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Trotz Mall-Konkurrenz: Emmen Center verbessert Besucherzahlen
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Weiterhin beliebt und gutbesucht: das Emmen Center. (Bild: zvg)

Mall of Switzerland sieben Monate in Betrieb Trotz Mall-Konkurrenz: Emmen Center verbessert Besucherzahlen

3 min Lesezeit 30.05.2018, 15:58 Uhr

Marktbeobachter stellen fest: Seit der Eröffnung der Mall of Switzerland gibt es mehr Kundschaft im Emmen Center als zuvor. Der Platzhirsch beim Seetalplatz, 42 Jahre lang das grösste Shopping-Center der Region und plötzlich Nummer zwei, hält sich stark. Centerleiter Roland Jungo nennt die Gründe.

zentralplus: Roland Jungo, Konkurrenz belebt bekanntlich das Geschäft. Welche Bilanz ziehen Sie für Ihr Haus nach sieben Monaten Konkurrenz durch die Mall?

Roland Jungo: Vor der Eröffnung der Mall of Switzerland erwarteten wir die ersten Monate einen klaren Frequenzrückgang und gingen davon aus, dass sich dann die Besucherströme wieder einpendeln würden.

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zentralplus: Und, kam es so?

Jungo: In der Realität verzeichneten wir aber keine grossen Schwankungen bei den Besucherzahlen, das Jahr 2017 schlossen wir mit über 7 Prozent im Plus ab. Und auch im 2018 bewegen wir uns auf einem erfreulichen Niveau von plus 2 Prozent.

zentralplus: Die Neugier der Kundschaft scheint gestillt, die meisten waren mal in Ebikon. Und jetzt kauft man wieder in der altbekannten Umgebung bei Ihnen?

Jungo: Dies ist ein normaler Vorgang. Lieb gewonnene Gewohnheiten ändert der Mensch nur ungern, und er benötigt auch immer etwas Zeit, sich auf eine neue Situation einzustellen. Auf der anderen Seite ist unser Angebot sicherlich sehr attraktiv und gefällt den Kundinnen und Kunden. 

zentralplus: Viele Kunden nennen als grosses Plus Ihres Shopping Centers die Gratisparkplätze: Spielt dieser Vorteil Ihnen in die Hand, dass Sie 2’100 Gratisparkplätze anbieten, die Mall aber nur 1’600 gebührenpflichtige Parkplätze hat?

Jungo: Das wäre zu einfach, den Erfolg eines Shopping Centers nur über das Parkplatzangebot zu definieren. Das Gesamtpaket muss stimmen. Da sind wir punkto Erreichbarkeit, Mietermix, Aufenthaltsqualität, Übersicht, kurze Wege und Aktivitäten sowie Events sehr gut aufgestellt.

Von Manor Basel ins Emmen Center

Roland Jungo (52) ist seit sechseinhalb Jahren Direktor des Emmen Centers. Vorher war er 28 Jahre lang bei Manor in den verschiedensten Funktionen in der ganzen Schweiz tätig, die letzten sechs Jahre als Direktor im Manor Basel St. Jakob-Park.

zentralplus: In Sachen Lebensmittel strahlt Ihr Manor weit über Emmen hinaus: Das Sortiment an Fisch, Fleisch und Weinen aus südlichen Ländern wird nicht nur von der Kundschaft aus Portugal, Italien und aus dem Balkan gelobt. Ihr Manor versus das Migros-Angebot der Ebikoner Mall – was hören Sie da von den Kunden?

Jungo: Mit Manor Food haben wir sicherlich ein weiteres Alleinstellungsmerkmal, mit welchem wir uns differenzieren können. Das Angebot wird sehr geschätzt.

«Mit der Sanierung 2016/2017 wurden die Weichen nachhaltig in die richtige Richtung gestellt.»

zentralplus: Auch mit den Kleiderläden Zara, um den sich auch die Mall vergeblich bemühte, und Pull&Bear ist Ihr Emmen Center gut aufgestellt. Stolz?

Jungo: Mit der Sanierung 2016/2017 wurden die Weichen nachhaltig in die richtige Richtung gestellt. Jedoch ist dies ein laufender Prozess, und das Emmen Center wird sich – wie über all die Jahre vorher – laufend den sich wechselnden Marktbedürfnissen anzupassen wissen.

Lange in Diensten von Manor, seit sechseinhalb Jahren Direktor des Emmen Centers: Roland Jungo.

Lange in Diensten von Manor, seit sechseinhalb Jahren Direktor des Emmen Centers: Roland Jungo.

(Bild: zvg)

zentralplus: Immer mehr Menschen wollen beliefert werden und bestellen online. Unmittelbar vor dem Start der Mall richtete man im Emmen Center auch einen Gratislieferdienst ein. Wie sieht da Ihre Bilanz aus?

Jungo: Wir waren schon seit Längerem auf der Suche nach einem kompetenten Partner für den Hauslieferdienst. Zusammen mit der Post haben wir einen Pilot gestartet, zugegebenermassen mit sehr bescheidenem Erfolg, weshalb wir diese Dienstleistung nach der Testphase wegen mangelnder Nachfrage wieder eingestellt haben.

«Die aktuellen Öffnungszeiten entsprechen sicherlich nicht den Kundenbedürfnissen.»

zentralplus: Wo stehen Sie im Kampf um längere Ladenöffnungszeiten?

Jungo: Die aktuellen Öffnungszeiten entsprechen sicherlich nicht den Kundenbedürfnissen. Vor allem der Samstag mit einer Schliessung um 16.00 Uhr entspricht überhaupt nicht mehr den heutigen Einkaufsgewohnheiten. Hier fliesst viel Kaufkraft in die Nachbarkantone, den Onlinehandel oder ins Ausland, damit werden auch die Arbeitsplätze verlagert.

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