Bancomaten auch die Geschäftsstellen in Betrieb sind. Beratungsgespräche sollen jedoch telefonisch durchgeführt werden.

Zurück zur Grossmutter: Die ist sich gewohnt, wöchentlich fürs Waschen-Legen-Föhnen zum Coiffeur zu gehen.

Dürfen Coiffeurläden noch offen haben?

Nein. In den kommenden Wochen dürften die Mähnen ungebändigter werden und die Kurzhaarschnitte in Richtung Beatles gehen. Coiffeursalons mussten vorübergehend schliessen, da deren Mitarbeitende Körperkontakt mit ihren Kunden haben.

Aus demselben Grund sind auch Massagepraxen sowie Tattoo-Studios und – logischerweise – auch Bordelle geschlossen. Ärztlich verordnete Physiotherapie hingegen gilt als nötige und nicht aufschiebbare Massnahme.

Anders sieht es bei Gesundheitseinrichtungen aus. Man kaut auf einer Selleriestange herum (viel Gemüse war in der Migros nicht mehr übrig) und zack, fällt eine Plombe raus. Schreck!

Ist der Zahnarzt überhaupt erreichbar?

Natürlich. Die Praxis Smilezone in Zug etwa schreibt auf ihrer Website: «Gerade in solchen Zeiten sind wir für Sie da.» Dies besonders, wenn man Schmerzen hat oder bei bereits angefangenen Behandlungen. In speziellen Fällen biete man ausserdem eine Online-Beratung an, sodass man die Dienstleistung von zu Hause aus in Anspruch nehmen könne.

Bei Zahnreinigungsterminen sieht es etwas anders aus. Die soll man verschieben.

Wie steht es mit den Brillengeschäften?

Sie gelten, genauso wie Hörberatungen, als Firmen, die medizinische Hilfsmittel anbieten und deshalb offen bleiben dürfen. Einige haben jedoch bereits angekündigt, den Service herunterzufahren.

Nachdem man am Montagabend einen Kebab vom Dürüm-Take-Away des Vertrauens verspeist hat, steht nun die grosse Frage im Raum:

War dies mein vorläufig letztes türkisches Abendmahl?

Nein! Imbiss-Betriebe, also auch Take-Aways, dürfen weiterhin geöffnet haben. Ebenso Betriebskantinen und – Gottseidank – Lieferdienste wie etwa Pizzakuriere. Auch bleiben Restaurants für Hotelgäste geöffnet. Ergo: Hotels ebenfalls.

Viele Zuger und Luzerner machen nun Home Office, vielleicht wuseln in der Wohnung Kinder herum und haben nichts Besseres zu tun, als mit rarem Klopapier die Toilette zu verstopfen.

Kommt der Klempner auch in dieser prekären Zeit?

Ja. «Gewerbebetriebe als solche müssen nicht geschlossen werden, sie können weiterhin ihre Arbeit ausüben», schreibt der Bund. Öffentlich zugängliche Läden solcher Betriebe müssen geschlossen werden. Diese Weisung ist jedoch offenbar nicht bei allen angekommen. So etwa hat ein Sanitärshop in der Region gemäss Website noch geöffnet.

Wo man auch hinsieht: Jeder versucht so gut wie möglich, den Courant Normal aufrechtzuerhalten. Doch wo gelebt wird, kommt es auch zu Todesfällen. Was, wenn in der nächsten Zeit jemand stirbt?

Kann die Beerdigung stattfinden?

Anders als in Italien können hierzulande Beerdigungen noch stattfinden. Dies jedoch nur im engen Familienkreis, so der Bund.

Was, wenn ich mich gar nicht mehr hinaustraue?

Dann besteht nach wie vor die Möglichkeit, Online-Bestellungen bei den Detailhändlern zu machen. Obacht: Bei Migros Le Shop und [email protected] gibt es Lieferengpässe. Was jedoch möglich ist: Sich Brot nach Hause liefern zu lassen. Diesen Service bietet die Luzerner Bäckerei Heini an.

Und auch Restaurants haben aus der Not eine Tugend gemacht und bieten neuerdings einen Lieferservice in ihrer Umgebung an. So etwa das Restaurant Meating in Zug oder das Karls Kraut in Luzern.

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2 Kommentare
  1. Alois Iten, 17.03.2020, 22:21 Uhr

    Und witzig dazu, neben nützlichen Knfos.

    1. Redaktion Valeria Wieser, 19.03.2020, 10:23 Uhr

      Dankeschön! 🙂

Die zentralplus Redaktion wünscht Dir einen schönen Tag!

Wir möchten einfach kurz Danke sagen. Danke, dass du zentralplus liest.