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Unbewilligte Demo in der Neustadt – Polizei sucht Zeugen
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Saubannerzug durch Luzern: Die demonstrierenden Personen am 9. Dezember 2016. (Bild: Leserbild )

Wüste Sprayereien und Verkehrsbehinderung Unbewilligte Demo in der Neustadt – Polizei sucht Zeugen

3 Min 8 Kommentare 10.12.2016, 10:38 Uhr

In der Nacht auf Samstag haben laut einer Mitteilung der Luzerner Polizei rund 70 Personen in der Neustadt demonstriert. Die Polizei spricht von einer unbewilligten Demonstration aus linksextremen Kreisen. Verhaftet wurde aber niemand. Man habe vermeiden wollen, dass die Sache ausarte.

In der Nacht von Freitag auf Samstag vor Mitternacht seien zirka 70 Personen «aus linksextremen Kreisen» durch Strassen der Neustadt gezogen, schreibt die Polizei. Worum es ging, erfährt man nicht. Einige Demonstranten seien vermummt gewesen oder hätten Masken getragen. Am Pilatusplatz und am Bundesplatz wurde der Verkehr während Minuten blockiert. «Entlang der Umzugsroute wurden Sachbeschädigungen durch Sprayereien an Fassaden, Verkehrssignalen und Reklametafeln begangen», heisst es in der Mitteilung weiter. Im Gebiet Langensand habe sich die Demo dann aufgelöst.

Ein Leservideo der nächtlichen Aktion in Luzern:

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Saubannerzug vom 9. Dezember in Luzern from zentralplus on Vimeo.

Böller und Einkaufswägelchen angezündet

Auf ihrem nächtlichen Saubannerzug zündeten die Personen laut dem «Blick» auch Böller und versprayten zahlreiche Fassaden und Tafeln mit Sprüchen wie «Burn all prisons», «Patriarchat halts Maul» und «Scheiss auf Luxus». Auch die Polizei sei verunglimpft worden, und zwar mit Sprüchen wie «Fight cops», «Niemand muss Bulle sein» und Abbildungen von Polizisten, die an einem Galgen hängen. Die «Chaoten» hätten Einkaufswagen mit Holz mitgeführt, das sie angezündet hatten, so die Zeitung.

Augenzeuge erlebte die Teilnehmer aggressiv

zentralplus-Leser Nicolas A. Rimoldi hat den Saubannerzug von nahe erlebt. «Wir hatten unsere Mitgliederversammlung der Jungfreisinnigen im Hotel Waldstätterhof und anschliessend tranken wir etwas im Platzhirsch an der Hirschmattstrasse.» Vor der Türe vom Platzhirsch hätten sie den lauten Zug der Demonstranten gehört und gesehen. Rimoldi: «Ich habe den Polizeinotruf gewählt.» Die Polizei sei aber bereits informiert gewesen.

Laut Rimoldi sah der Zug auf den ersten Blick friedlich aus. «Doch als Passanten sie mit dem Handy filmten, zeigten sie ein anderes Gesicht.» Sie hätten gedroht und mit Gegenständen nach den Zuschauern geworfen. Er spricht von Petarden und Bierflaschen. «Einer sprayte mir mit einer Wasserpistole eine Flüssigkeit ins Gesicht», sagt Rimoldi, «es fühlte sich an wie Pfefferspray.» Gewundert habe ihn, dass er keinen einzigen Polizisten gesehen habe beim Umzug.

Ein Foto der Sprayereien vom nächtlichen Saubannerzug durch Luzern. Bild: Blick.ch

Ein Foto der Sprayereien vom nächtlichen Saubannerzug durch Luzern. Bild: Blick.ch

Warum keine Festnahmen?

Die Polizei nahm am Freitagabend keine Personen fest. Polizeisprecher Kurt Graf sagte dem «Blick»: «Es war schwierig, die nächtliche Demo unter Kontrolle zu halten. Zudem wollten wir nicht, dass die Aktion ausartete.» Gegenüber der «LZ» führte Graf am Samstagnachmittag aus, man sei vom Menschenauflauf überrascht gewesen. Die Luzerner Polizei beobachte extremistische Gruppen. «Aber in diesem Fall hatten wir vorgängig keine Hinweise darauf, dass eine solche Kundgebung geplant war.»

