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Unzufriedene ESAF-Helfer? Fehlanzeige!
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Für die Helferinnen gibt es ein Weihnachtsgeschenk von den ESAF-Organisatoren. (Bild: swiss-image.ch/ Remy Steinegger)

OK präsentiert Zahlen und Umfrageergebnisse Unzufriedene ESAF-Helfer? Fehlanzeige!

4 min Lesezeit 06.12.2019, 18:20 Uhr

Das ESAF 2019 in Zug war ein Grossanlass der Superlativen. Dies schlägt sich auch in den von den Organisatoren präsentierten Zahlen nieder. So hoben die Schwingfans an den Bankomaten auf dem Festgelände total 3,5 Millionen Franken ab.

Unübersehbar waren sie auf dem ESAF-Festgelände: Mit orangem Shirt und oranger Mütze wuselten die Helfer zu Hunderten umher, sammelten Glasflaschen ein und brachten Wurst und Bier an die Festbesucher. Diese Woche erreichte die «Chrampfer» die frohe Kunde, dass sich der Präsidialausschuss des OK entschieden hat, pro geleistete Helferstunde 16 statt der ursprünglich geplanten 8 Franken auszubezahlen (zentralplus berichtete).

Das «grosszügige Weihnachtsgeschenk», wie es OK-Präsident Heinz Tännler nennt, mussten sich die über 6’000 Helferinnen und Helfer mit total 85’000 geleisteten Stunden hart erarbeiten. Doch offenbar machte ihnen das «Chrampfen» durchaus Spass. Dies zeigen die Zahlen, welche Geschäftsführer Thomas Huwyler am Freitag anlässlich der ESAF-Abschluss-Medienkonferenz präsentierte.

Im Anschluss an das ESAF in Zug führten die Organisatoren eine Umfrage unter den Helfern durch. 91 Prozent der Helfer waren demnach «sehr zufrieden» mit dem Fest und 9 Prozent «zufrieden». Alles darunter wurde offenbar gar nicht erst angekreuzt. Nach ihrem Arbeitseinsatz gefragt, waren 61 Prozent sehr zufrieden und 38 Prozent zufrieden damit.

Für Heinz Tännler ist die Arbeit rund um das ESAF noch nicht zu Ende.

Thomas Huwyler und Heinz Tännler warteten an der Medienkonferenz mit weiteren erwähnenswerten Zahlen und Fakten auf:

• Nicht nur die Helfer zeigen sich glücklich mit dem Megaanlass, sondern auch die Anwohner: 95 Prozent der Befragten waren sehr zufrieden mit dem Eidgenössischen, 3 Prozent zufrieden. Ausserdem störten sich 90 Prozent der Befragten überhaupt nicht oder nur sehr wenig an herumliegendem Abfall.

• Der Traditionsanlass wird immer digitaler. Über 50 Millionen Mal wurde die ESAF-Website während der Festwoche aufgerufen. 2013 zählte das ESAF in Burgdorf 1.5 Millionen Aufrufe auf seiner Website für den gesamten August. 450’000 Leute verfolgten pro Tag das Geschehen in Zug auf der offiziellen Facebook-Seite. In Estavayer waren es erst 200’000. Auf der anderen Seite werden immer weniger gedruckte Ranglisten verkauft. In Zug waren es rund 40’000 Einteilungs- und Ranglisten.

• Generell brauchen die Besucher weniger Papier und Karton. 28 Gramm pro Person wurden gezählt – weniger als in Burgdorf und Estavayer. Laut Heinz Tännler liegt dies auch daran, dass auf einen klassischen Festführer verzichtet wurde.

• Pro Besucher fielen 395 Gramm Abfall an (total 165.8 Tonnen) und damit rund 30 Gramm weniger als in Estavayer. Thomas Huwyler führt dies unter anderem auf das Depotsystem bei den Glasflaschen zurück. «Wir hatten mit 18.5 Tonnen trotzdem viel Altglas. Das heisst, viele Besucher brachten ihre Flaschen aufs Festgelände», so Huwyler.

• Rund 3.5 Millionen Franken wurden an den drei Bankomaten auf dem Gelände während dem ESAF abgehoben. Total wurden 18’300 Transaktionen getätigt.

• Am Sonntagmorgen trafen sich die Blaulichtorganisationen zum Rapport. Fazit: Der schlimmste Vorfall aus der Vornacht war, als eine betrunkene Besucherin vom Barhocker fiel. Insgesamt mussten sich 39 Besucher ins Spital.

• Das Wetter war heiss, doch nicht zu heiss. Die ESAF-Besucher tranken 120’000 Liter Mineral. In Estavayer waren es über 200’000 Liter. Geschuldet war dies der «satanischen Hitze» (O-Ton Heinz Tännler) beim Eidgenössischen vor drei Jahren.

• Die Hitze in Estavayer schlug auch auf den Weinkonsum. Dieser fiel in Zug höher aus (28’100 Liter). Beim übrigen Konsum hat nach offizieller Zählweise Estavayer die Nase vorn. Dies liegt jedoch daran, dass die sieben Restaurants auf dem Zuger Festgelände genauso wenig miteinberechnet wurden wie die kulinarischen Angebote auf dem Campingplatz. Dort waren die Landbesitzer für den Betrieb selbst zuständig.

• Das Wetterglück war den Organisatoren auch während des Auf- und Abbaus hold. Aus diesem Grund war der Abbau zwei Wochen früher abgeschlossen als kalkuliert. Wesentliche Unfälle hat es laut Huwyler auf der Baustelle nicht gegeben.

«Pratteln muss sein eigenes Schwingfest durchführen»

OK-Präsident Heinz Tännler

• Auf den für das ESAF gebrauchten Fussballplätzen kann seit Oktober wieder gegen den Ball getreten werden.

• Die Auslastung der 6’500 Parkplätze war erwartungsgemäss tief: 10 Prozent am Freitag, 35 Prozent am Samstag und 25 Prozent am Sonntag.

• Die ZVB zählte am ESAF-Wochenende 280’000 Fahrgäste – doppelt so viele wie an einem normalen Wochenende.

• Die SBB stellte 73 Extrazüge.

• Für den Trägerverein ist das ESAF 2019 längst noch nicht Geschichte. Die Aufgaben gehen dem Verein auch über 100 Tage nach dem ESAF nicht aus. So wird er beispielsweise im März seinen noch zu finalisierenden Schlussbericht an der Abgeordnetenversammlung für das nächste ESAF in Pratteln präsentieren müssen. Wegen des Schlussberichts und der Schlussabrechnung ist auch die Geschäftsstelle noch nicht obsolet. Diese wird es voraussichtlich bis März geben. So lange wird Thomas Huwyler auch noch als Geschäftsführer amten. Der Verein soll erst einige Monate nach dem ESAF 2022, wo eine Zuger Delegation für die Fahnenübergabe präsent sein wird, aufgelöst werden.

• Das ESAF 2019 in Zug wird einmalig bleiben. Obwohl der Anlass nach Aussage von Heinz Tännler perfekt ablief, wird es in Pratteln keine Kopie geben. «Dies ist gar nicht möglich. Nur schon, weil beispielsweise die Lage und die Verkehrssituation nicht zu vergleichen sind. Pratteln muss sein eigenes Schwingfest durchführen», so Tännler. Man unterstütze die Organisatoren jedoch, was auch vertraglich geregelt sei.

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