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Überraschung: Spange Nord ist vom Tisch
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Die Maihof-Anwohner können sich freuen. (Bild: les)

Maihofquartier wird verschont Überraschung: Spange Nord ist vom Tisch

3 min Lesezeit 4 Kommentare 23.10.2019, 13:40 Uhr

Die Maihof-Anwohner können aufatmen: Der Zubringer in ihr Quartier entfällt. Denn: Die externe Überprüfung der Spange Nord zeigt, dass der Autobahnanschluss Luzern-Lochhof nur westseitig mit einer Brücke über die Reuss in Betrieb genommen werden soll. Die Kosten fallen so wesentlich tiefer aus.

Das Verdikt der vom Luzerner Kantonsrat in Auftrag gegebenen externen Überprüfung der Spange Nord ist klar: Das ursprüngliche Projekt war in der Schlussbewertung nicht die Nummer eins. Die Experten empfehlen zwar, den Autobahnanschluss Luzern-Lochhof in Betrieb zu nehmen – dies jedoch nur westseitig mit einer Brücke über die Reuss (Reussportbrücke). Der Zubringer ins Maihof-Quartier entfällt somit.

Wie der Kanton mitteilt, hat das ursprüngliche Projekt Spange Nord im Variantenvergleich nach wirtschaftlichen, gesellschaftlichen und umweltbezogenen Kriterien maximal den zweiten Rang erreicht. Ein wesentlicher Grund dafür sei, dass sich durch die Massnahmen für den öffentlichen Verkehr (Umwindung von Fahrspuren zugunsten des ÖV) Reisezeitverluste ergeben.

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Ohne durchgehende Busspuren im Bereich Kupferhammer in Kriens bis Luzernerhof ergäbe sich zwar im Allgemeinen eine bessere Bewertung. Diese Variante käme aber einem Kapazitätsausbau gleich, was der Mobilitätsstrategie der Stadt Luzern widerspreche. Nach einer Gesamtabwägung aller Interessen habe der Regierungsrat entschieden, vom bisherigen Projekt Spange Nord mit Kosten von rund 200 Millionen Franken Abstand zu nehmen.

Alternativvariante schneidet besser ab

Entsprechend dem Auftrag des Kantonsrates wurden im Rahmen der externen Überprüfung auch alternative Varianten untersucht. Dabei habe sich gezeigt, dass mit der Inbetriebnahme des Anschlusses Luzern-Lochhof und einer Verbindung Richtung Westen an das bestehende Kantonsstrassennetz über eine neue Brücke (Reussportbrücke) für die Stadt und Agglomeration Luzern die beste Wirkung erzielt werden könne.

So sieht die neue Brücke «Reussportbrücke» in der Visualisierung aus.

Damit gelinge es, einen Teil des Verkehrs auf der Achse Obergrund-Hirschengraben-Anschluss Luzern-Zentrum-Kreuzstutz-Fluhmühle auf die Autobahn zu verlagern. Zusätzlich entsteht für den Velo- und Fussverkehr eine neue West-Ost-Verbindung über die Reuss. Die Kosten werden auf rund 40 Millionen Franken geschätzt. Diese Lösung wird in der Zweckmässigkeitsbeurteilung als Bestvariante empfohlen.

Regierungsrat unterstützt empfohlene Variante

Im Gebiet Schlossberg brauche es so oder so Verbesserungen für alle Verkehrsteilnehmer, insbesondere für den ÖV und den Langsamverkehr. Entsprechende Massnahmen seien unabhängig von der empfohlenen Variante nötig. Sie sollen zeitlich unabhängig über das Bauprogramm der Kantonsstrassen geplant und realisiert werden. Die Kosten werden auf rund 45 Millionen Franken geschätzt.

Mit dem Vorliegen des Schlussberichtes ist die Projektüberprüfung abgeschlossen. Auf dieser Grundlage könne nun die politische Diskussion stattfinden. Der Regierungsrat unterstützt die empfohlene Variante als neuen Lösungsansatz. Um das weitere Vorgehen breit abzustützen, wird ein Bericht in eine breite Vernehmlassung gegeben.

Im Anschluss an die Vernehmlassung wird der Regierungsrat über das weitere Vorgehen entscheiden und dem Kantonsrat einen entsprechenden Planungsbericht vorlegen. Bis zum Beschluss des Kantonsrates finden diesbezüglich keine weiteren Planungen statt.

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4 Kommentare
  1. Martin von Rotz, 24.10.2019, 10:01 Uhr

    Von Vernunft bei den momentanen Regierungen von Stadt und Kanton zu sprechen ist der pure Hohn. Beide schaffen es nicht eine taugliche Verkehrspolitik zu machen die sowohl der Stadt, den Agglomerations-Gemeinden sowie dem Kanton wirklich zu Nutzen sind.

    Dieses Teilprojekt so stehen zu lassen ist auch nicht sinnvoll. Der Verkehr wird am falschen Ort abgeleitet. Solange es keine Gesamtlösung gibt die Allen und nicht nur der Stadt dient werde ich als Aglo-Bewohner und Steuerzahler bei allen kantonalen Abstimmungen bezüglich dieses Problems ein Nein einlegen.

  2. Joseph de Mol, 23.10.2019, 13:57 Uhr

    Die Vernunft hat sich durchgesetzt! Der Protest gefruchtet! Es zeigt, ganz nach Thoreau und seiner Fibel betreffend “civil disobediance”, dass ziviler Ungehorsam wirkt und längerfristig zum Ziel führt! Ein Freudentag!!

    1. O, 23.10.2019, 20:18 Uhr

      Abwarten, Tee trinken und Roadpricing einführen.

    2. Daniel Saner, 24.10.2019, 10:53 Uhr

      Wurde die externe Evaluierung nur auf Druck der Bevölkerung in Auftrag gegeben, oder hätte sie sowieso durchgeführt werden müssen? Bei den veranschlagten Kosten wäre ich davon ausgegangen, dass eine unabhängige Beurteilung sowieso zwingend ist. Der Artikel stellt keinen Zusammenhang zwischen den Protesten und der externen Überprüfung her.