Umwelt
Fallzahlen «viel zu hoch»

Fischer kritisieren Luzern wegen Wasserverschmutzung

Verschmutzungen der Gewässer können fatale Folgen für Fische haben. (Bild: zvg)

Der Kanton Luzern präsentiert am Montag stagnierende Zahlen zur Anzahl Gewässerverschmutzungen. Für den Fischereiverband Kanton Luzern jedoch kein Grund zur Freude, sondern zur Ernüchterung.

«Ausgelaufene Gülle sorgt für Fischsterben in Buttisholz» (zentralplus berichtete). Fälle wie diese haben im Jahr 2022 abgenommen, wie der Kanton Luzern am Montag mitteilt. Waren es 2021 noch 92 Fälle von Gewässerverschmutzungen, hat die Luzerner Polizei im letzten Jahr 77 Fälle registriert. Damit liege die Zahl jedoch nur leicht unter dem Durchschnitt der letzten 10 Jahre (79 Fälle).

Markant angestiegen seien hingegen die Fälle von Fischsterben. 2021 habe die Luzerner Polizei 9 Fälle gezählt, im letzten Jahr seien es 14 Fälle gewesen. Damit liegt das letzte Jahr leicht über dem Durchschnitt der letzten zehn Jahre (13 Fälle). Der Kanton Luzern erklärt sich das mit der extremen Trockenheit im Sommer. Weil die Gewässer nur wenig Wasser geführt hätten, konnten Verschmutzung weniger gut verdünnt werden. Somit habe jede zweite Verunreinigung mit Gülle zu Fischsterben geführt.

Luzerner Fischerinnen sind frustriert

Wenig erfreut ob den Zahlen zur Wasserverschmutzung ist der Fischereiverband Kanton Luzern. «Es ist nur noch zum Verzweifeln, die Fallzahlen verharren seit Jahren auf hohem Niveau und gehen nicht spürbar zurück», wird Präsident Markus Fischer in der Medienmitteilung zitiert. Der Rückgang im letzten Jahr werde durch die beiden «traurigen Spitzenjahre» 2020 und 21 relativiert. Betrachte man hingegen den langjährigen Durchschnitt, liege dieser mit rund 79 Fällen «viel zu hoch».

Für Fischer sei es frustrierend, wenn sie sich das ganze Jahr über um die Fischbestände kümmern und diese innert Minuten durch Verunreinigungen zunichtegemacht werden. «Es ist sehr bedauerlich, dass es im Kanton Luzern einfach nicht gelingen will, die Gewässerverschmutzungen spürbar zu senken», wird Fischer zitiert. Das Fischsterben bereite dem Verband ebenfalls Sorgen. Statt nackten Fallzahlen wünsche er sich jedoch mehr Informationen über Länge, Stückzahl und ökonomischen Schaden für Fischpächter.

Auch fordert er verstärkte Sensibilisierungs- und Informationsbemühungen in der Landwirtschaft, die für 18 der 77 Verschmutzungs-Fälle verantwortlich ist. Wie der Kanton schreibt, liege die Ursache bei den meisten dieser Fälle bei mangelnder Überwachung beim Umschlag. Weiter fordert der Verband mehr Sorgfalt und systematische Informationsaktionen auf Baustellen, die für 12 Fälle verantwortlich sind.

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