Über den Stadttunnel und «gewiefte Rhetoriker»

1 min Lesezeit 17.05.2015, 13:56 Uhr

Stadttunnel bauen und gleichzeitig Millionen einsparen. Leserbriefschreiber Alain Bolle aus Zug fragt sich wie das funktionieren soll.

Es wird jetzt fleissig informiert, dass das Spar- und Entlastungsprogramm des Kantons für die nächsten drei Jahre nichts zu tun habe mit dem Stadttunnel. Denn dafür müsse man erst ab 2023 (Baubeginn) bezahlen. Das Gegenteil ist der Fall: Berits ab 2015 würden Kosten in der Höhe von dutzenden Millionen anfallen für die Erarbeitung des Bau-/Auflageprojekts und der Detailprojekte.

Nun will aber die Regierung hundert Millionen Franken pro Jahr einsparen, um bis 2019 die Finanzen wieder ins Lot zu bringen. Und natürlich sollen die Steuern nicht erhöht werden. Letzteres hat sie bestimmt auch 2019 nicht im Sinn. Wenn heute die Polizei nicht mehr so oft ausrücken soll, wird sie es wohl auch 2019 nicht mehr tun. Hingegen ist klar, man mit Landkäufen und Rechtserwerb für den Stadttunnel nachhaltig 145 Millionen Franken sparen kann, ebenso 60 Millionen Franken für Honorare und Nebenkosten (ab 2015). Bei einem Nein am 14. Juni sind diese vorgesehenen, horrenden Ausgaben nicht mehr nötig.  

Schlimm ist, dass die Stadttunnel-Ja-Sager einen Schalter in ganz vielen Köpfen zu kippen haben: «Wir müssen für den Tunnel sparen, wir haben kein Geld für Bildung, Altersversorgung, ÖV,  Gesundheit, Berufsbildung.» Mir macht auch der gewiefteste Rhetoriker nicht vor, dass man einen Tunnel, der wohl über eine Milliarde kosten wird, ohne wiederkehrende Sparübungen erstellen kann.

Alain Bolle, Zug

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