Universität Luzern expandiert in den Kanton Uri
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Universität Luzern Uni PH Pädagogische Hochschule (Bild: bic)

«Kulturen der Alpen» sollen erforscht werden Universität Luzern expandiert in den Kanton Uri

3 min Lesezeit 20.11.2018, 12:58 Uhr

Die Uni Luzern wird im Urnerland ein neues Hochschulinstitut einrichten. Der Kanton Uri bezahlt die Infratruktur, die Uni Luzern liefert die Inhalte – erste Forschungsthemen stehen schon fest. Angelegt ist es als dreijähriges Pilotprojekt, von dem aber jetzt schon gewiss ist, dass es weiter geführt wird.

Der Regierungsrat des Kantons Uri will in Zusammenarbeit mit der Universität Luzern ein universitäres Forschungsinstitut in Uri schaffen, wie die Standekanzlei des Gotthardkantons am Dienstag mitteilte. Das Institut «Kulturen der Alpen» soll zunächst für eine Dauer von drei Jahren, von Mitte 2019 bis Mitte 2022, betrieben werden. Die Schaffung eines Bildungs- beziehungsweise Forschungsinstituts aus dem Hochschulbereich steht im aktuellen Regierungsprogramm von Uri.

Bei der Entwicklung des Instituts haben Prorektor Professor Markus Ries und Professor Boris Previšić Mongelli seitens der Universität Luzern massgeblich mitgewirkt. Für den Aufbau von «Kulturen der Alpen» zeichnet Boris Previšić Mongelli zusammen mit zwei weiteren Professuren der Universität Luzern verantwortlich.

Erforschen, was die Urner beschäftigt

Er ist Professor für Literatur- und Kulturwissenschaft, gegenwärtig an der Kultur- und Sozialwissenschaftlichen Fakultät der Universität Luzern. Er will ab Mitte 2019 mehrere Doktorierende in Altdorf einsetzen. Seitens des Instituts ist auch geplant, jährlich wissenschaftliche Tagungen in Uri durchzuführen. Dies als Beitrag zur lokalen Verankerung und zur Förderung der interdisziplinären Forschung.

Der Urner Bildungs- und Kulturdirektor Beat Jörg (CVP) sagt: «Mit einem gezielt interdisziplinär ausgerichteten Forschungsinstitut erschliesst der Kanton Uri ein breites Forschungsfeld, das die Zukunft des Kantons aktiv mitformen kann.» Indem hier regionale Fragestellungen wissenschaftlich aufgearbeitet, publiziert und diskutiert werden, wolle Uri seinen Anliegen national und international nachhaltig Gehör verschaffen.

Wasserzinsen, Tourismus, Militär – und Literatur

Boris Previšić Mongelli erklärt die Forschungsschwerpunkte: «Die Pflege des historisch-kulturellen Erbes und die Kultur und Sozialkontakte Richtung Süden sind ein Forschungsgebiet, das sich geradezu für das neue Institut anbietet.» Dank der interdisziplinären Ausrichtung könne man aber auch weitere Gebiete abdecken. «Ich denke da zum Beispiel an die historische Argumentation für angemessene Wasserzinsen, an Forschungen zur Maturitätsquote, zur touristischen Ausrichtung, zur Energiewende oder zu gesetzlichen und politischen Rahmenbedingungen für die Landwirtschaft», so der Kulturwissentschaftler.

Ein erstes Projekt, das am geplanten Institut angesiedelt werden soll, ist das soeben vom Schweizerischen Nationalfonds bewilligte und finanzierte historisch-literaturwissenschaftliche Projekt «Gebirgskrieg und Réduit in der Literatur».

Mit mehr Renommee kann man Forschung besser finanzieren

Für die Universität Luzern will durch das Institut «Kulturen der Alpen» zusätzliche Attraktivität auf nationaler und internationaler Ebene erreichen. So könnten die meisten Forschungsprojekte von Dritten finanziert werden, während der Kanton Uri hauptsächlich die Kosten für Institutsräumlichkeiten, Institutsleitung und Sekretariat übernimmt.

Für die dreijährige Startphase budgetiert der Kanton Uri als Beitragszahler durchschnittlich rund 100’000 Franken pro Jahr. Auf längere Sicht stiege die finanzielle Beteiligung des Kantons auf jährlich 300’000 Franken. Der Urner Regierungsrat wird dem Landrat das Projekt mit den definitiven Beträgen im Jahr 2019 im Rahmen eines Verpflichtungskredits zur Genehmigung unterbreiten.

Der Kanton Uri führt zurzeit Vorabklärungen mit möglichen Partnern aus Uri, die sich allenfalls an den Kosten für die Ansiedlung und im Rahmen der Unterbringung des Hochschulinstituts «Kulturen der Alpen» beteiligen würden.

 

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