Die Polizei war während der Demonstration laut dem Sprecher tatsächlich nicht vor Ort. «Hätten wir mit den verfügbaren Kräften vor Ort interveniert, wäre die Gefahr einer Eskalation hoch gewesen», sagte Graf der Tageszeitung. Die Begründung: «Wir wollten nicht riskieren, dass sich die Gruppe aufsplittert. Daher haben wir die Kundgebung beobachtet und ausführlich dokumentiert.»

Die Luzerner Polizei ermittelt weiter. Zeugen, welche Hinweise auf Teilnehmende der unbewilligten Demonstration machen können, werden gebeten, sich unter der Telefonnummer 041 248 81 17 zu melden.

Sprayereien an einem städtischen Gebäude.

Sprayereien an einem städtischen Gebäude.

(Bild: Leserbild)

Sprayereien beim Polizeiposten.

Sprayereien beim Polizeiposten.

(Bild: Leserbild)

In den Sozialen Medien wird der Vorfall in Luzern ebenfalls heiss diskutiert. Ein Leser-Tweet dazu:

Ein Tweet in eine ganz andere Richtung:

Und noch ein Tweet:

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8 Kommentare
  1. Hans Meier, 10.12.2016, 18:16 Uhr

    @falafel
    Aus verlässlicher quelle? Vom organisator?
    Wieso sind die teilnehmer vermummt? Wieso mit handschuhen ausgerüstet? Wir halfen einem paar mitlerem alters, ihr Auto wurde versprayt und verklebt, als der mann den sprayer wegschubste, sprayte man ihm pfefferspray ins gesicht, die frau wurde auch getroffen. Weiter stiess man ihm um, worauf er zu boden fiel.
    Durch die „böller“ wurden diverse personen gefährdet… Das habe ich selber gesehen. Weiter wurde ein passant körperlich angegriffen, weil er die sprayer ermahnte…
    Schade dass die polizei kritisiert wird. Die linken idioten sollte man kritisieren.
    Logisch reagiert eine situation nicht wenn eine person mit pfefferspray angegriffen wird!

    1. fritz strolch, 11.12.2016, 21:33 Uhr

      @meier
      die teilnehmer waren vermummt, weil sie an einer illegalen protestkundgebung nicht von den kameras der polizei gefilmt werden wollten. denn wenn sie erkennt werden, werden sie gebüsst, egal ob sie sachen beschädigten oder nicht.
      zur gewalt: auch ich verurteile die gewalt zutiefst. ich bezeichne mich selber als „linker“ -> als „rotgrüner“, kann mich aber nicht identifizieren mit den „sprayern“ und den „schlägern“.
      in der vergangenheit gab es schon mehrmals angriffe von rechtsextremen auf linksextreme. um das grössere übel (eine schlägerei mit fäusten) zu verhindern waren manche demonstrationsteilnehmerInnen mit pfefferspray ausgerüstet und setzen ihn dann ein, wann sie es für richtig halten. nämlich wenn sie sich bedroht fühlen. sie fühlen sich auch von jeder kamera bedroht, die auf sie gerichtet ist!
      ich möchte mit meinen kommentaren nicht die sachbeschädigungen oder gewalt rechtfertigen – im gegenteil! es ist mir ein anliegen, dass die leser von zentralplus verstehen, dass die meisten menschen an dieser demonstration – behaupte ich – gegen sachbeschädigungen und gewalt sind!

    2. fritz strolch, 11.12.2016, 21:39 Uhr

      ach ja und wegen den handschuhen: es war bestimmt kalt draussen, um diese zeit im dezember!

