Unterirdische «Stadtpassage» soll Luzerns Carproblem lösen
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Reisecars sollen künftig nicht mehr in der Luzerner Innenstadt parkiert werden. (Bild: Emanuel Ammon/AURA)

Neuer Vorschlag Unterirdische «Stadtpassage» soll Luzerns Carproblem lösen

2 min Lesezeit 1 Kommentar 23.04.2021, 16:59 Uhr

Das Luzerner Reisecar-Problem ist aktuell zwar nicht besonders akut. Für die Zeit nach Corona bringen Private einen neuen Lösungsansatz ins Spiel. Künftig sollen die Cars beim Kantonsspital untergebracht werden

Der Kern der neuen Idee sieht folgendes vor: Beim Kantonsspital soll ein unterirdisches Carparking entstehe, das Platz für 30 bis 40 Cars bietet. Die Zufahrt erfolgt über eine neue, unterirdische Zufahrt direkt ab der Sedelstrasse. Von der neuen Parkierungsanlage sollen die Gäste über eine rund 800 Meter lange «Stadtpassage» – einen unterirdischen Fussgängertunnel – direkt in die Altstadt gelangen.

Die Idee stammt von Verein IG Stadtpassage. Dieser wurde im März 2021 gegründet und wird von CVP-Grossstadtrat Roger Sonderegger präsidiert. Starten soll das Projekt synchron zur zweiten Bauetappe der Neugestaltung des Kantonsspital-Areals (zentralplus berichtete).

So soll das Projekt «Stadtpassage» funktionieren:

Tunnel mit Flughafenfeeling

In der Stadt Luzern werde heute durch die Carparkierung wertvolle Plätze wie das Inseli, der Schwanenplatz und der Löwenplatz blockiert, schreiben die Initianten der «Stadtpassage» in einer Mitteilung. «Eine ökologisch, städteplanerisch und wirtschaftlich sinnvolle Lösung für die Cars und ihre Reisegruppen ist in der Stadt Luzern weiterhin nicht in Sicht.» Für die Zeit nach der Corona-Epidemie sei jedoch eine geeignete Alternative für die Carparkierung notwendig. Einen solchen biete ihr Projekt.

Die unterirdische Passage soll mit Rollsteigen versehen werden, wie sie von Flughäfen und Messearealen bereits bekannt sind. Das Projekt biete der Stadt Luzern mehrere Vorteile, sind die Initianten überzeugt: «Die Innenstadt wird vom Car-Verkehr weitgehend befreit, und mehrere wichtige Plätze und Grünanlagen werden frei für andere Nutzungen.» Es entstehe zudem eine sichere Fussgängerverbindung zwischen Spital und Altstadt. «All dies fördert eine Stadt der kurzen Wege.»

Möglicher Lift ins Bramberg-Quartier

Das Projekt lasse sich zudem auch weiter entwickeln. Weitere Zugänge, zum Beispiel eine Fussgängerverbindung ins Friedental oder eine vertikale Erschliessung des Bramberg-Quartiers, seien denkbar. Eine zusätzliche Passage für den Veloverkehr sei technisch ebenso machbar. Mit der dritten Neubauetappe auf dem Areal des Luzerner Kantonsspitals könnten zudem noch dutzende weitere Car-Parkplätze realisiert werden.

«Falls die Projektidee Stadtpassage bei Politik und in der Bevölkerung den entsprechenden Anklang findet, folgt eine detaillierte Machbarkeitsstudie als nächster Schritt», schreiben die Initianten. Das enge Zeitfenster der Bauarbeiten beim Kantonsspital mache eine straffe Planung ab 2023 notwendig. Spätestens 2024 müsse diese konkretisiert und abgeschlossen sein. «Die IG Stadtpassage rechnet damit, dass das Vorhaben teilweise bereits im Jahr 2026 in die Realisierungsphase gelangen könnte. Sämtliche Planungsschritte müssen parallel und koordiniert mit jenen des Kantonsspitals ausgeführt werden.»

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1 Kommentare
  1. Peter Mächler, 24.04.2021, 08:56 Uhr

    Meine Frau und ich haben vor einigen Jahren Urlaub auf Mallorca verbracht. Sind mit dem öffentl. Bus nach Palma gereist. Palma hat genau solch einen unterird. Busbahnhof, wie die Initianten das mit dem Busparkpl. vorschlagen. Wir haben, dass als eine super Lösung empfunden und uns schoss es beiden wie ein Blitz durch den Kopf, genau so müsste Luzern ihr Problem lösen. Es war sehr sauber und der Busbahnhof lag am Stadtrand unter einem grossen Platz mit Anschlussmöglichkeiten der öffentl. Stadtbuse in alle Richtungen. An die Initianten, super Idee.

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