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Unzufrieden mit Krienser Stadtrat: Komitee ruft zu Rundumerneuerung auf
  • Politik
Der Krienser Stadtrat könnte im nächsten Frühling völlig anders aussehen. (Bild: zvg)

Vier Neue vorgeschlagen Unzufrieden mit Krienser Stadtrat: Komitee ruft zu Rundumerneuerung auf

3 min Lesezeit 5 Kommentare 23.01.2020, 19:35 Uhr

«Kriens braucht frischen Wind im Stadthaus»: Dieser Meinung ist ein überparteiliches Komitee. Es stellt dem bisherigen Stadtrat ein schlechtes Zeugnis aus und schlägt gleich ein Quartett neuer Kandidaten vor – aus vier unterschiedlichen Parteien.

In der Stadt Kriens tritt mit Stadtpräsident Cyrill Wiget (Grüne) nur gerade ein Exekutivmitglied zurück. Die restlichen vier Stadträte treten am 29. März 2020 für eine weitere Legislatur an.

Das gefällt nicht allen. «Die Krienser Stadtpolitik ist ins Stocken geraten», schreibt ein überparteiliches Komitee am Donnerstagabend in einer Mitteilung, die von Bruno Bienz (Grüne) und Räto Camenisch (SVP) gezeichnet ist. Sie rufen die Krienser Wähler dazu auf, den Stadtrat bei den Wahlen neu zu besetzen.

SP- und FDP-Kandidat treten gegen eigene Leute an

Das überparteiliche Komitee «Frischer Wind für Kriens» habe sich spontan formiert. Zur Wahl vorgeschlagen werden Maurus Frey (Grüne), Cla Büchi (SP), Roger Erni (FDP) und Marco Frauenknecht (SVP). Alle vier Männer sind von ihren jeweiligen Parteien bereits nominiert worden.

«Das ist keineswegs eine SVP-Liste», sagt Räto Camenisch, dessen Partei als einzige der Grossen bisher nicht im Stadtrat vertreten ist. Hinter der Aktion stehe ein 25-köpfiges Unterstützerkomitee. 

Werden vorgeschlagen (im Uhrzeigersinn von oben links): Marco Frauenknecht, Maurus Frey, Cla Büchi und Roger Erni.

Besonders für Cla Büchi und Roger Erni eine spezielle Situation: Denn mit dieser überparteilichen Liste treten sie gewissermassen gegen ihre Parteikollegen, die bisherigen Stdaträte Judith Luthiger-Senn (SP) und Matthias Senn (FDP) an. Doch das nehmen sie offensichtlich in Kauf: Die beiden hätten in die Liste eingewilligt, heisst es auf Nachfrage beim Komitee.

Kritik an Schlammschlacht im Stadtrat

Dass sich Vertreter von vier Parteien für eine solche Aktion zusammentun, habe er in Kriens noch nie erlebt, so Camenisch. Das Komitee schlage mit vier «neuen, unverbrauchten und fähigen» Kandidaten von links bis rechts eine ausgewogene Zusammensetzung des Stadtrats vor. Abgesehen davon, dass das Durchschnittsalter im Gremium deutlich sinken würde, lautet die Maxime: «Fähigkeit und Tatkraft vor engstirniger Parteipolitik». Die vier Neuen seien an einer ehrlichen Dialogbereitschaft und an konstruktiven Zusammenarbeit interessiert, heisst es in der Mitteilung weiter.

«Das Gremium hat schlecht funktioniert und die Vorfälle haben dem Renomee von Kriens geschadet.» 

Räto Camenisch, Einwohnerrat

Es sind Aussagen, die erstaunlich direkt den aktuellen Stadtrat ins Visier nehmen. Dieser sorgte in der laufenden Legislatur für Schlagzeilen, nachdem sich die fünf Mitglieder in der Diskussion über ihre eigenen Löhne und Pensen zerstritten. Ein Mediator musste beigezogen werden und Stadtpräsident Wiget wurde öffentlich vorgeworfen, das Kollegialitätsprinzip missachtet zu haben (zentralplus berichtete).

Auslöser waren laut Camenisch in der Tat die Streitereien und Unkollegialitäten im Stadtrat. «Das Gremium hat schlecht funktioniert und die Vorfälle haben dem Renomee von Kriens geschadet.» 

Komitee wünscht sich mehr Teamfähigkeit

«Wenn wir Kriens vorwärts bringen wollen, ist ein teamfähiger Stadtrat unabdingbar», stimmt Bruno Bienz mit ein. Einzelne Mitglieder des amtierenden Gremiums werden nicht zur Abwahl empfohlen.

Für Camenisch Räto ist indes klar, dass dieser Aufruf nötig ist. «Wenn man es klassisch betrachtet, wird nur ein Sitz frei. Doch wir wollen signalisieren, dass es Zeit wäre für eine grössere Veränderung.» 

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5 Kommentare
  1. Casper, 26.01.2020, 18:21 Uhr

    Ich finde diese Idee des Komitees sehr gut. Die alten Gemeinde/Stadträte hatten ja eh nur Zoff untereinander, dazu die groben Ungereimtheiten bei den Ausgaben Sportplatz Kleinfeld und Stadthaus. Auch hörte man von vielen Wechseln bei Spitzenbeamten. Ich empfehle allen, die Einwohnerratssitzungen, die alle öffentlich sind, zu besuchen, dort lernt mal viel über die Arbeit unseres Stadtrats. Unterstützen wir die neu portierten Kandidaten, es kann nur besser werden!

  2. Stofe, 24.01.2020, 08:28 Uhr

    Endlich sind noch mehr Leute, denen die Augen aufgehen

  3. Heinz, der Obernauer, 24.01.2020, 05:17 Uhr

    Ein guter Ansatz und hoffentlich von Erfolg gekrönt. Ich habe den Eindruck, dass in Kriens wirklich nur lustlose Verwalter am Werk sind. Ideenlos und nur auf Titel und Einkommen fixiert. Da gibt es tatsächlich bessere und fähigere Leute… Viel Erfolg der neuen Bewegung …

    1. Toni Meier, 26.01.2020, 17:08 Uhr

      Es kann doch nicht sein, dass eine Gemeinde mit 26 000 Einwohnern von einem Hobby – Gemeinderat verwaltet wird. Scheinbar doch, die verschiedenen fragwürdigen Resultate sind gut sichtbar.

  4. Kasimir Pfyffer, 23.01.2020, 19:50 Uhr

    Die Krienser Exekutive braucht tatsächlich eine Neubesetzung. Die meisten der Bisherigen klammern sich an ihren Posten, sind Verwalter statt Gestalter. Ein müder Verein, der lustlos vor sich hin geschäftet. Sprechblasen und Durchhalteparolen kommen aus dem güldenen „Stadthaus“, aber nie ein frischer Wind. Erlösen wir sie und uns von diesem Agglo-Koma-Elend und wählen wir unverbrauchte Junge, die wollen und können!