Uni-Rektor Paul Richli: «Wir stellen nur die Besten an»
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Die Uni Luzern spürt seitens der ausländischen Dozenten keine nennenswerte Verärgerung über das Abstimmunsgresultat. (Bild: mag)

Luzerner Hochschulen nach Zuwanderungs-Initiative Uni-Rektor Paul Richli: «Wir stellen nur die Besten an»

2 min Lesezeit 19.02.2014, 16:06 Uhr

An den Hochschulen der Zentralschweiz hat bisher niemand wegen der Annahme der Zuwanderungs-Initiative gekündigt. Vielmehr wüssten die Professorinnen und Professoren, dass sie in Luzern voll akzeptiert sind und bleiben, sagt Uni-Rektor Paul Richli. Auch sollen sich die Studenten weiter für Erasmus bewerben.

An der Universität Luzern spüre man von der Abstimmung wenig, obwohl das Resultat und die möglichen Konsequenzen für die Bildungsinstitutionen natürlich schon diskutiert würden, sagt Rektor Paul Richli auf Anfrage von zentral+. Personelle Abgänge gebe es jedoch keine. «Die Professorinnen und Professoren, gleich aus welchem Land, wissen, dass sie bei uns voll akzeptiert sind und bleiben. Die Universität Luzern hat sie ja berufen, weil sie sich in einem Bewerbungsverfahren als die Besten erwiesen haben.»

Auch der Hochschule Luzern ist gemäss Mediensprecherin Sigrid Cariola «nichts dergleichen bekannt».

Uni-Rektor Paul Richli will nicht spekulieren, welche langfristigen Konsequenzen die Abstimmung haben könnte. Dies werde auf der nationalen Ebene abgeklärt. «Es bringt nichts, wenn wir jetzt alle jammern», findet Richli.

Zur Praxis sagt, er man empfehle den Studierenden, sich weiterhin für Programme wie Erasmus zu bewerben. Die Mobilität der Studierenden sei ja nicht eingeschränkt. Ausserdem studierten in Luzern nicht nur junge Leute aus dem EU-Raum, sondern «auch beispielsweise aus China, Brasilien oder den USA». Für die Uni Luzern ist es auch nicht existentiell, dass die EU das milliardenschwere Forschungsabkommens «Horizon 2020» vorerst aufs Eis gelegt hat. Diese Gelder flössen vor allem in naturwissenschaftliche Projekt. «Bis anhin haben wir keine europäischen Forschungsgelder beansprucht», sagt der Unirektor.

Christoph Höcker, der seit 1999 einen Lehrstuhl an der ETH Zürich besetzt, hat laut «20 Minuten» wegen des Ja’s der Schweiz zur Zuwanderungs-Initiative gekündigt. «Ich will mich dem zunehmend fremdenfeindlichen Klima in der Schweiz nicht mehr aussetzen», sagt er und beklagt sich über «Deutschen-Bashing» und die Demolierung seines Autos vor drei Jahren. «Ich bin sicher, dass ein Bauernbub aus Obwalden den Kurs schon ordentlich hinbekommt», provozierte der ETH-Dozent.

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