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VCS lehnt Metro-Initiative ab
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Direkt am Schwanenplatz wäre der Ausgang der Metro, so die Idee. (Visualisierung: zvg)

Kritik am Luzerner Verkehrsprojekt VCS lehnt Metro-Initiative ab

2 min Lesezeit 2 Kommentare 09.09.2019, 13:06 Uhr

Eine Initiative will die Idee einer Metro von Ibach in die Innenstadt vor dem politischen Tod retten. Beim VCS Luzern stösst sie auf wenig Begeisterung. Das Projekt konkurrenziere den Durchgangsbahnhof und die Finanzierung sei mit Fragezeichen behaftet.

Eigentlich tönt das Projekt für eine Metro ganz gut, findet die Luzerner Sektion des Verkehrsclubs (VCS): Die Cars verschwänden vom Schwanenplatz, die Touristen kämen mit der Metro von Ibach in die Innenstadt. «Doch beim genaueren Hinsehen sind gewichtige Vorbehalte angebracht», schreibt der VCS in einer Mitteilung.

Eine Metro für Luzern sei das falsche Projekt zum falschen Zeitpunkt. Der VCS will den Fokus auf den Durchgangsbahnhof legen, der mit einem engeren S-Bahn-System einen massiven Ausbau des öffentlichen Verkehrs auf der Schiene ermögliche. «Die Idee einer Metro steht in direkter Konkurrenz zum Durchgangsbahnhof», so der VCS.

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Ausbau unbezahlbar

Weiter kritisiert er, dass die Idee nicht in ein Gesamtverkehrskonzept eingebunden sei. «Ihre erste Etappe vom Ibach zum Schwanenplatz wäre ein vom übrigen Verkehrsnetz abgehängter Touristenshuttle.» Ein Ausbau mit mehreren Linien in die Vororte ist aus Sicht des VCS Luzern unbezahlbar und für die Grösse der Agglomeration nicht angemessen. Die Investitionen für das Parkhaus in Ibach und den Tunnel wurden von den Initianten 2014 auf rund 400 Millionen Franken geschätzt.

Der VCS Luzern hegt zudem Zweifel am Finanzierungskonzept. Es passe nicht zusammen, wenn private Investoren das Projekt finanzieren und gleichzeitig Subventionen der öffentlichen Hand in den Betrieb fliessen sollen. Der Vorstand des VCS Luzern empfiehlt aus all diesen Gründen, die Metro-Initiative abzulehnen.

Sie verlangt eine Kosten-Nutzen-Nachhaltigkeitsanalyse, damit das Projekt den Alternativen für die Carparkierung gegenüber gestellt werden kann. Die Initiative wird voraussichtlich im Winter 2020 in der Stadt Luzern zur Abstimmung kommen. Bereits im Herbst wird das Stadtparlament darüber diskutieren. Der Stadtrat, der zurzeit eine Strategie für den Tourismus und das Carregime erarbeitet, lehnt das Begehren ab (zentralplus berichtete).

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2 Kommentare
  1. marcel sigrist, 10.09.2019, 13:32 Uhr

    Bravo VCS, sonst doch immer und überall für den ÖV. Reisebusse und PW’s lieber in einem Stadtstollen oder auf der heute noch öffentlichen Allmend?

  2. Martin von Rotz, 10.09.2019, 12:09 Uhr

    Die Gegenargumente des VCS sind so alt wie falsch. Die Metro wäre mitnichten eine Konkurrenz zum Durchgangsbahnhof und auch nicht nur ein “Touristenshuttel”. Wenn die Metro nur für die Verbindung vom Parkhaus in die Stadt gebaut würde, und das war ja auch die initiale Idee, dann ist das keine Konkurrenz zum Durchgangsbahnhof. Ich, aus der Rontal Aglo würde nur zu gerne ein Parkhaus ausserhalb des Stadtzentrums benützen und dann die “letzte Meile” mit der Metro fahren. Wenn logistisch möglich (Zeit/Wetter/Gepäck/Einkauf) nehme ich jetzt schon die S-Bahn aber das ist nicht immer möglich. Nur für Besuche im KKL würde ich wohl bei “schlechtem” Wetter weiterhin auf das Bahnhofparking setzen. Und das Problem der Trennung von privaten und öffentlichen Finanzen kann man lösen.