Zuerst Schutzmassnahmen

Hangrutsch Vitznau: Betroffene können erst im Juli zurück

Der Hangrutsch in Vitznau wird die Gemeinde noch Jahre beschäftigen, schätzt ein Geologe. (Bild: Stützpunkt Feuerwehr Küssnacht)

Die Gemeinde Vitznau hat ihre Bevölkerung an einem Infoabend über den Erdrutsch von Anfang Juni aufgeklärt. Derzeit arbeitet sie an Schutzmassnahmen. Drei evakuierte Bauernfamilien dürfen länger nicht mehr zurück.

Der Hangrutsch in Vitznau wird die Gemeinde noch Jahre beschäftigen. Der Erdrutsch Anfang Juni habe einen «schlafenden Riesen» geweckt, wie Geologe Beat Keller an einer Infoveranstaltung vom Montagabend mitgeteilt hat. Denn: Der Hangrutsch sei eine Fortsetzung einer Rutschung, die sich vor rund 350 Jahren ereignet habe. Der Dauerregen habe diese Rutschung mit dem Namen «Gassrübi» quasi aufgeweckt.

Derzeit gäbe es verschiedene mögliche Szenarien. Vom «Einschlafen» der Rutschung über mehrere kleine Murgänge bis zum schlimmsten Fall: Dass der Hangrutsch das Dorf Vitznau erreicht. Sie würden derzeit mehrere Simulationen durchführen, um auf alle Fälle vorbereitet zu sein, so Keller. Gleichzeitig überwachen sie das betroffene Gebiet und arbeiten an mehreren Schutzmassnahmen (zentralplus berichtete). Dazu gehören Entwässerungen, Ablenkdämme und Leitwerke, um den Murgang umzuleiten und das Ausbaggern von Gerinnen.

Die Arbeiten am Hinterberg würden voraussichtlich noch bis Anfang Juli andauern. Wie das «Regionaljournal Zentralschweiz» berichtet, können die drei evakuierten Höfe frühestens dann wieder bewohnt werden. Um die betroffenen Familien zu unterstützen, hat der Solidaritätsfonds der Luzerner Bergbevölkerung inzwischen ein Spendenkonto eingerichtet, auf den auch die Gemeinde aufmerksam macht.

Verwendete Quellen
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