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Variété-Chef nervt sich über die Stadt Luzern
  • Gesellschaft
Rafael Kost (links) ist der Direktor des Variété Pavé. Ihn stört das Verhalten der Stadt Luzern. (Bild: Arthur Häberli )

Verwirrung um die Sonntagsbewilligung Variété-Chef nervt sich über die Stadt Luzern

3 Min 1 Kommentar 15.07.2018, 04:26 Uhr

Die Stadt Luzern will am Sonntag kein Strassentheater auf dem Luzerner Weinmarkt. Das stört den Direktor des Variété Pavé, Rafael Kost, gewaltig. In der Vergangenheit sei er auch stets problemlos aufgetreten – obwohl er dazu gar keine Bewilligung hatte.

Das Variété Pavé ist ein kleines Strassentheater. Bereits zum fünften Mal zieht Direktor Rafael Kost mit seiner Crew durch die Schweiz und präsentiert dieses Jahr das selbst kreierte Stück «Bar jeder Vernunft».

Nächste Woche für sechs Tage auch in Luzern. Dienstag bis Donnerstag im Vögeligärtli, Freitag bis Sonntag auf dem Weinmarkt. Das war eigentlich der Plan und so steht es auf Flyern und Plakaten. War. Denn Kost sagt zu zentralplus: «Leider habe ich für den Sonntag keine Bewilligung erhalten.» Diese Aufführung fällt also ins Wasser – nach zwei Aufführungen im Vögeligärtli zügelt das Theater bereits am Donnerstag an den Weinmarkt.

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Auftritt ohne Bewilligung und ohne Probleme

«Es ist dumm gelaufen – schlussendlich ist es ein Missverständnis», erklärt er. In den vorherigen Jahren ist er am Sonntag immer aufgetreten, damals noch auf dem Jesuitenplatz. Auch das eigentlich illegal, denn die Stadt verweigerte ihm die Bewilligung für den Sonntag stets. «Er ist wohl eine heilige Kuh», sagt Kost dazu. Aber der Künstler war sich nicht bewusst, etwas Unrechtmässiges getan zu haben. «Ich ging einfach immer davon aus, dass mein Gesuch wie eingereicht gutgeheissen wurde. Auf allfällige Änderungen wurde ich nie aufmerksam gemacht.» Passiert sei bei seinen Auftritten nie etwas.

Aktuell ist Kost mit seinen Partnern Eva Cermak (links) und Emmanuel Occhipinti (rechts) in Meilen unterwegs:

 

Bis zu diesem Jahr. Kost sass mit der Stadt zusammen, als ihm mündlich eröffnet wurde, dass eine Aufführung am Sonntag nicht möglich sei. Da fiel der Groschen. «Auf der einen Seite verstehe ich die zuständigen Personen, dass sie sich an die Gesetze halten und alle gleich behandeln müssen», erklärt Kost. «Andererseits wäre für unsere Show der Sonntag auf dem Weinmarkt schlicht am besten geeignet.»

Kehrt das Strassentheater je nach Luzern zurück?

Stefan Geisseler, stellvertretender Leiter Stadtraum und Veranstaltungen, ist etwas irritiert. «Die Bewilligung ist unmissverständlich klar. Am Sonntag finden grundsätzlich keine Veranstaltungen statt», sagt er. Ausnahmen gebe es, wenn ein besonderes öffentliches Interesse vorliege. Bei den Fussball-WM-Public-Viewings habe man eine monatliche Rahmenbewilligung erteilt, bei welchen aus Gründen der Verhältnismässigkeit die Übertragungen auch sonntags zugelassen wurden. Diese Tatsachen habe man Kost in einem persönlichen Gespräch so mitgeteilt. Und wenn sich Kost dessen in den vergangenen Jahren nicht bewusst war, so habe er die Bewilligung schlicht nicht sorgfältig betrachtet, so Geisseler. 

Einfach den Uninformierten spielen, das könnte Kost mit seinem Strassentheater ja auch diesen Sommer tun. Doch er winkt ab. «Ich will keine Busse riskieren.» Das diesjährige Stück des Variété Pavé vereint Theater mit Magie und Zirkuskünsten wie Schlappseil, Cyr-Rad und altüberlieferte Entfesselungskünste.
 Es endet wie jedes Jahr mit einem furiosen Feuerspektakel. 
Dieses Jahr einfach bereits am Samstagabend.

Wo das Variété Pavé in den nächsten Jahren hinsoll, ist noch unklar. Kost überlegt sich, ob er weiterhin nach Luzern kommen soll. Wie in der Stadt Zürich sei es hier besonders mühsam. «Wenn ich mich nur noch mit Formularen herumschlagen muss, bin ich noch länger im Büro», sagt er lapidar.

Beim Variété Pavé wird mit Feuer hantiert.

Beim Variété Pavé wird mit Feuer hantiert.

(Bild: Arthur Häberli)

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1 Kommentare
  1. Michel Ebinger, 15.07.2018, 18:22 Uhr

    Seien wir doch ehrlich: Bürokraten und Politiker hassen jegliche Art von gesellschaftlichen Aktivität, den die geben Arbeit. Ohne Verwaltung und Politik, ginge es der Gesellschaft meistens besser und alle wären zufriedener.