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Valeriane Gvilia: Der FCL präsentiert eine Wundertüte
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Wie gut ist Valeriane Gvilia? Viele Fans haben den Namen noch nie gehört. (Bild: FC Bate Borisov )

Luzerner Transfers: Die Glücks- und Fehlgriffe Valeriane Gvilia: Der FCL präsentiert eine Wundertüte

5 min Lesezeit 2 Kommentare 30.01.2018, 14:27 Uhr

Der FC Luzern hat sich mit zwei unbekannten Spielern aus der serbischen und der weissrussischen Liga verstärkt. Wie gut sind die beiden? zentralplus listet auf, welche Spieler aus dem Ausland in den letzten Jahren einschlugen – und welche total versagten.

Den Zuzug von Innenverteidiger Lazar Cirkovic hat der FC Luzern vergangene Woche offiziell bestätigt – diesen Montag wurde der Transfer von Mittelfeldregisseur Valeriane Gvilia perfekt gemacht. Zwei Zuzüge: ein Serbe und ein georgisch-ukrainischer Doppelbürger. Beide kennen die Schweizer Liga nicht und haben in der Vergangenheit nicht allzu viele Spiele bestritten. Die Verständigung erfolgt auf Englisch, was kein Problem darstellen sollte. Und trotzdem ist ihr kultureller Background ein völlig anderer – für gemütliche Jassrunden unter FCL-Spielern sind sie kaum geeignet.

Sportkoordinator Remo Meyer hat auf dem Transfer-Wühltisch zwei Wundertüten gefunden und erhofft sich viel. Kommt das gut? Vielleicht entpuppen sich die beiden ja tatsächlich als Granaten und sichern dem FCL den Ligaerhalt. Möglicherweise kommen sie jedoch in der Schweiz überhaupt nicht zurecht und gehen als Fehltransfers in die Geschichte ein – beides schon passiert. zentralplus hat Transfers von unbekannten Spielern aus dem Ausland angeschaut und je drei Tops und Flops gekürt.

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Flop: Il-Gwan Jong

Der 25-jährige Stürmer aus Nordkorea gilt als Flop. «Er hat eine gute Technik und er kann Tore schiessen. Wenn er sich schnell und gut integrieren kann, werden wir viel Freude an ihm haben», sagte Ex-Trainer Markus Babbel bei seiner Ankunft. Von seinen Teamkameraden erhielt er den Spitznamen «Urs». Eingeschlagen hat der immer lächelnde Il-Gwan Jong jedoch nicht. Er kam in sechs Partien zum Einsatz, jedoch nie über die volle Distanz. «Urs» erzielte einen Treffer.

Il Gwan Jong gilt als Flop.

Il Gwan Jong gilt als Flop.

(Bild: Martin Meienberger/freshfocus)

Top: Tomi Juric

Eingeschlagen hat hingegen der im Sommer 2016 verpflichtete Stürmer Tomi Juric von Roda JC. Bei der Präsentation sagte Ex-Sportkoordinator Remo Gaugler: «Wir haben Tomi Juric knapp zwei Jahre lang beobachtet und freuen uns, den grossgewachsenen Stürmer nun beim FCL begrüssen zu dürfen.» Das lange Scouting hat sich gelohnt. Juric hat in der ersten Saison in 35 Spielen elf Tore geschossen. In der aktuellen Spielzeit steht er nach 20 Pflichtspielen bei sieben Treffern.

Zudem sorgt Juric mit der australischen Fussballnationalmannschaft für Furore. Mit den «Socceroos» hat sich Juric für die Fussballweltmeisterschaft 2018 in Russland qualifiziert.  

Flop: Ricardo Costa

Am selben Tag wie Tomi Juric präsentierte der FCL einen weiteren Neuzugang, den schillerndsten aller Zeiten: Mit Ricardo Costa vom FC Granada wechselte ein ehemaliger Champions-League-Sieger zum FCL. Der Portugiese kam mit grossen Vorschusslorbeeren und hätte mit seiner Erfahrung die FCL-Defensive stabilisieren sollen. Zudem kannte er den deutschsprachigen Raum – er durfte 2009 mit dem VfL Wolfsburg die Meisterschaft feiern.

Obwohl Costa in 39 Spielen für den FCL auf dem Platz stand, hat es nie wirklich funktioniert. Er stand wegen schwacher Leistungen in der Kritik. Zudem galt Costa als Topverdiener. Nach einer Saison zog der FCL die Reissleine und löste den Vertrag auf. Man bediente sich zwar der Floskel, der Vertrag sei «in gegenseitigem Einvernehmen» aufgelöst worden – die Fans waren vor allem froh, war das Missverständnis Costa endlich weg.

