Besonders für Kartoffeln und co.

Kanton Zug entdeckt gefährliches Bakterium

Das Bakterium befällt vor allem Nachtschattengewächse, wie etwa die Kartoffel. (Bild: Jonas Ingold)

Ein Zuger hat Personen in gelben Schutzanzügen auf den Treibhausfeldern eines Biohofs in Zug entdeckt. Gemäss dem Kanton Zug haben sie dabei ein Pflanzenbakterium eingedämmt.

«Heute Morgen früh fuhr ein Trupp von Personen in gelben Schutzanzügen bei drei Treibhausfeldern des Biohofs Zug vor», schildert ein Leserreporter am Mittwoch zentralplus. Im Gepäck hätten sie eine grosse, geschlossene Mulde gehabt. Handelte es sich dabei um Massnahmen gegen den Japankäfer, der derzeit in der Schweiz sein Unwesen treibt?, fragte sich der Leser.

Auf einem Bauernhof in Zug liefen Personen in gelben Schutzanzügen umher. (Bild: Leserreporter)

Thomas Wiederkehr vom Zuger Amt für Landwirtschaft verneint auf Anfrage. Bei der Sanierung handle es sich um die Eindämmung eines Pflanzenbakteriums. Wie der Kanton Zug in einer Medienmitteilung am Mittwoch mitteilt, handle es sich dabei um ein Bakterium mit dem Namen «Ralstonia pseudosolanacearum». Bekannt ist es jedoch unter dem Namen «Bakterienwelke», da das Bakterium nebst der Schleimkrankheit der Kartoffel unter anderem diese Krankheit auslöst. Das Bakterium gilt als einer der weltweit bedeutendsten Krankheitserreger für Pflanzen und ist als Quarantäneorganismus geregelt. Für Menschen und Tiere sei er jedoch ungefährlich.

Betroffene Pflanzen werden entsorgt

Das Bakterium befällt insbesondere Nachschattengewächse wie Kartoffeln, Tomaten, Paprika und Auberginen. Es kann sich über Wasser, Erde, Werkzeuge oder Menschen verbreiten. Weiter überlebt es mehrere Monate im Boden, in Pflanzenresten und Wasser sogar mehrere Jahre. Da sich die Bakterien im Innern der Pflanze befinden, gebe es keine Möglichkeit, infizierte Pflanzen zu schützen oder zu heilen. Betroffene Pflanzen werden darum vorsorglich vernichtet. Betroffene Böden, Bewässerungssysteme, Werkzeuge und Kleider werden dekontaminiert oder ebenfalls entsorgt.

Im Kanton Zug habe das Agroscope Labor bisher in einem Verdachtsfall das Vorkommen bestätigt. In der Schweiz wurde ein Befall zum ersten Mal 2017 in Gewächshäusern festgestellt. Die Verbreitung und das Risiko für Schäden an Kulturen seien grundsätzlich hoch, weshalb das Bakterium aktiv bekämpft werde. Der Kanton Zug bittet deshalb bei Verdacht auf einen Befall sich an den zuständigen kantonalen Pflanzenschutzdienst zu wenden.

Verwendete Quellen
  • Schriftlicher Austausch mit Leserreporter
  • Medienmitteilung Kanton Zug
  • Schriftlicher Austausch mit Thomas Wiederkehr, Amtsleiter Landwirtschaftsamt Zug
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