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Uni Luzern wird «autoritär» geführt: «Was sind die wahren Gründe?»
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Nun haben Studenten der Uni Luzern eine Petition gegen die Entlassung des Theologieprofessors Martin Mark eingereicht. (Bild: Emanuel Ammon/AURA)

Petition zur Entlassung von Theologie-Professor Uni Luzern wird «autoritär» geführt: «Was sind die wahren Gründe?»

4 min Lesezeit 1 Kommentar 31.07.2018, 12:00 Uhr

Am Dienstag Morgen haben die Initianten der Petition «Stopp: Entlassung Prof. Dr. M. Mark an der Universität Luzern» ihr Anliegen eingereicht. Sie fordern, dass der Fall vom Universitätsrat untersucht wird. Derweil hat Grünen-Kantonsrat Urban Frye wegen der umstrittenen Entlassung eine dringliche Anfrage gestellt.

In den letzten sieben Tagen haben Studenten der Theologischen Fakultät der Universität Luzern in Form einer Petition Unterschriften gesammelt, um gegen die Entlassung von Professor Mark zu protestieren. Trotz der Ferienzeit sind in dieser kurzen Frist 535 Unterschriften zusammengekommen.

Die Petitionäre kennen Prof. Mark alle aus unterschiedlichen Bereichen und Zusammentreffen. Ihr gemeinsames Anliegen ist, dass die Umstände, die zur Entlassung von Professor Mark geführt haben, sowie seine Absetzung als Dekan im Herbst 2017 untersucht werden (zentralplus berichtete).

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«Die Studenten kennen Professor Mark als eine liebenswürdige, korrekte und anderen Menschen mit Wertschätzung begegnende Person.»

Auszug aus der Petition

Für die 535 Petitionäre ist zunächst der ganze Vorgang der Entlassung nicht nachvollziehbar. «Professor Marks Lehre und Forschung sind ausgezeichnet und bis zum heutigen Tag von niemandem beanstandet worden. Dies wird auch durch eine Mail des Dekans der Theologischen Fakultät bestätigt, in der er auf eine Anfrage unsererseits antwortet, dass niemand an der Fakultät bestreite, dass Martin Mark ein vorzüglicher Wissenschaftler sei und dass er sehr viel Zuspruch unter Studierenden und Lehrenden geniesse», heisst es in der Petition.

«Wir müssen daher folgern, dass die Gründe für die Entlassung von Professor Mark im Bereich der Sozialkompetenz liegen. Aber auch hier können wir Petitionäre keine Defizite ausmachen. Die Studenten kennen Professor Mark als eine liebenswürdige, korrekte und anderen Menschen mit Wertschätzung begegnende Person. Es gibt nahezu keinen anderen Professor, der sich so viel Zeit für die Anliegen der Studierenden nimmt, sei es bei der Betreuung von Vorträgen oder Seminararbeiten oder sei es bei der Begleitung von Masterarbeiten», argumentieren die Petitionäre weiter.

Professor Mark: Konziliant, kompromissfähig

Diejenigen Studierenden, die mit Profesoor Mark in der Fakultätsversammlung, in Berufungskommissionen oder Arbeitsgruppen zusammengearbeitet haben, könnten sich keinen konzilianteren und kompromissfähigeren Menschen als Mark als Vorgesetzten und Führungsperson vorstellen.

Auch ehemalige Professorenkollegen und Mitarbeitende der Universität, so die Petition weiter, würden sich ausnahmslos positiv über Professor Mark äussern. Auch die vielen Unterzeichner aus den Pfarreien, in denen Martin Mark als Priester tätig ist, würden seine Sozialkompetenz bescheinigen.

Auch unter Universitätskollegen sehr angesehen

Nicht zuletzt sei Mark auch unter Kollegen an anderen Universitäten hoch angesehen. Auch (Fach-)Kollegen haben die Petition unterzeichnet. «Auf diesem Hintergrund ergibt sich für uns keine nachvollziehbare und stichhaltige Begründung für eine Entlassung von Professor Mark», fassen die Petitionäre zusammen.

«Was sind die wahren Hintergründe dieser Entlassung?»

Auszug aus der Petition

«Weiter befremdet uns auch die Art und Weise der Kommunikation der Entlassung von Seiten der Universität und auch, dass die Fakultät als Körperschaft zu keinem Zeitpunkt in den Entscheid über die Entlassung eingebunden worden ist. Die Universität ist zumindest auf dem Papier eine paritätische Körperschaft bestehend aus Professorenschaft, Mittelbau und Studenten», heisst es in dem Bittschreiben weiter.

«Haltung und Position überdenken»

Dass die verantwortlichen Stellen sich nicht dazu veranlasst gefühlt hätten, wenigstens einmal die Fakultät und damit die Studenten, die Assistenten und auch das Professorenkollegium um eine Stellungnahme zu bitten, sei unerklärlich und zeuge mehr davon, dass diese Universität als Ganzes «autoritär» geführt werde.

«Was sind die wahren Hintergründe dieser Entlassung und damit verbunden, war der Universitätsrat wirklich vollumfänglich informiert? Welche Rolle spielte Rektor Staffelbach als oberster Leiter der Universität und gleichzeitig als Informant und Antragssteller im Universitätsrat?»

Fragen, die seitens der Petitionäre offen sind. Sie bitten deshalb darum, «Ihre Haltung und Position zu überdenken und insbesondere auch zu berücksichtigen, was für einen enormen Reputationsschaden die Theologische Fakultät und mit ihr die ganze Universität mit dieser Aktion erleidet. Wir hoffen inständig, dass sich durch Ihren Einsatz die Sache zum Wohle aller lenken lässt.»

«Der Regierungsrat ist nun gefordert»

Über die Klärung der Hintergründe der Freistellung des Professors besteht ein erhebliches öffentliches Interesse. «Das zeigt das grosse mediale Echo und die von mehreren hundert Studenten unterzeichnete Petition, welche die Rücknahme der Freistellung und Entlassung fordert.»

Dies findet Urban Frye, Kantonsrat der Fraktion der Grünen. Er hat deshalb eine dringliche Anfrage an den Luzerner Regierungsrat gerichtet.

Der Regierungsrat als oberstes in der Verantwortung stehendes Organ sei nun gefordert, eine zeitnahe Antwort auf die zahlreichen Fragen zu geben und allfällige Korrekturen einzuleiten.

Dies betreffe, so Frye, insbesondere auch eine verwaltungsinterne Überprüfung der Rechtsmässigkeit der Kündigung, da die Anstellungsverträge der Universität Luzern dem kantonalen Personalgesetz unterstehen würden und eine Verzögerung der Antworten sowohl der gekündigten Person als auch der Universität einen erheblichen Reputationsschaden zuzufügen drohe.
«Aus diesen Gründen ist die Dringlichkeit in der oben genannten Causa gegeben.»

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1 Kommentare
  1. David Lehner, 01.08.2018, 14:05 Uhr

    Stellungnahme aus dem Departement Wyss? Fehlanzeige.