Im Juli 2016 präsentierte der FCL die beiden Neuzugänge Tomi Juric und Ricardo Costa

Im Juli 2016 präsentierte der FCL die beiden Neuzugänge Tomi Juric und Ricardo Costa

(Bild: les)

Top: Jakob «Köbi» Jantscher

Im Juli 2014 verpflichtete der FC Luzern den österreichischen Flügelflitzer Jakob Jantscher vom NEC Nijmegen. «Köbi» absolvierte 81 Spiele für den FCL und schoss 16 Tore. Der Österreicher galt als absoluter Publikumsliebling. Am letzten Tag des Transferfensters im Sommer 2016 wurde Jantscher an den türkischen Club Çaykur Rizespor verkauft. Mittlerweile ist bekannt, dass der FCL Jantscher vor allem aus wirtschaftlichen Gründen verkaufte. Seit Dezember 2017 ist Jantscher übrigens vertragslos. Er hat seinen Vertrag aufgelöst, weil er vier Monate kein Gehalt mehr erhalten haben soll.

Auch ohne Club ist Jantscher fleissig – und vor allem kreativ – am Trainieren: 

 

Flop: Kaja Rogulj

Ebenfalls auf die Saison 14/15 hin verpflichtete der damalige Sportchef Alex Frei Kaja Rogulj von Austria Wien. Der kroatische Innenverteidiger fehlte bereits bei seinem vorherigen Verein oft mit Rückenverletzungen. Dies setzte sich auch in Luzern fort. So kam Rogulj in den drei Jahren beim FC Luzern nur auf 27 Einsätze. Zwischenzeitlich wurde er noch ein halbes Jahr nach Le Mont verliehen, zum Ende seiner Vertragslaufzeit in die Reserve abgeschoben. Rogulj sass seinen Vertrag aus. Gemäss «Blick»-Informationen verdiente er in der U21-Mannschaft 35’000 Franken pro Monat – der FCL dementierte diese Zahl jedoch.

Meist war der Trainingsanzug das gewohnte Tenue von Kaja Rogulj.

Meist war der Trainingsanzug das gewohnte Tenue von Kaja Rogulj.

(Bild: Martin Meienberger/ freshfocus)

Top: Oliver Bozanic

Ein gutes Händchen bewies der FC Luzern mit der Verpflichtung von Oliver Bozanic im Sommer 2014. Der Australier stiess von den Central Cost Mariners zu den Luzernern. Der Mittelfeldspieler mit den auffällig roten Haaren absolvierte 51 Spiele in der Super League und schoss dabei sechs Tore. Nach zwei Jahren in Luzern wechselte er zurück nach Australien, später nach Japan. Interessant: Genau wie Jakob «Köbi» Jantscher ist Bozanic aktuell vereinslos.

Von einer «fantastischen Reise» mit dem FCL schreibt Bozanic zum Abschied auf Instagram:


 

Der FC Luzern hat ausserdem in den vergangenen Jahren weitere Spieler aus dem Ausland verpflichtet. Positiv sind sicherlich die Engagements von Jahmir Hyka und Tomislav Puljic zu bewerten – auch einen Joao Paiva entdeckte man einst in Zypern, er schoss in 81 Spielen 31 Tore. 

Weitere Flops gäbe es ebenso. Fast unvergessen ist das Missverständnis mit Innenverteidiger Andrés Lama in der Rückrunde 2015/16, der nur sechs Spiele für die Luzerner absolvierte. 

 

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2 Kommentare
  1. Raffael Gründeler, 30.01.2018, 15:57 Uhr

    Naja, Bozanic war für mich jetzt nicht wirklich top… klar in den ersten 5 Meisterschaftsspielen gelangen ihm 5 Tore… Danach kam jedoch nicht mehr viel von Ihm.
    Aber die Liste mit den Flops in den letzten paar Jahren könnte noch viel länger sein…. zb. ein Thomas Prager fehlt noch in der Liste, um mal einen aufzuzählen..

    1. Frida Knutsen, 31.01.2018, 22:15 Uhr

      Ja die Liste der Flops ist definitiv länger Fandrich, Schachten, Brandenburger, Yesil, Cirjak, Basha, …… Mir kommen gleich die Tränen. Am besten Cirkovic und Gvilia auch gleich auf die Liste nehmen…. Man hätte besser nur einen guten Spieler geholt. Man ist leider lernresistent.
      Trotzdem freue ich mich aufs Spiel am Samstag. Bin wohl auch lernresistent:-)