Projekt «Offensive Holz»

So will Kanton Luzern Holz nachhaltig nutzen

Die Wald- und die Holzwirtschaft leiste einen wichtigen Beitrag, damit die Klima- und Energieziele erreicht werden können, so der Kanton Luzern in seiner Medienmitteilung. (Bild: zvg)

Mit dem Projekt «Offensive Holz» hat der Kanton Luzern untersucht, wie er den Rohstoff Holz nachhaltig nutzen kann. Nun liegt ein Massnahmenplan für die nächsten Jahre vor.

Damit der Wald unsere vielseitigen Ansprüche erfüllen kann, muss er gepflegt werden, so der Kanton Luzern in einer Medienmitteilung. Dafür ist eine gut funktionierende Wald- und Holzwirtschaft essenziell. Diese steht aber vor grossen Herausforderungen, denn die Pflege des Waldes finanziert sich weitgehend aus dem Holzverkauf. Nachdem die Preise für Holz 2020 einen historischen Tiefpunkt erreicht hatten, entspannte sich die Situation auf dem Rohstoffmarkt. Sie bleibt jedoch fragil.

Des Weiteren hinterlässt der Klimawandel im Wald seine Spuren: Vermehrte Stürme und trockenere Sommer führen zu mehr Waldschäden. Gewisse Baumarten werden durch andere verdrängt. Zudem ist mit der drohenden Energiemangellage die Nachfrage nach Energieholz stark gestiegen, was wiederum Auswirkungen hat auf die Nutzung von Bau- und Industrieholz. Im Idealfall wird jedoch Holz erst nach mehrfachem Einsatz in Holzprodukten und Holzbauten als Energiequelle verwendet. Die Rede ist von einer Kaskadennutzung.

Um die verschiedenen Wald- und Holzthemen zu koordinieren, hat der Kanton Luzern das Projekt «Offensive Holz» auf den Weg gebracht. Grundlage dafür bildete ein Vorstoss des Mitte-Politikers Ludwig Peyer über die Stärkung der «Holzkette Luzern» mittels eines umfassenden Strategie- und Massnahmenplans. Jetzt liegen die Ergebnisse des Projekts vor.

Wald und Holz leisten wichtigen Beitrag

Das Projekt «Offensive Holz» untersucht, wie Holz, das durch eine nachhaltige Bewirtschaftung im Luzerner Wald wächst, optimal genutzt werden kann. Denn Wald und Holz als nachhaltige, lokale Ressource würden einen wichtigen Beitrag zur Erreichung der Klima- und Energieziele leisten, so der Kanton Luzern. Bei geschickter Planung und Verarbeitung kann das gleiche Holz gar mehrmals als Baustoff verwendet werden. Nur was nicht mehr anders verwertet werden kann, wird energetisch genutzt. Darin liegt im Sinne einer Kreislaufwirtschaft ein grosses Potenzial, um Ressourcen zu schonen.

Abgestimmt auf die Massnahmen im Planungsbericht Klima und Energie zeigt «Offensive Holz» Möglichkeiten, wo der Kanton Luzern handeln kann. Im Zentrum stehen die Themen Holznutzungspotenzial, Strukturen und Prozesse der Wald- und Holzwirtschaft, neue Verwertungsmöglichkeiten von Holz und seinen Bestandteilen in chemischer Form sowie Holzenergie und Wärmekraftkopplung. Dabei werden nationale Projekte und Förderinstrumenten berücksichtigt. Die Resultate sind im Massnahmenplan «Offensive Holz» festgehalten.

Enge Zusammenarbeit seit vielen Jahren

Aufgrund der Bedeutung der Wald- und Holzwirtschaft für den Kanton Luzern arbeiten die Branche und der Kanton im Bereich Holzförderung seit Jahren eng zusammen. Innerhalb des Projekts «Offensive Holz» wurde in Workshops erfasst, an welchen Stellen Holz zum Einsatz kommt und wo Handlungsbedarf besteht.

Dank aktiver Durchforstung wächst hier ein vielfältiger Mischwald. (Bild: zvg)

Acht Handlungsfelder wurden dabei bestimmt und 14 Schwerpunktmassnahmen definiert, die nun konkret weiterverfolgt werden. Die Umsetzung des Massnahmenplans ist für die nächsten fünf Jahre vorgesehen und obliegt dem Kanton Luzern in enger Zusammenarbeit mit der Lignum Holzwirtschaft Zentralschweiz und weiteren Akteuren aus der Luzerner Wald- und Holzwirtschaft, so der Kanton Luzern.

Massnahmenplan «Offensive Holz»

Insgesamt sind im Projekt «Offensive Holz» 14 Schwerpunktmassnahmen definiert. Ein Augenmerk wird dabei auf das Nutzungspotenzial des Luzerner Waldes geworfen. Dieses ist aktuell nicht im Detail bekannt, es soll deshalb konkretisiert und der künftigen Nachfrage gegenübergestellt werden. Bei der Ausarbeitung des Nutzungspotenzials werden unter anderem die Produktionsbedingungen, die Baumartenzusammensetzung sowie die zu erwartenden Erntekosten berücksichtigt. So können Investitionen besser auf die vorhandenen Ressourcen abgestimmt werden.

Um Holz als Baustoff oder Energieträger verwenden zu können, müssen Bäume gefällt werden. Dadurch wird auch die Stabilität und Widerstandskraft der Wälder erhöht, der Schutz vor Naturgefahren gestärkt, Lebensräume für Tiere und Pflanzen bleiben erhalten und der Zuwachs von Holz für künftige Generationen sichergestellt. Um diese Zusammenhänge der Bevölkerung zu vermitteln, sind im Rahmen der «Offensive Holz» diverse Kommunikations- und Informationsmassnahmen vorgesehen.

Verwendete Quellen
  • Medienmitteilung der Dienststelle Landwirtschaft und Wald (lawa) des Kantons Luzern
  • Webseite «Offensive Holz»
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