Jetzt Community-Mitglied werden und profitieren!
Umbruch in Kriens: Auch Matthias Senn wirft das Handtuch
  • Politik
Matthias Senn tritt nicht mehr an. (Bild: zvg)

FDP-Stadtrat zieht Konsequenzen Umbruch in Kriens: Auch Matthias Senn wirft das Handtuch

3 min Lesezeit 2 Kommentare 14.04.2020, 10:44 Uhr

Nach Lothar Sidler hat am Dienstag auch Matthias Senn seinen Verzicht auf eine erneute Kandidatur bekannt gegeben. Der FDP-Stadtrat begründet seinen Entscheid mit dem unbefriedigenden Ergebnis im ersten Wahlgang. Ob die FDP nun Roger Erni ins Rennen ums Stadtpräsidium schickt, ist noch offen.

Die Krienser Politlandschaft steht definitiv vor einem Umbruch: Nach Lothar Sidler (CVP) nimmt auch Matthias Senn (FDP) den Hut. Das hat die Stadt Kriens am Dienstag mitgeteilt. Er habe «nach reiflicher Überlegung» entschieden, seine Amtszeit per Ende August zu beenden.

Sowohl Senn als auch Sidler verpassten im ersten Wahlgang das absolute Mehr als Stadträte klar und zogen jetzt aus diesem Verdikt an der Urne ihre persönlichen Konsequenzen. Sidler gab seinen Rückzug letzte Woche bekannt (zentralplus berichtete).

Strategie ist nicht aufgegangen

«Das schlechte Resultat des ersten Wahlgangs der Stadtratswahlen hat mich natürlich enttäuscht», so Senn in seinem Rücktrittsschreiben. Die Wahlen seien dominiert gewesen von politischen Strategien sowie Fragen nach Konkordanz und Erneuerung. Er spricht damit das Komitee an, das vor den Wahlen für «frischen Wind» im Stadtrat weibelte und damit für Furore sorgte.

«Mit dem Verzicht will ich den Weg frei machen für einen bürgerlichen Wahlvorschlag mit FDP, CVP und SVP.»

Matthias Senn, FDP-Stadtrat

Die Strategie mit der Doppelkandidatur im ersten Wahlgang sei nicht aufgegangen, resümiert Senn. «Mit dem Verzicht will ich den Weg frei machen für einen bürgerlichen Wahlvorschlag mit FDP, CVP und SVP sowie für die Konkordanz, indem jede der fünf grossen Parteien im Stadtrat vertreten sein soll.» 

Der 57-jährige Senn war zunächst während 12 Jahren als Einwohnerrat, danach gleich lange als Krienser Stadtrat tätig. Es sei eine spannende Zeit gewesen, blickt Senn in seinem Rücktrittsschreiben zurück. Im Mittelpunkt seiner Politlaufbahn sei im Jahr 2014 die Zustimmung des Krienser Stimmvolkes zu den Zentrumskrediten gestanden. Nun will sich der Bauingenieur nach 24 Jahren in der Krienser Politik beruflich neu orientieren.

Er überlasse den freisinnigen Sitz im Krienser Parlament seinem Parteikollegen Roger Erni. Dieser hatte im ersten Wahlgang besser abgeschnitten als Senn – und brachte sich noch am Wahlsonntag auch als möglicher Stadtpräsident ins Gespräch.

Rennen um Stadtpräsidium offen

Wie es nun bei der Besetzung des Stadtpräsidiums weitergeht, ist offen. Mit seinem Rückzug aus der Politik verzichtet Matthias Senn auch auf dieses Amt. Im ersten Wahlgang hatte er von allen drei Kandidierenden für das Amt des Stadtpräsidenten am meisten Stimmen erhalten. Allerdings hätte er als Stadtpräsident auch die Wahl in den Stadtrat schaffen müssen.

Mit dem Rückzug von Senn lässt die FDP auch den Anspruch auf das Stadtpräsidium fallen. Die Partei will sich auf den Stadtratssitz konzentrieren.

Nebst Senn kandidierten im ersten Wahlgang Cla Büchi (SP) und Maurus Frey (Grüne) für die Nachfolge von Stapi Cyrill Wiget. Frey schaffte als Einziger im ersten Wahlgang den Sprung in den Stadtrat.

Damit ist klar, dass der Krienser Stadtrat mindestens drei neue Gesichter erhalten wird. Mit Stadtpräsident Cyrill Wiget (Grüne), Sidler und Senn treten drei Bisherige zurück. Judith Luthiger (SP) wird voraussichtlich am 28. Juni zum zweiten Wahlgang antreten, bei Franco Faé (CVP) steht der Entscheid noch aus.

War dieser Artikel nützlich für Dich?

Ja

Nein

In diesen Artikel haben wir viel Zeit investiert. Löse ein freiwilliges Abo und hilf uns, Artikel wie diesen auch in Zukunft anzubieten.

CHF

Deine Meinung ist gefragt!

Um kommentieren zu können, musst Du auf zentralplus eingeloggt sein. Bitte logge dich ein oder registriere dich jetzt und profitiere von den Vorteilen für z+ Community Mitglieder.

Deine Meinung ist gefragt!

2 Kommentare
  1. Der Obernauer, 14.04.2020, 11:32 Uhr

    Langsam kommt die Einsicht .. Fehlen immer noch zwei Amtsinhaber, welche den Weg für einen kompletten Neuanfang freimachen sollten. Ich hoffe, die beiden haben den Mut dazu .. Das Vertrauen ist weg und ein Neustart ist nötig ….. Für Kriens und seine Einwohner …

  2. Kasimir Pfyffer, 14.04.2020, 11:31 Uhr

    Sehr guter Entscheid, ich bin positiv überrascht.

Wie viel ist Dir unabhängiger Journalismus wert?

Schön besuchst Du zentralplus. Für Dich gehen wir vor Ort, sind mitten drin und nahe dran. Doch ganz gratis geht Qualitätsjournalismus nicht. Um die unabhängige Stimme zu den Grossverlagen in der Zentralschweiz zu bleiben, benötigen wir Deine Unterstützung. Zeig uns mit Deinem freiwilligen Abo oder einem einmaligen Beitrag, was wir Dir wert sind.

Schön besuchst Du zentralplus. Du verwendest einen Adblocker. Werbung ist für eine wichtige Einnahmequelle, die uns hilft, die unabhängige Stimme zu den Grossverlagen in der Zentralschweiz zu bleiben. Denn gratis geht Qualitätsjournalismus nicht. Zeig uns mit Deinem freiwilligen Abo oder einem einmaligen Beitrag, was wir Dir wert sind.

CHF