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Unterägeri: Schüler sollen in alter Turnhalle unterrichtet werden
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Seit die Turnhalle in den 1950er erbaut worden ist, wurde bisher kaum etwas daran modernisiert. (Bild: Reto Jehli)

Schulhaus Acher platzt aus allen Nähten Unterägeri: Schüler sollen in alter Turnhalle unterrichtet werden

4 min Lesezeit 28.05.2018, 18:37 Uhr

Die Acher-Schulhäuser in Unterägeri werden voller und voller. Damit weiterhin alle Kinder Platz finden, müssen neue Schulräume her. Nun ist klar: Die alte Turnhalle wird teilweise zu Schulräumen umgewandelt. Doch bis die Umbauarbeiten abgeschlossen sind, ist erst mal Zusammenrücken angesagt.

Dass Unterägeri wächst und wächst, ist kein Geheimnis. Doch nachdem die Anzahl der Schüler mit etwa 900 über längere Zeit recht konstant war, wird der lernwillige Nachwuchs seit einigen Jahren mehr und mehr. Dies stellt die Gemeinde vor erhebliche Probleme, denn: Die Schulanlage im Acher platzt aus allen Nähten.

Vize-Gemeindepräsident und Vorsteher der Bildungsabteilung Beat Iten (SP) rechnet vor, weshalb so dringend Handlungsbedarf besteht, um dem Schülerandrang Herr zu werden: «Im kommenden Sommer werden wir in der ersten Primarklasse deutlich über 100 Schüler einschulen, was die Eröffnung eines fünften Klassenzugs erfordert.» Iten geht davon aus, dass sich in Zukunft die Schülerzahl pro Jahrgang bei 100 bis 110 einpendeln wird.

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Rot eingekreist die alte Turnhalle, die auch einen Singsaal integriert.

Rot eingekreist die alte Turnhalle, die auch einen Singsaal integriert.

(Bild: Screenshot Google Maps)

Klassengrösse ist ausgereizt

Das Problem lässt sich nun leicht berechnen. Pro Klasse dürfen maximal 24 Kinder sein. 24 × 4 ergibt jedoch nur 96 Schüler. Entsprechend muss eine fünfte Schulklasse her, wie es sie für die erste Primarklasse bereits ab nächstem Schuljahr geben wird. In den nächsten Jahren sei laut dem Gemeinderat in der ganzen Primarschule mit dem Aufbau einer fünften Schulklasse zu rechnen.

«Die kommende Ausbaustufe wird wohl die letzte sein im Acher.»

Beat Iten, Vize-Gemeindepräsident und Vorsteher Bildungsabteilung

Der Gemeinderat reagierte auf die künftig immer knapper werdenden Schulräume, indem er im August 2017 eine Arbeitsgruppe eingesetzt hat, um ein Raumprogramm zu erarbeiten und Standorte für neue Schul- und Betreuungsräume zu evaluieren.

«Als neuer Standort wurde vor allem der Raum Zimmel geprüft, da es dort eine reservierte Fläche für ein Schulhaus gibt», sagt Iten. Da dies Korporationsland sei, hätte das Land nicht gekauft werden müssen, sondern im Baurecht genutzt werden können.

Kantons- und Gemeinderat Beat Iten hofft, durch die Massnahmen den steigenden Schülerzahlen in Unterägeri Herr zu werden.

Beat Iten

(Bild: zVg)

Nun ist bekannt geworden, welche Schlüsse der Gemeinderat aus den Untersuchungen der Arbeitsgruppe gezogen hat. So habe ein neuer, dezentraler Standort einer gründlichen Überprüfung nicht standgehalten. «Zur Vermeidung von Wechselzeiten müssten dort zusätzliche Räumlichkeiten erstellt werden, was weder sinnvoll noch ökonomisch vertretbar ist», lässt der Gemeinderat wissen.

Schlussendlich ist es doch wieder der Acher

Statt eines neuen Standorts wird der Acher ins Visier genommen. Konkret wurde nun beschlossen, die alte Turnhalle mit Schulräumen auszustatten. Eine Machbarkeitsstudie der Bauabteilung hat bestätigt, dass auf diesem Areal ein neues Schulgebäude mit acht bis zehn Schulräumen erstellt werden könne. Das Gebäude soll weiterhin auch als Turnhalle und Singsaal genutzt werden.

Dass die Wahl auf die alte Turnhalle fallen würde, war vor der Studie nicht vorgesehen, wie Beat Iten verrät: «Vielmehr war geplant, das Gebäude aus den 1950er-Jahren zu sanieren. Seither wurde nämlich kaum etwas daran gemacht.»

«Auf Basis der Machbarkeitsstudie rechnen wir mit Investitionen von 14 bis 16 Millionen Franken.»

Beat Iten

Die Turnhalle werde immer noch gebraucht, was wiederum mit den steigenden Schülerzahlen zu tun hat. «Ab Herbst geht ein Teil der Klassen während der Turnstunden nach Oberägeri ins Ägeribad», so Iten. «Da wäre diese Turnhalle obsolet geworden.» Wäre da nicht dieser kommende fünfte Klassenzug.

Acher wird ausgereizt sein

Mit den zusätzlichen Schulräumen, die 200 bis 240 Kindern Platz bieten sollen, hofft man bei der Gemeinde, dass bis 2035 oder gar 2040 keine weiteren Platzprobleme auf Unterägeri zukommen werden. Das ist ganz im Interesse des Gemeinderats, denn Iten ist sich bewusst: «Die kommende Ausbaustufe wird wohl die letzte sein im Acher.»

Doch die Sanierungs- und Umbauarbeiten betreffen nicht nur die alte Turnhalle. Auch was die schulergänzenden Angebote wie Hausaufgabenhilfe, nachschulische Betreuung oder den Mittagstisch betrifft, wird es zu Änderungen kommen. Nach Fertigstellung des neuen Schulhauses wird das gesamte Schulhaus Ost für jene Angebote genutzt und entsprechend umfunktioniert. Andere wie die Logopädie finden im Schulhaus Nord eine neue Heimat.

Neue Räume sollen in gut drei Jahren fertig sein

Was die Kosten für die ganzen Massnahmen anbelangt, sei laut Iten erst eine gröbere Schätzung möglich. «Auf Basis der Machbarkeitsstudie rechnen wir mit 14 bis 16 Millionen Franken.»

Das Schulhaus Ost wird in ein paar Jahren keine Schulklassen mehr beherbergen.

Das Schulhaus Ost wird in ein paar Jahren keine Schulklassen mehr beherbergen.

(Bild: Pentacontrol)

Seit Freitag ist eine Generalplanersubmission ausgeschrieben. Bis im Herbst soll laut Iten ein passender Generalplaner gefunden werden. Bis zum Schuljahr 2021/22 sollen die neuen Schulräume dann bezugsbereit sein, so weit der Zeitplan.

Bis dahin können die Schule und die Betreuungsangebote den zusätzlichen Raumbedarf mit Zwischenlösungen überbrücken. Es seien laut Iten jedoch keine Provisorien in dieser Zeit geplant. Im Acher wird in den nächsten Jahren also Zusammenrücken angesagt sein.

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