Ueli Maurer: «Das Leben ist ein Krampf»
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Bundesrat Maurer ist stolz auf die Werte der Schweiz (Bild: slam)

Bundesrat warnt in Sattel vor Fremdbestimmung Ueli Maurer: «Das Leben ist ein Krampf»

3 min Lesezeit 01.08.2016, 17:32 Uhr

Nach der Einweihung der Festspiele von Morgarten im letzten Sommer besuchte Ueli Maurer die Region erneut: Zum Bundesfeiertag hielt der SVP-Bundesrat die Festansprache in der vollen Mehrzweckhalle Sattel. Mit Jeremias Gotthelfs «Schwarzer Spinne» warnte Maurer vor dem Verlust der Freiheit.

Anlässlich der Premiere des Morgarten-Festspiels im vergangenen Sommer (zentralplus berichtete) konnte der Kontakt zu Bundesrat Maurer geknüpft und dieser damit als Festredner und Ehrengast der Gemeinde Sattel für den 1. August gewonnen werden. Im Vorfeld freute man sich bei der organisierenden Kulturkommission und dem Gemeinderat bereits über diesen magistralen Besuch und riet der Bevölkerung deshalb bereits auf dem Programmblatt: «Beflaggen Sie bitte Ihr Haus.»

Nicht zuletzt wurde auch Skistar Franz Heinzer für die Auszeichnung des hiesigen Skiclubs eingeladen. Neben der zweimaligen Ski-Silbermedaillenträgerin Fabienne Suter wurden auch Snowboarderin Verena Rohrer, Elias Ott (Ski) und Liz Mulder (Orientierungslauf) für ihre Leistungen geehrt. 

«Wir sind nur wegen Ueli Maurer gekommen.»

Besucherin

Alte Werte vor neuen? 

Nicht nur Leistungen ehrte Sattel am 1. August: Traditionen wie der Bundesfeiertag werden seit jeher auch von nationalen Mythen begleitet. Vor allem hier in der Zentralschweiz mit seinem sagenumwobenen Völkerbündnis zwischen Uri, Schwyz und Unterwalden gründen mythische Erzählungen besonders tief im Gemeindebewusstsein und scheinen konstituierend. Auch für politische Grundhaltungen und -werte. Trotzdem schienen sich heute eher wenige junge Menschen an der Feier dieser Werte beteiligen zu wollen.

Die Präsenz von Bundesrat Maurer schien trotz allem der wichtigste Grund, weshalb sich auch einige Jugendliche an die Veranstaltung verirrt hatten. «Wir sind nur wegen Ueli Maurer gekommen», verabschiedet sich eine 20-jährige Besucherin, die sich pünktlich nach Maurers Ansprache mit ihrem Freund davonmacht, von ihren Verwandten.

«Wir finden auch, dass wir an den Werten unserer Eltern festhalten und auf sie hören sollten», erklärt die junge Frau ihre Sympathien zum Ehrengast Maurer. Die Frage, ob ihre Freunde auch hier seien, beantwortet sie verständnisvoll, aber kopfschüttelnd: «Sie wollten lieber schlafen.»

Ein Besucher fotografiert den Musikverein Sattel

Ein Besucher fotografiert den Musikverein Sattel.

(Bild: slam)

Von Teufeln und schwarzen Spinnen 

Ein weiterer wichtiger Wert, den Bundesrat Maurer in seiner Rede wiederholt ansprach, ist die «harte Arbeit», die besonders die «gewöhnlichen Menschen und nicht die Politiker aus Bern» immer wieder dazu verleite, Probleme mit ihrer Machermentalität anzupacken. Als Exempel dafür lieferte Maurer die Geschichte «Die schwarze Spinne» von Jeremias Gotthelf. Der Berner Theologe und Schriftsteller wusste in seinem Werk aufklärend mit warnenden Motiven auf soziale Missstände seiner Zeit hinzuweisen.

«Wir müssen etwas härter arbeiten als die anderen, dafür sind wir auch ganz oft ganz vorne mit dabei.» 

Ueli Maurer, Bundesrat

«Das Leben ist ein Krampf», betonte SVP-Bundesrat Maurer und erklärte, dass auch in der Erzählung Gotthelfs gewöhnliche Menschen hart schuften mussten für ihr Glück. Dieses blieb ihnen jedoch verwehrt, denn ein Pakt mit dem Teufel hatte eine schwarze Spinne aus dem Gesicht einer jungen Frau schlüpfen lassen. Als das Vieh des Dorfes daraufhin dem Gift der Spinne erlag, waren die Bewohner gezwungen, ihre Freiheit aufzugeben.

Die Schlussfolgerung aus Ueli Maurers Rede: Durch die fremden Machthaber war den Dorfbewohnern ihr Mitbestimmungsrecht genommen worden. Ein Mitbestimmungsrecht, das den Menschen in vielen Ländern, die der Bundesrat bereist hat und während seiner Rede aufzählte, verwehrt bleibe: «Keines dieser Länder weiss, was Mitbestimmung ist.»

Das Publikum verabschiedete sich mit grossem Applaus von Maurer. Während die Feier in Sattel bald endete, reiste der Bundesrat weiter: Ihn erwarteten am Nationalfeiertag noch drei weitere Festtagsreden in den Kantonen Zürich und Bern. Auch bei sich selbst scheint Maurer keine Ausnahme zu machen, getreu dem vorgetragenen Credo: «Wir müssen etwas härter arbeiten als die anderen, dafür sind wir auch ganz oft ganz vorne mit dabei.»

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