«Unnötiger Luxus»: Lehner-Chef Meier will keine Papi-Zeit
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Lehner-Versand CEO Thomas Meier (FDP)

Luzerner Bürgerliche gegen Vaterschaftsurlaub «Unnötiger Luxus»: Lehner-Chef Meier will keine Papi-Zeit

2 min Lesezeit 1 Kommentar 03.08.2020, 21:00 Uhr

Damian Müller ist gegen «geschenkten» Vaterschaftsurlaub. Und nun äussert sich auch ein zweiter prominenter FDP-Vertreter aus Luzern: Thomas Meier ist Chef des Vesandhauses Lehner in Schenkon. Die Mutterpartei hält sich derweil zurück.

Damian Müller hat vergangene Woche ins Wespennest gestochen: Er bezeichnete den zweiwöchigen Vaterschaftsurlaub, über den am 27. September abgestimmt werde soll, als «Geschenk» (zentraplus berichtete).

Er ist offenbar nicht der einzige Luzerner FDP-Politiker, der dem Anliegen kritisch gegenüber steht. Im «Tages Anzeiger» äusserte sich Thomas Meier, FDP-Kantonsparlamentarier und Mitinhaber des Lehner-Versandhauses in Schenkon, ebenfalls zum Thema.

Meier, der sich sonst in gesellschaftspolitischen Fragen zurückhält, sagt, er hätte nach einem Leserbrief, den die «Luzerner Zeitung» abgedruckt hat, viel Zuspruch erhalten. Der Titel: «Vaterschaftsurlaub ist ein unnötiger Luxus». Kantonsrat Meier stiess dabei ins selbe Horn wie Ständerat Müller.

Was auffällt: Meier und Müller gehören zu den wenigen Bürgerlichen, die sich derart dezidiert äussern. FDP und SVP enagieren sich offiziell nicht gegen den Vaterschaftsurlaub, auch wenn viele ihrer Vertreter die Vorlage ablehnen. Die Angst scheint gross, sich unbeliebt zu machen.

Lehner führt Vaterschaftsurlaub freiwillig ein

Nicht so bei Meier: Er findet, Vaterschaftsurlaub sei Sache der Arbeitgeber, nicht des Bundes. Zudem sei wegen der Corona-Krise aktuell der «falsche Zeitpunkt» dafür. Er selbst sieht sich als sozialen Arbeitgeber, der seinen Mitarbeitern eine fünfte Ferienwoche, gratis Parkplätze und 25 Prozent Mitarbeiter-Rabatt gewährt. Ein Vaterschaftsurlaub sei bisher kein Thema gewesen. Trotzdem wolle der Verwaltungsrat demnächst eine Woche Vaterschaftsurlaub beim Lehner-Versand beschliessen.

Während das für ein Unternehmen wie den Lehner-Versand mit seinen 250 Mitarbeitern möglich sei, wäre ein gesetzlich verankerter Vaterschaftsurlaub für viele Klein- und Kleinstunternehmer nicht stemmbar. Und diese Kleinstunternehmen würden den grössten Teil der Unternehmenslandschaft im Kanton Luzern ausmachen, wirft Meier schliesslich in die Waagschale.

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1 Kommentare
  1. CScherrer, 04.08.2020, 07:48 Uhr

    Er sieht sich als sozialer Arbeitgeber indem er den Mitarbeitenden gratis Parkplätze zur Verfügung stellt. An Sauglattismus nicht zu überbieten.

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