Umweltverbände kritisieren Hochwasserschutz

2 min Lesezeit 17.05.2015, 16:03 Uhr

Der Kanton Luzern will um das Reusstal vor Hochwasser zu schützen, grosse Mengen Kies entnehmen. Für den Hochwasserschutz und die ökologische Aufwertung des Reusstals investiert er 167 Millionen Franken. Nun kritisieren die Umweltverbände Aqua Viva, Pro Natura und WWF das Unterfangen, berichtet die «Neue Luzerner Zeitung».

Durch das Projekt würden sich die Lebensbedingungen für die bedrohten Wasserbewohner massiv verschlechtern. Denn wenn das Projekt wie geplant umgesetzt wird, sollen der Reuss beim Reusszopf und im Abschnitt Schiltwald jährlich etwa 12’000 Kubikmeter Kies entnommen werden. Das entspreche 75 Prozent der gesamten Kies- und Sandmengen in diesem Abschnitt.

«Eine Katastrophe für viele Fischarten», schreibt die Gewässerschutzorganisation Aqua Viva in ihrer Stellungnahme im Rahmen der Vernehmlassung. «Fehlt es an Kies und Sand, finden Fische wie die Äsche keine geeigneten Lebensbedingungen vor und sterben früher oder später aus.» Sei der Kies weg, seien es die Fische auch bald. Dabei sei die Luzerner Reuss eine Äschenregion von nationaler Bedeutung.

Die Umweltverbände fordern, die Kiesentnahme zu reduzieren, sowie die heute nicht oder nur teilweise funktionierenden Fischwanderhilfen bei den Wasserkraftwerken Mühlenplatz, Rathausen und Perlen im Rahmen des Projektes zu sanieren. Ihre Vorschläge hätten sie in einer externen Machbarkeitsstudie abgestützt. «Letztlich handelt es sich um einen Expertenstreit», sagt Stefan Kunz, Geschäftsführer von Aqua Viva zur «Neuen Luzerner Zeitung». «Wir behaupten aufgrund unserer Berechnungen, dass sich die Flusssohle nicht so entwickeln wird, wie der Kanton dies erwartet.»

Es gebe einen gewissen Zielkonflikt zwischen Sicherheit und dem Schutz der Fische. Es sei völlig klar, dass Kies entnommen werden müsse. Jedoch kritisieren sie den Umfang der geplanten Massnahme. Der Kanton kommentiert keine einzelnen Stellungsnahmen in der Vernehmlassungsphase. Aber Albin Schmidhauser, Abteilungsleiter Naturgefahren bei der Dienststelle Verkehr und Infrastruktur, sagt, dass mit einigen Vernehmlassungsteilnehmern Gespräche geführt werden. Im November wird das Projekt dann öffentlich aufgelegt.

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