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«Unser wahres Gesicht wird erst im Oktober erkennbar sein»
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Thomas Häberli definiert sich primär als Resultat-Trainer. (Bild: Martin Meienberger/freshfocus)

Trainer Thomas Häberli über die Offensivleistung des FCL «Unser wahres Gesicht wird erst im Oktober erkennbar sein»

3 min Lesezeit 5 Kommentare 10.08.2019, 05:00 Uhr

Kein Tor in den letzten beiden Meisterschaftsspielen gegen den FC Zürich und Aufsteiger Servette: Offensiv ist der FCL noch nicht in Schwung gekommen. Für den Trainer ist das aber nicht beunruhigend.

Die Frage passte ihm offensichtlich nicht. Sie lautete, ob auch er von den spielerischen Vorstellungen der Luzerner in der noch jungen Saison enttäuscht sei. Also zuckte Thomas Häberli verständnislos mit den Schultern und entgegnete: «Als Trainer muss ich mich an den Resultaten festhalten.» Getreu dem Motto: Der Totomat entscheidet über die Jobsicherheit des Trainers.

Häberlis Resultate sind in der Summe nicht schlecht: Ein 2:0 zum Auftakt in St. Gallen, ein 0:0 gegen den FC Zürich und am letzten Sonntag ein 0:1 beim Aufsteiger in Genf. Und dazwischen die beiden 1:0-Siege gegen die schnell an ihre Leistungsgrenze stossenden Färinger aus Klaksvik, die zum erstmaligen Vorstoss auf europäischer Bühne reichten. Dieses Thema wird aber nach dem 0:3 am Donnerstag gegen Espanyol Barcelona bald gegessen sein.

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Häberli: «Die Resultate stimmen»

Was ist also das Problem? Nun, der FCL lieferte noch nicht eine einzige überzeugende Offensivleistung ab. Er lebte von seiner sattelfesten Abwehr und davon, dass ihm die Glücksgöttin Fortuna bis zum Auswärtsspiel in der Westschweiz nicht ungnädig gestimmt war.

Doch von einem spielerischen Kriechgang seiner Mannschaft wollte Häberli nichts wissen. Er beharrte darauf, dass «die Resultate stimmen. Bis zum Spiel in Genf war alles gut.»

Doch einen beträchtlichen Teil der zahlenden Kundschaft in der Swissporarena gelüstet es auch nach Unterhaltung. Nach packenden Torszenen vor dem gegnerischen Tor. Dass der Besucherschnitt in der letzten Saison zum ersten Mal seit der Eröffnung der Swissporarena 2011 unter 10’000 fiel (zentralplus berichtete), darf von den FCL-Machern nicht unterschätzt werden.

Aber auch Sportchef Remo Meyer, der sein Business langfristig planen muss, wird ein ureigenes Interesse daran haben, dass nicht nur die Resultate stimmen. Sondern dass sich auch die Mannschaft und die Einzelspieler in eine positive Richtung weiter entwickeln.

Häberlis zwischenzeitliche Zielsetzung

Häberli verlangte vom FCL-Umfeld Zeit und Geduld. Der Trainer argumentierte damit, dass es im Kader mit den Zuzügen und Abgängen Korrekturen gegeben habe. Und dass es bis zum Transferschluss am 2. September noch weitere geben könne. Er folgerte: «Unser wahres Gesicht wird erst im Oktober erkennbar.»

«Für mich ist die Situation nicht beunruhigend.»

FCL-Trainer Thomas Häberli

Bis zum Herbst gab der FCL-Trainer darum folgende Zielsetzung heraus: «Stabil agieren und Spiele gewinnen.»

Häberli hat die optimale Zusammensetzung der FCL-Offensive noch nicht gefunden (zentralplus berichtete). Darum hat er den Angriff immer wieder neu aufgestellt. Als ehemaliger Klasse-Stürmer in der höchsten Schweizer Liga mag es ihn zusätzlich fuchsen, dass er den Dreh noch immer nicht raus hat.

Wichtige Spieler in einer Formkrise

Seine Arbeit wird dadurch erschwert, dass Captain, Vorkämpfer und Goalgetter Pascal Schürpf in eine Schaffenskrise geraten ist (zentralplus berichtete) und sich gegen Espanyol gar verletzt meldete. Aber auch Marvin Schulz läuft seiner grossen Form der letzten Saison hinterher und Shkelqim Demhasaj konnte noch nicht Werbung in eigener Sache machen. Und für den neu verpflichteten Francesco Margiotta hat Häberli die optimale Position noch nicht gefunden.

Selbstverständlich nahm er jeden dieser Offensivspieler öffentlich in Schutz. Im Wissen darum, dass er sich mit öffentlicher Kritik teamintern selber angreifbar machen würde. Darum wischte er die Kritik am Luzerner Offensivspiel mit dem Hinweis weg: «Für mich ist die Situation nicht beunruhigend.»

Dem nächsten Heimspiel am Sonntag gegen Thun (16 Uhr, Swissporarena) kommt für Häberli als Resultat-Trainer dennoch eine übergeordnete Bedeutung zu. Die Berner Oberländer haben zwar zwei Punkte weniger auf dem Konto als die Luzerner, aber sie sind in ihren drei bisherigen Spielen schon dem Zweiten (Basel) und dem Dritten (Lugano) der letzten Saison gegenüber gestanden.

Auf Häberlis FCL warten mit Sion (auswärts), Meister YB (zu Hause) und Lugano (auswärts) die grösseren Happen erst noch. Der Totomat wird über seine Arbeit richten.

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5 Kommentare
  1. Cazzaniga Bruno, 12.08.2019, 10:26 Uhr

    Welchen Oktober meint er wohl ?

  2. Schleiss Lukas, 11.08.2019, 18:31 Uhr

    Nur noch den abschlus trainiren …. noch kein heim tor in der super lieg . Das tor mus mal her !

  3. Joseph de Mol, 10.08.2019, 22:26 Uhr

    Grosse Töne wie immer vom FCL. Und dann wieder ein zahnloser und blutleerer Auftritt nach dem anderen. Beim gross rumposaunen wäre der FCL allerdings unangefochtener Leader! Wie wäre es mal mit ein bisschen, wirklich nur einem kleinen bisschen mehr Bescheidenheit? Diese Überheblichkeit ist ja wirklich schon zum Fremdschämen!!

  4. Alois, 10.08.2019, 18:27 Uhr

    Da Frage ich mich schon, weshalb erst im Oktober. Ist doch ein schlechter Witz.Die Saison beginnt mit dem ersten Spiel.

  5. Jonas87, 10.08.2019, 10:09 Uhr

    Ich hoffe das man noch Spieler fürs Mittelfeld holt. Es gäbe in der Super League oder Challenge League viele junge Vertragslose Spieler, die man holen könnte.