Trotz Verbot: Rechtsextreme marschieren in Sempach auf
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Versammlung der Rechtsradikalen auf dem Schlachtfeld in Sempach diesen Samstagnachmittag. (Bild: zvg)

Polizeiaufruf wird ignoriert Trotz Verbot: Rechtsextreme marschieren in Sempach auf

3 min Lesezeit 1 Kommentar 12.07.2015, 12:27 Uhr

Eigentlich hat die Polizei diesen Samstag sämtliche Aufmärsche beim Schlachtdenkmal in Sempach verboten: Sowohl jener von Rechtsradikalen wie jener der Antifa Zentralschweiz wurde untersagt. Trotzdem konnten die Rechten offenbar ungehindert zum Winkelrieddenkmal marschieren.

Vor ein paar Tagen machte zentral+ exklusiv publik, dass Rechtsextreme an diesem Samstag, 11. Juli einen Gedenkmarsch zum Denkmal auf dem Schlachtfeld in Sempach durchführen wollten. So, wie im Jahr zuvor, ohne Bewilligung. Diese wäre laut Kanton auch gar nicht nötig gewesen, da der Umzug der Rechten als private Veranstaltung eingestuft werde. Sie hat nichts mit der offiziellen Gedenkfeier des Kantons zu tun, welche am Wochenende vom 27./28.Juni stattgefunden hat.

Als dann aber die Antifaschistische Aktion Zentralschweiz eine Gegendemo ankündigte, deren sich die Luzerner Juso anschliessen wollten, verbot die Luzerner Polizei sämtliche Aufmärsche. Grund war die Angst vor Ausschreitungen, wie sie zuletzt 2009 vorkamen. Auch die Gemeinden Sempach und Neuenkirch haben darauf gedrängt (zentral+ berichtete).

Polizei zog sich zurück

Trotzdem konnten offenbar rund 60 Rechtsradikale zum Denkmal spazieren, wie die Antifa Ostschweiz in einer Mitteilung schreibt: «Während die Polizei am Nachmittag vor Ort war, wurde das Dispositiv gegen den frühen Abend bereits wieder abgezogen. Die anfängliche Polizeipräsenz hinderte die Neonazis indes nicht daran, sich zu besammeln und in aller Ruhe den Marsch zum Denkmal vorzubereiten.

«Durch den frühen Rückzug der Sicherheitskräfte wurde es den rund sechzig Rechtsradikalen ermöglicht, vom Schulhausgelände Hildisrieden zum Schlachtdenkmal zu marschieren.»

Antifa Ostschweiz

Durch den frühen Rückzug der Sicherheitskräfte wurde es den rund sechzig Rechtsradikalen ermöglicht, vom Schulhausgelände Hildisrieden zum Schlachtdenkmal zu marschieren. Dort konnten sie – trotz bestehender rechtlicher Handhabe und breiter Medienberichterstattung im Vorfeld – einmal mehr unbehelligt die Kranzniederlegung inklusive Redebeitrag begehen. Es liegt offensichtlich nicht im Interesse der zuständigen Behörden, rechtsextreme Kundgebungen und Aufmärsche tatsächlich zu verhindern.»

Die Luzerner Polizei hat erst noch am Donnerstag betont: «Unbewilligte Demonstrationen werden nicht geduldet.» Wieso es nun trotzdem zum Umzug der Rechtsextremen kam, der Augenzeugen zufolge sehr friedlich verlief, ist unklar. Die Medienstelle der Luzerner Polizei erklärte am Samstagnachmittag auf Anfrage, dass ihr keine Vorfälle aus Sempach gemeldet worden seien. Zur Zeit der rechten Kundgebung und am Sonntag war die Medienstelle nicht mehr besetzt und für Auskünfte nicht erreichbar. Man solle am Montag wieder anrufen, hiess es bei der Einsatzzentrale.

Juso wollen reagieren

Künftig wollen die Luzerner Juso solche Aufmärsche in Sempach verhindern. Zwei Optionen werden laut Parteipräsident Joël Mayo diskutiert. «Entweder, wir veranstalten auch nur einen privaten Anlass in Sempach, wie die Rechtsradikalen. Oder wir reichen vor ihnen eine Bewilligung für eine Demo ein.»

Update: Rechtsextreme wollen auch künftig marschieren

Nachdem dieser Teil des Artikels online ging, meldeten sich am Sonntagnachmittag die Rechtsextremisten per Mail bei zentral+. Sie zeigen sich verärgert über unsere Recherchen: «Wie Ihr vielleicht mitbekommen habt, hat auch eure Berichterstattung uns nicht daran gehindert, den Helden von Sempach wie jedes Jahr zu gedenken. Ganz im Gegenteil − eure Berichterstattung hat sinnloserweise hohe Kosten generiert. Im Gegensatz zu den grossmauligen Jungsozialisten oder dem feigen Antifahaufen vom Sedel waren wir anwesend und haben Präsenz gezeigt. Das Polizeiaufgebot umfasste gemäss unseren Informationen mindestens 80 Polizisten, um etwas zu verhindern was nicht zu verhindern ist und auch in Zukunft nicht zu verhindern sein wird.»

«Im Gegensatz zu den grossmauligen Jungsozialisten oder dem feigen Antifahaufen vom Sedel waren wir anwesend und haben Präsenz gezeigt.»

Stellungnahme der Rechtsextremen

Bild vom Aufmarsch der Rechtsradikalen diesen Samstag in Sempach.

Bild vom Aufmarsch der Rechtsradikalen diesen Samstag in Sempach.

(Bild: zvg)

 

In ihrem Mail schreiben die Rechtsradikalen weiter: «Wir werden garantiert auch nächstes Jahr wieder den Helden von Sempach zu gedenken, daran wird uns weder Zentralplus noch sonst jemand hindern. Bei nächstjähriger wiederkehrender Hetzberichterstattung werden wir wöchentlich einen Gedenkmarsch ankündigen bis euch eure Berichterstattung verleidet.»

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1 Kommentare
  1. Simon Meyer, 12.07.2015, 19:56 Uhr

    Wieso wollen die Jusos nun auch noch nach sempach? Wer diese Volksdümmliche Veranstaltung kennt, weiss, dass es dort weder etwas gescheites zu sehen gibt noch etwas zu bewegen.
    Sollen doch die braun-dümmlichen Ewiggestrigen dieser Schlacht gedenken.
    Sie haben ja sonst nichts …

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