Hochwasserschutz in Luzern

So will der Kanton drei Gemeinden gegen Fluten schützen

Das Hochwasser 2005 richtete in Luzern einen Schaden von 320 Millionen Franken an. (Bild: Kanton Luzern)

Die Luzerner Regierung schickt einen Sonderkredit in den Kantonsrat, um die Kleine Emme gegen Hochwasser zu schützen. Geplant sind Massnahmen zwischen Schachen und Langnau.

Weggespülte Strassen, Dörfer unter Wasser und tonnenweise Schwemmholz und Schlamm aus den Flussbetten geschwemmt – 2005 traf ein Hochwasser die Zentralschweiz und Luzern mit voller Wucht.

Über 700 Kubikmeter Wasser pro Sekunde gingen damals die Kleine Emme runter. Vielerorts trat der Fluss über die Ufer. Das Hochwasser verursachte im Kanton Luzern Schäden in der Höhe von über 300 Millionen Franken. Besonders betroffen damals: die Gemeinden Wolhusen, Werthenstein und Malters, das Gebiet im Littauerboden, Emmenbrücke und Reussbühl.

Der Kanton will künftige Ereignisse möglichst verhindern und plant daher ein gross angelegtes Hochwasserschutzprojekt in mehreren Etappen. Nun legt die Regierung dem Kantonsrat den Sonderkredit für die Massnahmen zwischen Schachen und Langnau in den Gemeinden Malters, Ruswil und Werthenstein vor. Dies schreibt der Kanton in einer Mitteilung.

Auenlandschaft in kaum besiedeltem Gebiet

Konkret will der Kanton in Langnau den Fluss aufweiten. Es soll eine Auenlandschaft entstehen. Ziel derer sei «die Wiederherstellung der natürlichen Funktionen des Flusses», heisst es in der Botschaft zum Kredit. Dies sei in dem Gebiet gut möglich, da es entlang der Kleinen Emme kaum besiedelt sei.

Der Abschnitt, der nun an der Reihe ist. (Bild: Kanton Luzern)

Zudem ist ein sogenanntes Seitengerinne geplant. Kommt Hochwasser, überläuft dieses in das Gerinne statt auf das Land.

Schuppen und Bäume müssen weichen

In Schachen sieht die Situation etwas anders aus. Dort ist es besiedelter. Der Kanton plant, die Ufer entlang des Flusses um bis zu einem Meter zu erhöhen. Teilweise müssten die Ufermauern ganz saniert werden, heisst es in der Botschaft.

Rund um die Siedlung Schachenweid soll eine 50 Zentimeter hohe Mauer entstehen. Dies, damit bei hohem Wasserstand in der Kleinen Emme der Rückstau im Träschhüttlibach und im Stampfelibach keine Schäden im Siedlungsgebiet anrichtet. Dafür müssten dort zwei Schuppen abgerissen werden.

Ausserdem müssten in Schachen Bäume gefällt werden. Der Waldsaum sei schon heute sehr schmal und müsse weiter geschmälert werden während der Bauarbeiten. Dafür will der Kanton später wieder Bäume anpflanzen.

Kanton ging nach Jahrhunderthochwasser über die Bücher

Kostenpunkt für die Arbeiten zwischen Langnau und Schachen: 8,2 Millionen Franken. Nach Abzug des Beitrags des Bundes müsste der Kanton voraussichtlich rund 4,5 Millionen Franken stemmen.

Die Massnahmen sind Teil eines grossen Hochwasserschutzprojekts entlang der Kleinen Emme vom Zufluss der Fontanne bis zu ihrer Einmündung in die Reuss. Es wurde nach dem Jahrhunderthochwasser 2005 ausgearbeitet und 2012 vom Kantonsrat bewilligt. Für die einzelnen Abschnitte benötigt die Regierung jedoch dessen Zustimmung für die entsprechenden Sonderkredite.

Erste Massnahmen entlang der Kleinen Emme wurden bereits umgesetzt (zentralplus berichtete). Die Arbeiten zwischen Schachen und Langnau sollen 2027 abgeschlossen sein.

Verwendete Quellen
  • Medienmitteilung Kanton Luzern
  • Botschaft des Regierungsrats
  • Website Hochwasserschutz und Renaturierung Kleine Emme
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