  2. fritz strolch, 10.12.2016, 16:38 Uhr

    @zentralplus
    als zeitung sollten sie wissen, dass herr rimoldi jfdp-politiker ist. wieso teilen sie mit ihren lesern seinen twitter post und geben ihm ein sprachrohr? hat er sich vielleicht per zufall sogar selber bei ihnen gemeldet?
    es ist doch ganz klar, dass er gegen die demonstration ist und durch bekanntheit und diesen aktualitätsbezug zu einer lokalen angelegenheit auf wählerfang ist! das ist typisch für einen karrierenorientierten, verblendeten jungpolitiker wie rimoldi.
    ich selber habe gehört, es sei ausser einem pfefferspray-sprüher gegen einen handgreiflichen securitas zu keinen ausschreitungen gekommen und die demo verlief friedlich. als nachrichtenmagazin erwarte ich von ihnen eine recherchierte und fundierte berichterstattung. was ich übrigens an zentralplus (meistens) sehr schätze.
    vielen dank für ihr verständnis!
    PS: Ich bitte Sie, rimoldis „tweet“ zu entfernen, denn das ist inhaltslose hetze gegen links und hetze finde ich etwas sehr negatives.

    1. Paul Huber, 10.12.2016, 23:30 Uhr

      Wenn man Ihren Kommentar liest, so könnte man fast meinen, dass Sie diese Demonstration mit Sachbeschädigung in Schutz nehmen. Dem ist nicht so, oder? Ich wäre doch sehr erstaunt, wenn Sie befürworten würden, dass man einfach so durch die Strassen ziehen und nach belieben Sachbeschädigung begehen kann. Zentralplus ist ja bekanntlich ein sehr linkes Medium, aber irgendwo hat es halt schon seine Grenzen.

    2. fritz strolch, 11.12.2016, 21:37 Uhr

      @hubi: nein, ich möchte nicht die demonstration mit sachbeschädigung sondern mich selber – als „linker“ -> als „rotgrüner“ – in schutz nehmen. ich kann mich nicht identifizieren mit den „sprayern“ und den „schlägern“. ich möchte mit meinen kommentaren nicht die sachbeschädigungen oder gewalt rechtfertigen – im gegenteil! es ist mir ein anliegen, dass die leser von zentralplus verstehen, dass die meisten menschen an dieser demonstration – behaupte ich – gegen sachbeschädigungen und gewalt sind!

  3. Hans Meier, 10.12.2016, 13:32 Uhr

    Wieso keine festnahmen?
    Weil die linken ausgerüstet sind für ärger!
    Es wurden unbeteiligte durch demonstranten angegriffen und verletzt…
    Die polizei kann sich nicht mit einer gruppe anlegen welche 15x mehr sind!

    1. Alex Ander, 10.12.2016, 16:23 Uhr

      nur weil irgend ein verblendeter jfdp-politiker (ich rede von Nicolas A. Rimoldi, siehe Artikel) das tweetet, heisst es noch lange nicht dass es stimmt!
      ich habe aus verlässlichen quellen erfahren, dass es währen der demo nicht zu ausschreitungen kam. alles was vorfiel war, dass ein aggressiver securitas gegen einen demonstranten handgreiflich wurde (er schlug angeblich blind auf den demonstranten ein). wäre die polizei vor ort gewesen wäre die situation bestimmt eskaliert. stattdessen reagierte eine demonstrantin mit pfefferspray und die situation eskalierte nicht!
      und noch etwas, herr meier:
      bitte schreiben sie nicht, dass sie wissen wie die linken ausgerüstet sind und seien sie ehrlich mit sich und mit uns. wenn die polizei eine eskapade gewollt hätte, hätte sie eingegriffen. wie beide wissen dass die polizei am stärkeren hebel ist, sie hat aber statt mit waffen gestern mit kameras reagiert und fahndet im nachhinein nach teilnehmern. Ich erlaube mir Herrn Graf (luzerner polizei) hier zu zitieren: «Es war schwierig, die nächtliche Demo unter Kontrolle zu halten. Zudem wollten wir nicht, dass die Aktion ausartete.»
      Freundliche Grüsse