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Urbaner Groove im einst behäbigen «Grand Café»
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Die Mitinhaber Pascal Nussbaumer (l.) und Patrick Wismer (Mitte) mit dem Küchenchef Cédric Blesi. (Bild: mbe.)

Junge Zuger modernisieren das «GC» Urbaner Groove im einst behäbigen «Grand Café»

4 min Lesezeit 23.03.2017, 14:05 Uhr

Seit dem Besitzerwechsel Anfang Jahr weht ein frischer Wind im Grand Café an der Bahnhofstrasse. Die neuen Betreiber haben das «GC» die letzten Wochen umgebaut. Ihr Ziel ist, die Stadtzuger zu motivieren, den Ausgang vermehrt in Zug zu geniessen.

«Grand Café» steht in riesigen Lettern an der Wand der Bar. Ein Künstler hat die Schrift, wie auch viele andere neue Gestaltungselemente, von Hand gestaltet. Neu ist auch, dass die Betreiber dem hinteren Teil des Lokals einen zweiten Namen gegeben haben: «Hello World City». Doch davon später.

Was gleich geblieben ist: Man kann auch weiterhin ab 5.30 Uhr in der Frühe im «GC», wie das Grand Café genannt wird, seinen Kaffee geniessen und Zeitungen oder zentralplus lesen.

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Das kulinarische Angebot wurde aber verbreitert: Mittags bietet der 36-jährige Geschäftsführer Patrick Wismer seit Anfang Jahr neben den beliebten Salaten und Canapés auch Fleisch-, Fisch- und Pastagerichte dazu. «Alles frisch und hausgemacht», versichert Wismer. Speziell: Das neue Grand Café/Hello World City hat einen eigene Konditorei im Haus, wo täglich 200 bis 300 Canapés hergestellt werden.

Zwei Zuger Geschäftsleute genehmigen sich einen Kaffee vor dem neuen Schriftzug.

Zwei Zuger Geschäftsleute genehmigen sich einen Kaffee vor dem neuen Schriftzug.

Mittwoch bis Samstag abends offen

Nach dem Umbau der letzten Wochen geht man nun einen Schritt weiter. Ab diesem Mittwoch wird es jeweils abends schick im hinteren Caféteil auf der Seite Poststrasse. Denn dieses verwandelt sich in ein urban-hippes Restaurant. «Von Mittwoch bis Samstag ist das Hello World City bis 23 Uhr geöffnet», erklärt der Geschäftsführer. Früher sei der Caféteil nachts geschlossen und nur noch die Bar offen gewesen.

Ein Gastroprofi und zwei Sportler

Patrick Wismer hat das Grand Café mit zwei Freunden der Familie Huber abgekauft, die weiterhin das «Dukes» betreibt. Wismer ist der Gastroprofi im Team, seine Mitstreiter sind zwei Sportler: der 31-jährige Pascal Nussbaumer, Verteidiger beim SC Cham, und der 30-jährige Goalie der Schweizer Eishockeynati, Reto Berra, der bei den Florida Panthers unter Vertrag steht. Nussbaumer und Berra bleiben gerne im Hintergrund, während Wismer an der Front ist und mittlerweile zwei Läden schmeisst. Zum «Hello World» in Baar ist nun das neue «Hello World City» in Zug dazu gekommen.

Die Bar ist Mittwoch und Donnerstag bis Mitternacht, Freitag und Samstag bis 2 Uhr geöffnet. Probleme mit den Nachbarn befürchten die Betreiber keine wegen der neuen längeren Öffnungszeiten. Hier im Geschäftsviertel wohnten ohnehin wenig Leute. Mit schalldämpfenden Matten an der Decke hat man aber vorgesorgt.

Hello World!

Wismer betreibt seit 2014 an der Grabenstrasse in Baar das Restaurant Hello World. Es laufe super, sagt er. Statt 100 Plätze wie in Baar wird das neue Zuger Schwesterchen «Hello World City» rund 40 Plätze haben. Kulinarisch wird es sich anlehnen: «Die Hälfte der kulinarischen Angebote vom Hello World in Baar werden wir auch in Zug anbieten. Ziel ist ein Wiedererkennungseffekt.» Dafür ist Küchenchef Cédric Blesi zuständig, der zwischen beiden Lokalen pendelt.

«Ich wollte ein Restaurant, wo es mir nie langweilig wird.»
Patrick Wismer, Zuger Gastronom

Schweizer und internationale Küche

Die Küche des «Hello World» ist bunt und international als Anlehnung an den Mix der hiesigen Bevölkerung. Sie bietet etwas für jeden Geschmack. Vom japanischen Sushi über das einheimische Forellenfilet und das Cordon Bleu bis zu Burgern und Pouletflügeli mit hausgemachter Sauce reicht die Bandbreite. «Ich wollte ein Restaurant, wo es mir nie langweilig wird, und  mein Servicepersonal nicht 20 Jahre die selbe Pizza servieren muss», sagt Patrick Wismer.

Während man im Lokal in Baar abends chick dinieren kann oder Feste feiert, soll es in Zug unkomplizierter zu und her gehen, weniger formell. Die Idee ist, das ganze Lokal von morgens bis abends mit Leben zu füllen.

Die Bar erfüllt dabei einen besonderen Zweck. «Sollte es abends Stau im neuen Restaurant geben, kann man sich dort einen Apéro genehmigen, bevor man zum Essen schreitet. Oder umgekehrt, sich nach dem Essen einen «Schlummi» genehmigen.» Die Bar bietet 15 verschiedene Biersorten an.

Der neu mit speziellen Lampen gestaltete Café-Teil des Lokals. Hier kann neu von Mittwoch bis Samstag abends gegessen werden.

Der neu mit speziellen Lampen gestaltete Café-Teil des Lokals. Hier kann neu von Mittwoch bis Samstag abends gegessen werden.

(Bild: mbe.)

Ausgang in Zug verbringen

Die Idee von Wismer und seinen Mitstreitern ist, dass ihr neues Lokal zu einem attraktiven Treffpunkt für den Ausgang in Zug wird. «So hoffen wir, die Zuger in Zug halten zu können, wo die Atmosphäre noch persönlich ist.»

Man könne bei ihnen auch rasch einen Drink oder einen Snack geniessen, dann ins Kino oder an den Eishockey-Match gehen, wieder zurück kommen, wie es beliebt. Im Sommer hat das Lokal zwei Aussenterrassen hinten, und vorne zur Bahnhofstrasse.

Wir fanden, der Name Hello World würde gut zu Baar und Zug passen.»
Patrick Wismer

Zug und Umgebung hätten in letzter Zeit zusätzlich zu den bestehenden Angeboten lässige neue Gastrokonzepte erhalten, Wismer zählt als Beispiel das «Meat-In» in der Grafenau und die Bar «Cheers» in Baar auf (zentralplus berichtete). Wismers Herz schlägt für die Gastronomie, das merkt man, wenn er voller Begeisterung seine Ideen schildert (siehe Box). Seine Eltern, die Spadeas, führten bis 2005 den «Frohsinn» hinter dem Hotel Ochsen in Zug. Ab 2007 leitete Wismer sieben Jahre lang mit Erich Barth das Restaurant Schiff in Zug.

2014 hat er dann sein eigenes Lokal in Baar aufgemacht. Benannt ist es nach der Überbauung Hello in Baar. «Wir fanden, der Name Hello World würde gut zu Baar mit seinem internationalen Mix von Einheimischen und Expats passen und Offenheit signalisieren», sagt der Gastronom.

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